Kaufchance für clevere Langfrist-Anleger? Die Doximity-Aktie ist so günstig bewertet wie noch nie

Nahaufnahme eines Arztes mit verschränkten Armen und Stetoskop
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Doximity (WKN: A3CS1K) ist die führende digitale Plattform für medizinische Fachkräfte in den USA und bleibt für langfristig orientierte Anleger attraktiv, da das Unternehmen tief im Arbeitsalltag von Ärzten verankert ist und über ein skalierbares, profitables Geschäftsmodell verfügt. Am vergangenen Freitag geriet die Doximity-Aktie jedoch deutlich unter Druck:

Die Ursachen des Crashs

Nach der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal verlor der Kurs zeitweise rund 24 %. Dabei lagen sowohl der Umsatz als auch der Gewinn je Doximity-Aktie über den Erwartungen der Wall Street. Der Markt reagierte jedoch sehr sensibel auf den Ausblick des Managements: Für das vierte Quartal stellt Doximity lediglich ein Umsatzwachstum von etwa 4 % in Aussicht. Dies wirkte besonders ernüchternd, da sich das Wachstum bereits zuvor abgeschwächt hatte – von 23 % im dritten Quartal des Vorjahres auf aktuell nur noch 10 %.

Zusätzlich sorgte die Ergebnisentwicklung für Verunsicherung. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahr von 75 Mio. US-Dollar auf 62 Mio. US-Dollar. Hauptgrund hierfür waren deutlich höhere Marketingausgaben, die um 27 % stiegen, sowie massive Investitionen in den Ausbau der eigenen KI-Infrastruktur. Operativ betrachtet ist dies zwar kein Warnsignal, belastet jedoch kurzfristig die Profitabilität.

Warum der Absturz der Doximity-Aktie übertrieben ist

Wichtig ist es, diese Entwicklung richtig einzuordnen. Ein Großteil der aktuellen Schwäche ist auf externe Faktoren zurückzuführen. Viele der wichtigsten Kunden von Doximity stammen aus der Pharmabranche und schalten Werbung auf der Plattform. Genau diese Unternehmen hatten zuletzt mit branchenspezifischen Unsicherheiten zu kämpfen: 16 der 20 größten Pharmakonzerne haben sogenannte Most-Favored-Nation-Vereinbarungen (Meistbegünstigungsklauseln) mit der US-Regierung abgeschlossen. Dies führte dazu, dass Werbebudgets vorübergehend zurückgehalten wurden, bis Klarheit über die Auswirkungen herrschte.

Für Doximity resultierte dies in verzögerten Buchungen. Laut Management handelt es sich dabei jedoch primär um eine zeitliche Verschiebung. Board-Mitglied Tim Cabral verwies darauf, dass die Pharma-Buchungen im Januar so stark waren wie seit dem Börsengang nicht mehr, was gegen ein strukturelles Problem spricht.

Auch die hohen KI-Ausgaben sollten differenziert betrachtet werden. Zwar drücken sie aktuell auf die Marge, doch die Nutzungszahlen rechtfertigen die Investitionen: Im dritten Quartal setzten bereits mehr als 100 der größten US-Gesundheitssysteme auf die KI-Produkte des Unternehmens. Insgesamt nutzten über 300.000 verschreibende Ärzte diese Lösungen. Da in der aktuellen Prognose noch kein nennenswerter KI-Umsatz enthalten ist, könnten Wachstum und Profitabilität wieder anziehen, sobald die kommerzielle KI-Suite im Laufe des Jahres vollständig monetarisiert wird.

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Unsere Prognose für die Doximity-Aktie

Auf Sicht der nächsten drei bis fünf Jahre bleibt das Gesamtbild positiv. Doximity erreicht bereits heute rund 85 % aller Ärzte in den USA sowie etwa zwei Drittel der Physician Assistants und Nurse Practitioners. Diese Marktdurchdringung stellt einen enormen Wettbewerbsvorteil dar. In Kombination mit neuen KI-Anwendungen und einer sich erholenden Nachfrage aus der Pharmabranche ergibt sich ein solides Fundament für nachhaltiges Wachstum.

Die Doximity-Aktie wird derzeit mit dem etwa 14-fachen freien Cashflow bewertet. Für ein Unternehmen mit dieser Reichweite und starken Kundenbeziehungen halten wir dies für attraktiv. Trotz kurzfristiger Volatilität sehen wir keinen Grund, an unserer positiven Einschätzung zu rütteln. Die jüngste Schwäche ändert nichts an der langfristigen Qualität des Geschäftsmodells, weshalb wir an unserer Empfehlung festhalten.

Auch im interaktiven Chart von Aktien.guide ist erkennbar, dass sich Aktienkurs (blau) aufgrund der oben beschriebenen Sorgen weit von der positiven Entwicklung der operativen Gewinns (orange) entfernt hat.

Doximity-Aktie

Was das Unternehmen macht

Doximity konzentrierte sich einst auf das, was Ärzte am dringendsten benötigten: ein Tool zur Kommunikation und Zusammenarbeit mit Kollegen und Patienten. Mitbegründer Jeff Tangney wollte mit seiner neuen Vision einen klaren Mehrwert für Ärzte schaffen und Probleme lösen. Diese Idee kam gut an und das neue Unternehmen wuchs schnell durch Mundpropaganda unter Ärzten. Somit erübrigte sich auch das kapitalintensive Marketing. Seit der Gründung verfolgt Doximity diesen langsamen, konstanten und hochprofitablen Marktansatz.

Heute nutzen mehr als 80 % der amerikanischen Ärzte das soziale Netzwerk von Doximity. Vom Grundprinzip (Profil und News-Feed) her unterscheidet sich die Plattform nicht sehr von Facebook.

Es gibt jedoch zwei wesentliche Unterschiede. Zum einen ist das soziale Netzwerk von Doximity ausschließlich medizinischen Fachkräften vorbehalten. Die Nutzer müssen Informationen wie ihre DEA-Registrierungsnummer angeben, um beitreten zu können. Zum anderen gibt es auf der Plattform einige sehr nützliche Tools für diese Zielgruppe. Man kann Telefonkonferenzen mit Patienten abhalten, Nachrichten sicher übermitteln, ein digitales Fax verschicken und elektronische Unterschriften erhalten.

Die Chancen und Risiken der Doximity-Aktie

Die größte Chance bei der Doximity-Aktie besteht darin, dass das Unternehmen eine einzigartige Stellung am Markt hat und sehr profitabel agiert. Jedes erzielte Wachstum bedeutet automatisch mehr Gewinn und Cashflow. Aus unserer Sicht steht das Unternehmen wahrscheinlich noch ganz am Anfang seiner langjährigen Wachstumsgeschichte.

Größtes Risiko: Eine andere Plattform könnte Medizin- und Pharmaunternehmen weg von Doximity ziehen, wodurch Doximity seine „Monopolstellung“ verlieren würde. Ebenso hätte das eine Verlangsamung des Wachstums zur Folge, was eine Neubewertung der Doximity-Aktie auslösen würde.

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