Novo Nordisk: Solltest du jetzt 5.000 Euro in die Aktie investieren?!
Die Aktie von Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) hat zuletzt jede Menge Höhen, aber vor allem auch Tiefen erlebt. Die Höhenflüge liegen mittlerweile sogar weiter entfernt. Im Sommer des Jahres 2024 erreichten die Anteilsscheine ihre Rekordhochs bei 139 Euro. Danach folgte der tiefe Fall bis auf zuletzt 35,76 Euro. Der Wert markiert zumindest das 52-Wochen-Tief.
Aus dem wertvollsten europäischen Konzern wurde plötzlich ein Sorgenkind. Es hieß, dass man im Adipositas-Markt den Anschluss verlieren würde. Eli Lilly legte mit guten Präparaten nach. Insbesondere CagriSema aus dem Hause Novo Nordisk erfüllte hingegen nicht die Erwartungen, wenngleich die Verträglichkeit sehr hoch ist und mit der oralen Variante von Wegovy zuletzt ein Achtungserfolg gelang.
Dieser kurze Abriss zeigt: Novo Nordisk bleibt heißdiskutiert. Meiner Meinung nach dürfte die Aktie volatil bleiben. Aber ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um noch schnell die vergleichsweise günstige Bewertung abzugreifen und beispielhafte 5.000 Euro, die hier für eine größere Investition stehen, zu tätigen? Blicken wir auf die Bewertung, die kurz- und mittelfristigen Aussichten. Sowie selbstredend auch: die langfristigen Perspektiven.
Novo Nordisk: Die Aktie ist moderat bewertet
Die Aktie von Novo Nordisk hat sich von ihren Tiefstkursen wieder etwas befreit. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 bis 14 bei einer Dividendenrendite von näherungsweise 4 % sehen wir jetzt nicht mehr. Mein Fazit zu der damaligen Bewertung lautete ganz klar: Das ist übertrieben preiswert für die Stärke im Diabetes-Markt. Immerhin: Seitdem hat die Aktie wieder um mehr als 40 % zugelegt.
Das bedeutet aber auch, dass die Aktie nun wieder teurer ist. Bei einem Aktienkurs von 394 Dänischen Kronen liegt das 2024er KGV bei 17,4. Die Dividendenrendite ist hingegen mit 2,9 % ebenfalls wieder moderater. Aber wir können auch nicht von einer teuren Bewertung reden. Um das direkt zu sagen: Bei dem aktuellen KGV benötigt Novo Nordisk Gewinnwachstum. 5 % pro Jahr wären bei meinem Modell allerdings ausreichend für eine marktübliche bis leicht marktschlagende Rendite. Das heißt, dass die Erwartungen nun wirklich nicht hoch sind.
Wobei es einen Unterschied zwischen den kurz- und mittel-, sowie den langfristigen Aussichten geben kann. Sehen wir uns das bei Novo Nordisk etwas intensiver an.
Die kurz- und mittelfristigen Aussichten
Novo Nordisk hatte zuletzt mit einer ganzen Reihe verschiedener Belastungsfaktoren zu kämpfen. Wobei das Wachstum eigentlich solide gewesen ist. In den ersten drei Quartalen wuchs der Umsatz um 12 % auf 229 Mrd. Dänische Kronen. Der Gewinn je Aktie stieg, belastet von einem Sondereffekt, um lediglich 4 % im Jahresvergleich. Dieses Wachstum würde aber fast schon ausreichen, leichte Aktienrückkäufe könnten das Gewinnwachstum je Aktie von Novo Nordisk über die Marke von 5 % hieven.
Gleichwohl ist das vierte Quartal ein besonders spannender Zeitraum: Hier wird Novo Nordisk spüren, dass in den USA die Preise für die eigenen Medikamente teilweise deutlich gesenkt worden sind. Das orale Wegovy wird das noch nicht kompensieren können. Es könnte daher kurzfristig zu weniger Umsatz und womöglich zu einer schwächeren Prognose im ersten Quartal kommen. Ganz ehrlich: Bei dem jetzt wieder gestiegenen KGV von Novo Nordisk könnte das durchaus einen Mix für Volatilität und Verkaufsdruck bei der Aktie bedeuten.
Bereits mittelfristig glaube ich jedoch, dass Novo Nordisk wieder in die Spur findet. Novo Nordisk besitzt im Diabetes-Markt ein starkes Standbein. Das dürfen wir niemals außer Acht lassen. Diabetes, Begleiterkrankungen zu Diabetes und teilweise seltene Erkrankungen bilden Wachstumsmärkte im Zusammenspiel mit dem leicht wachsenden Kerngeschäft. Selbst wenn das Jahr 2026 noch einmal ein Übergangsjahr wäre: 2027, denke ich, werden alle Anpassungen antizipiert sein.
Novo Nordisk: Die langfristigen Aussichten
Langfristig bleibe ich von Novo Nordisk ohnehin überzeugt. Der Grund ist relativ einfach: Die Anzahl der an Diabetes erkrankten Personen wächst pro Jahr im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Anteil der behandelten Patienten liegt weltweit gerade einmal bei 10 %, wenn wir Novo Nordisk betrachten. Damit sind die Dänen bereits Weltmarktführer. Konsequent mehr Patienten eröffnen somit ein moderates Wachstumspotenzial für Novo Nordisk.
Erfolge im Abnehm-Segment, bei seltenen Erkrankungen oder auch bei Therapien zu Folgeerscheinungen von Diabetes besitzen das Potenzial, das Wachstum leicht zu erhöhen. Ich halte langfristig ein Gewinnwachstum von rund 8 % pro Jahr (einschließlich Aktienrückkäufen) für möglich. Denn neben mehr Patienten im Diabetes-Segment gibt es Preissetzungsmacht, das Adipositas-Segment ist ein Markt von bis zu 100 Mrd. US-Dollar und auch die besagten Kapitalrückführungen können das Wachstum je Aktie ankurbeln.
Unter dieser Prämisse erscheint mir die Aktie von Novo Nordisk attraktiv. Aber bevor ich heute 5.000 Euro frisch in die Hand nehme, würde ich zumindest die Zahlen für das vierte Quartal am 4. Februar abwarten. Hier erwarte ich mir etwas klarere Aussagen zu den Prognosen und vor allem dazu, ob 2026 wirklich ein schwaches Übergangsjahr wird.
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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk.
