Novo Nordisk: Der 3-Schritte-Plan zum Turnaround!

Ein Glas mit gelben Medikamenten-Pillen liegt umgekippt auf weißem Untergrund
Foto: Pixabay via Pexels

Die Aktie von Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) hat zuletzt jede Hoffnung auf einen Turnaround selbst sehr schnell zerschlagen. Bis Ende Januar kletterte sie auf über 52 Euro. Danach folgte der prompte Abverkauf. Denn das Management hat mit der Bekanntgabe der Zahlen für das vierte Quartal den Ausblick für 2026 massiv gesenkt und damit reichlich Vertrauen verspielt.

Es scheint ein wenig so, als sei der Markt jetzt über alle Maßen pessimistisch. In Teilen zurecht. Denn Novo Nordisk besaß im Jahre 2025 und in Teilen von 2024 einen Newsflow, der hätte besser sein können. Ein neues Management, ein Abnehmprodukt, das nicht die eigenen Erwartungen erfüllte. Man verlor Marktanteile an seinen engsten Konkurrenten Eli Lilly, der sich im Abnehmmarkt mit Zepbound vielversprechender positionierte.

Für Novo Nordisk gilt es daher nicht bloß, beim Aktienkurs wieder den Turnaround zu schaffen. Auch operativ müssen gute News her, die die günstig bewertete Aktie nachhaltig steigen lassen. Mit einem Drei-Schritte-Plan kann das gelingen. Es geht um nicht weniger als die Gegenwart und die Zukunft, die man definitiv noch selbst gestalten kann.

Novo Nordisk: Die Gegenwart mit einem der innovativsten Mittel ausreizen

Eines dürfen wir bei all dem Trubel und den schlechten Neuigkeiten nicht vergessen: Es ist nicht alles schlecht bei Novo Nordisk. Mit Ozempic und Wegovy besitzt der dänische Konzern zwei Kassenschlager, die den Blockbuster-Status erreicht haben. Mehr noch: die weiterhin das Maß der Dinge in der Diabetesversorgung darstellen und die auch im Kreise der Abnehmprodukte eine starke Reputation besitzen.

Der erste Schritt für Novo Nordisk ist daher denkbar einfach: Maximiere den Erfolg in der Gegenwart. Zu Wegovy gab es zuletzt das „Go“, dass die orale Variante für die Adipositas-Therapie zugelassen ist. Es ist das erste orale Produkt in dieser Kategorie. Das allein lässt das lästige Spritzen obsolet werden. In der ersten Woche gab es bereits 18.000 Patienten, die umstiegen. Neue Daten von Novo Nordisk deuten auf einen Patientenkreis von 170.000 bis 240.000 Patienten hin. Zumindest ist das die Orientierung, die Novo-CEO Doustdar im Rahmen des letzten Analystencalls nannte. Es deutet sich daher ein großer Erfolg an.

Für Novo Nordisk ist es jetzt wichtig, die eigene Innovation und Produktklasse unter Beweis zu stellen. Exakt hierfür ist die orale Variante gut geeignet. Natürlich wird es früher oder später auch um die Abnehmprodukte der zweiten Generation gehen. CagriSema ist der kriselnde Hoffnungsträger von Novo Nordisk. Aber er geht nicht allein ins Rennen. Blicken wir daher auf den zweiten Schritt.


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Die Zukunft: CagriSema und Amycretin stark im Markt etablieren

Bei der Aktie von Novo Nordisk können wir durchaus den Eindruck gewinnen, dass CagriSema im Vergleich zu den Varianten von Eli Lilly keine Chance besitzt. Die Zeit wird die Wahrheit an dieser Stelle offenbaren. Ich sage nicht, dass die Analystenmeinungen falsch sind. Allerdings glaube ich, dass gerade bei Adipositas-Medikamenten die Verabreichungsform und die Verträglichkeit wichtig sind.

Hier kann Novo Nordisk meiner Meinung nach punkten. Mit CagriSema haben die Dänen ein Produkt entwickelt, das in Langzeitstudien (ein Jahr) einen Gewichtsverlust von bis zu 21,7 % gezeigt hat. Das ist schlechter, als das selbstgesteckte Ziel von 25 %. Immerhin: Das liegt in einer Linie mit Zepbound. Aber das Produkt Mounjaro von Eli Lilly glänzt mit Top-Werten von bis zu 26 %. Vier Prozent bedeuten hier einen enormen Unterschied. Zumal wir nicht vergessen dürfen, dass viele Patienten gerade in wichtigen Absatzmärkten wie den USA sehr viel Geld dafür bezahlen.

Der springende Punkt ist: Novo Nordisk glänzt mit niedrigen Nebenwirkungen. CagriSema zeigte beispielsweise in den zulassungsrelevanten Studien eine Wahrscheinlichkeit für Übelkeit von 18 bis 22 %. Hoch, keine Frage. Bei dem Produkt von Eli Lilly sind es hingegen zwischen 22 und 32 % gewesen. Beim Erbrechen „glänzt“ CagriSema mit einem Wert zwischen 5 und 9 %, wohingegen bei dem Eli-Lilly-Produkt bis zu 12 % unter Erbrechen litten. Wegen solcher Nebenwirkungen haben bei CagriSema zwischen 4 und 6 % der Patienten die Studien abgebrochen, bei Mounjaro sind es 6 bis 8 %. Bei der Analyse sollten wir das ebenfalls gewichten. Es geht schließlich nicht um eine lebensnotwendige Krebstherapie, sondern um Gewichtsverlust.

Außerdem besitzt Novo Nordisk mit Amycretin einen neuen Hoffnungsträger, der ein Schnellstarter zu sein scheint. Zwar befindet sich das Produkt noch in der Testphase. Hier konnte aber ein Gewichtsverlust von 13 % in 12 Wochen gezeigt werden. Für Novo Nordisk ist das durchaus bedeutend: Denn es gibt verschiedene Ansatzpunkte, wie man auch heute noch sehr aktiv die Zukunft des Abnehmmarktes gestalten kann.

Novo Nordisk sollte Beständigkeit bei Dividende und Aktienrückkäufen liefern

Parallel zur Konzentration auf die Gegenwart und die Zukunft sollte Novo Nordisk zu guter Letzt noch die Investoren motiviert halten. Das funktioniert einerseits durch die hohe Dividende. Derzeit gibt es rund 3,7 % Dividendenrendite. Zusätzlich investiert das Management etwa 15 Mrd. Dänische Kronen in Aktienrückkäufe. Die günstige fundamentale Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,5 lädt regelrecht zu Rückkäufen ein.

Wenn das Management aber seine starken Produkte, seine Innovation und auch zukünftige Hoffnungsträger ideal positioniert, sollte ein Turnaround auch fundamental möglich sein. Kapitalrückführungen bilden derzeit das Trostpflaster, um die Investoren bei Laune zu halten, die bislang noch nicht verschreckt sind.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk.



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