Novo Nordisk: Mit 10.000 Euro zu 371 Euro Dividende – Dividendenwachstum enttäuscht

Aber sonst gesund: Zahlreiche Pillen und Pharmaprodukte in einem Medikamentendosierer
Foto: Anna Shvets via Pexels

Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) bietet weiterhin eine attraktive Dividende. Wer heute 10.000 Euro in die Aktie investiert, der erhält brutto eine Dividende in Höhe von 11,70 Dänischen Kronen. Das entspricht natürlich einer Dividendenrendite von 3,71 %. Maßgeblich für die Berechnung ist die für das Geschäftsjahr 2025 bekannt gegebene Ausschüttung in Höhe von 11,70 Dänischen Kronen bei einem Aktienkurs von 315 Dänischen Kronen.

Die Aktie von Novo Nordisk besitzt daneben noch andere Reize. Als Dividendenaristokrat hat das Management die Dividende je Aktie seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten in jedem Jahr erhöht. Das entspricht einem Zeitraum, der so manche Krise kannte. Unter anderem auch die schwierige Zeit um das Jahr 2016 herum, als Novo Nordisk plötzlich kaum mehr wachsen konnte. Der US-Markt war damals ebenso die Bremse wie heute.

Das, was uns heute aber beschäftigen soll, ist das Dividendenwachstum. Novo Nordisk hat die Dividende je Aktie lediglich um 2,6 % im Jahresvergleich erhöht. Kein starkes Wachstum. Aber: Es gibt womöglich bessere Möglichkeiten, um das Geld jetzt einzusetzen. Ordnen wir das aktuelle Wachstum daher etwas umfangreicher ein.

Novo Nordisk: Von der Dividendenwachstumsaktie zur High-Yield-Aktie?!

Das Dividendenwachstum von Novo Nordisk war in den letzten Jahren besonders stark. Noch im Jahre 2015 lag die Dividende je Aktie bei 3,20 Dänischen Kronen. Das durchschnittliche Dividendenwachstum lag damit bei rund 13,8 % pro Jahr. In der jüngeren Historie gab es jedoch einzelne Ausreißer, die diesen Wert bedeutend getoppt haben.

So erhöhte Novo Nordisk die Dividende je Aktie von 2022 auf 2023 (für die jeweiligen Geschäftsjahre) von 6,20 Dänische Kronen auf 9,40 Dänische Kronen. Das entsprach einem Wachstum von rund 51 %. Auch das Jahr darauf folgte mit einem Wachstum von rund 21,3 %. Natürlich wäre Einkommensinvestoren diese Intensität beim Dividendenwachstum lieber. Aber: Es war bei einem Nettoergebnis in Höhe von 23,03 Dänischen Kronen, das lediglich 2 % über dem Vorjahreswert lag, einfach nicht möglich. Zumal Novo Nordisk für das Geschäftsjahr 2026 sogar mit einem leicht rückläufigen Zahlenwerk plant. Mit einem Ausschüttungsverhältnis von derzeit etwa 50 % dürfte sich der dänische Pharma- und Diabetes-Konzern zwar auch dann noch eine stabile bis leicht wachsende Dividende leisten können. Aber in Anbetracht der Zahlen scheint es gut nachvollziehbar, warum man das Dividendenwachstum jetzt nicht maximiert.

Aktienwelt360 Aktienkompass

+87,02%

Benchmark

+74,46%

Aktienwelt360 Aktienkompass

+87,02%

Benchmark

+74,46%

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die Aktie von Novo Nordisk von einer eher wachstumsstarken Aktie zu einer High-Yield-Aktie mit einer hohen Dividende geworden ist. Aus 1,2 % Dividendenrendite sind inzwischen 3,71 % geworden. Wer noch vor zwei Jahren 10.000 Euro in die Aktie investierte, bekam damals nur 120 Euro Dividende. Heute sind es 371 Euro. Natürlich liegt das an der fallenden Aktie. Aber die Bewertung hat sich auch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,7 inzwischen vergünstigt.

Neben der Dividende: Das Management hat eine andere, gute Idee!

Novo Nordisk setzt jedoch inzwischen nicht nur auf die Dividende. Die günstige Bewertung führte auch dazu, dass man die eigenen Aktienrückkäufe reaktivierte. Im Jahre 2026 sollen demnach bis zu 15 Mrd. Dänische Kronen in den Rückkauf der eigenen Aktie fließen. Das entspricht umgerechnet einem Volumen von etwa 2 Mrd. Euro. Damit dürften rund 1 % der ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen werden können.

1 % der Aktien mögen zwar nicht viel sein. Aber es ist eine gute Mittelverwendung. Denn gerade bei der günstigen Bewertung reduziert sich die Anzahl der Aktien besonders stark. Es steigt der Gewinn je Aktie, die Dividende muss in Zukunft durch weniger ausstehende Aktien geteilt werden. Das schafft ebenfalls neue Räume für zukünftiges Dividendenwachstum. Der für mich wichtige Aspekt ist jedoch: Das Management von Novo Nordisk musste sich zwischen einer deutlichen Erhöhung der Dividende oder der Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen entscheiden – und entschied sich richtigerweise bei der günstigen Bewertung für den Rückkauf der eigenen Aktie.

Das schafft deutlich mehr Werte für die Investoren, vor allem längerfristig. Wohingegen das Maximieren der Dividende bei einer höheren Bewertung Kapitalrückführungen ermöglichte. Heute ist das jedoch nicht mehr der Fall und eine flexiblere Gestaltung sorgt für einen besseren Kapitaleinsatz.

Novo Nordisk: Es geht natürlich nicht nur um Dividende & Aktienrückkäufe, aber …

Natürlich entscheidet sich das Schicksal von Novo Nordisk nicht an der Frage, ob die Dividende oder Aktienrückkäufe die bessere Alternative sind. Das Management muss jetzt die orale Variante von Wegovy gut etablieren, das neue Mittel Amycretin idealerweise schnell zur Marktreife führen und auch einen Platz für CagriSema im Markt finden. Das sind, neben dem Vorantreiben der Produkt-Pipeline generell, die wichtigsten Aufgaben.

Aber an der Frage der Dividende und der Aktienrückkäufe zeigt sich, wie das Management denkt. Ich sehe ein Top-Management, das bei den Kapitalrückführungen zumindest flexibel agiert und bei einer günstigen Bewertung eher auf den Rückkauf der eigenen Aktie setzt. Das ist grundsätzlich ein Aspekt, der mir sehr gut gefällt.

Der einzige Börsenausblick, den du für 2026 lesen musst

2025 war ein verrücktes Börsenjahr. Viel wurde vom nächsten Crash gesprochen, doch passiert ist letztlich wenig.

In unserem kostenlosen Sonderbericht blicken unsere Analysten hinter die Kulissen, ordnen die großen Trends ein und zeigen dir, mit welchem eindeutigem Kriterium du auch 2026 die besten Aktien erkennen wirst.

Gratis-Report kostenlos anfordern

Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk.



Das könnte dich auch interessieren ...