Was du erwarten kannst, wenn du jetzt 2.000 Euro in die Straumann-Aktie investierst

Ein Zahnarzt untersucht einen Patienten
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Das Dentalunternehmen Straumann Holding AG (WKN: A3DHHH) hat die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorgelegt. Wenn man das Unternehmen verfolgt, so müssen wir feststellen, dass sich das Wachstum immer weiter verlangsamt. Betrug der Umsatzzuwachs im Q1 2025 währungsbereinigt noch 11 %, so waren es im Q2 10,2 und im Q3 8,3 %. In Q4 betrug die Zunahme noch 7,0 % auf 655 Mio. Franken. Im Geschäftsjahr 2025 konnte Straumann 2,6 Mrd. Franken einnehmen, was währungsbereinigt einem Wachstum von 8,9 % entspricht.

Welche Regionen tragen besonders zum Wachstum bei?

Die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) bleibt weiterhin die stärkste Region der Gruppe und konnte in Q4 organisch um 15,3 % auf 299,9 Mio. Franken wachsen. Deutschland und Österreich waren stark, ebenso Benelux und Spanien, aber auch Osteuropa und der Nahe Osten glänzten mit guten Werten. Das Wachstum wurde durch eine starke Nachfrage bei den Premium- und Challenger-Marken in der Implantologie sowie durch die zunehmende Nutzung digitaler Lösungen getragen. Auch die Kieferorthopädie trug positiv zum Wachstum bei, gestützt durch das anhaltende Momentum bei ClearCorrect.

In Lateinamerika brummte das Geschäft mit einem Wachstum von 20,0 % in Landeswährungen auf 60,8 Mio. Franken erneut, vor allem in Brasilien. Verantwortlich dafür waren das Implantatgeschäft – und hier insbesondere die Challenger-Marke Neodent – sowie die stärkere Nutzung digitaler Workflows.

Das Geschäft in Nordamerika zeigt weiterhin Verbesserungen und hat erstmals seit Q1 wieder einen Umsatzzuwachs gesehen, und zwar um organisch 6,8 % auf 170,3 Mio. Franken. Das digitale Geschäft wächst solide und die Nachfrage in der Implantologie ist weiterhin robust. In der Premium-Implantologie mit iEXCEL gewann die Straumann Group Marktanteile und unterstrich damit ihre Differenzierungsstärke in einem wettbewerbsintensiven Umfeld.

Die vierte Region Asien-Pazifik (APAC) bleibt zweigeteilt. Ohne China ist die Region dynamisch. Starke Impulse kamen aus Indien, Japan und Südostasien, gestützt durch Challenger-Implantmarken, digitale Workflows und Fortbildungsaktivitäten. In China selbst ging der Umsatz allerdings kräftig zurück. Grund dafür waren wie schon zuletzt eine vorsichtigere Patientennachfrage und Lagerbestandsreduktionen der Distributoren im Vorfeld der erwarteten Einführung von VBP 2.0 – der zweiten Phase der volumenbasierten öffentlichen Beschaffung, die Anfang 2026 umgesetzt werden soll. Insgesamt erzielte APAC in Q4 einen Umsatz von 123,9 Mio. Franken (organisch -12,8 %).

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Der Gewinn je Straumann-Aktie fällt deutlich

Ergebnistechnisch steht bei Straumann ein Rückgang beim ausgewiesenen EBIT von 8,7 % auf 549 Mio. Franken in den Büchern. Die Gruppe selbst rechnet lieber mit einem „Kern-EBIT“, das Dinge wie Produktionsrestrukturierungen, Rechtsfälle sowie Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Verlegung des Hauptsitzes nach Arlesheim (Schweiz) außer Betracht lässt. Dies soll die Vergleichbarkeit der einzelnen Geschäftsjahre verbessern. Das Kern-EBIT stieg ganz leicht auf 655,5 Mio. Franken, entsprechend einer Kern-EBIT-Marge von 26.5 % bei konstanten Wechselkursen 2024 beziehungsweise 25.2 % wie ausgewiesen inklusive Währungseinflüssen. Straumann profitierte dabei von Kosteneinsparungen.

Der ausgewiesene Jahresgewinn nach IFRS fiel um ein Viertel auf 358 Mio. Franken oder 2,24 Franken je Straumann-Aktie. Neben der Währungsentwicklung spielten hier Restrukturierungskosten sowie Abschreibungen eine Rolle.

Insgesamt können wir von einem ordentlichen Jahr 2025 sprechen, weil die Gründe für den Gewinnrückgang (hoffentlich) nur einmalig sind. Ins Jahr 2026 ist die Straumann Group nach eigener Aussage mit einem „starken Momentum“ gestartet. In einem von anhaltenden makroökonomischen und regulatorischen Unsicherheiten geprägten Markt erwartet das Management ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich sowie eine Verbesserung der Kern-EBIT-Marge um 30 bis 60 Basispunkte bei konstanten Wechselkursen 2025. Dabei soll die Margenentwicklung in der zweiten Jahreshälfte stärker sein.

Unser Fazit zur Straumann-Aktie

Gleichzeitig mit den Ergebnissen für 2025 steht bei dem Unternehmen ein Generationenwechsel an. Firmengründer Thomas Straumann, der 15,5 % aller Straumann-Aktien hält, wird sein Verwaltungsratsmandat im April niederlegen. Als sein Nachfolger soll sein Schwiegersohn Sébastien Schatzmann, selbst „erfolgreicher junger Unternehmer“, der „den Geist der nächsten Führungsgeneration mitbringt“, gewählt werden.

Auch wenn im vergangenen Jahr nicht alles geglänzt hat, hat das Unternehmen einen weiteren soliden Abschluss vorgelegt. Wir haben keinen Grund, an unserer Kaufempfehlung für die Straumann-Aktie etwas zu ändern.

Risiken und Chancen, die du vor einem Investment kennen musst

Das größte Risiko für die Straumann-Aktie sehen wir in der starken Regulierung der Endmärkte des Gesundheitswesens. Das sogenannte Volume Based Pricing (VBP) in China hat Straumann durch die senkende Wirkung auf die Verkaufspreise deutlich Umsatz gekostet. Nach der Umstellungsphase konnte Straumann, aufgrund der Umsetzungsstärke, aber auch wieder überdurchschnittlich stark davon profitieren.

Nächstes Risiko könnte sein, dass der chinesische Gesundheitsmarkt eine regionale Produktion vorschreibt. Wenn es bei der Voraussetzung einer chinesischen Produktion bliebe, könnte Straumann das einhalten. Wenn aber ausschließlich Unternehmen mit chinesischen Eigentümern akzeptiert werden, hätte Straumann ein Problem und würde das 2023 rund 260 Mio. Schweizer Franken starke Geschäft verlieren.

Auf der positiven Seite steht ein ordentliches organisches Wachstum. Straumann gewinnt in den wachsenden Märkten, auf denen man aktiv ist, zunehmende Marktanteile und kann so langfristig mit 10 % und mehr äußerst profitabel wachsen. Langfristig ist das Gewinnwachstum der wichtigste Treiber für Aktienkurse. Die Straumann-Aktie wird da keine Ausnahme sein.

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