Symptom: Dividende!

Diverse Euro- und Cent-Münzen in Nahaufnahme
Foto: Skitterphoto via Pexels

Die Dividende ist für viele Investoren eine wichtige Kennzahl. Sie dient als Einkommensquelle, als Anteil am Gewinn. Aber als fundamentale Kennzahl taugt sie eigentlich nur bedingt. Denn letztlich ist sie nicht mehr, als bloß eine Entscheidung des Managements. Sie wird zwar erwirtschaftet. Aber nicht als Kennzahl wie der Gewinn, der exakt die Ertragskraft eines Unternehmens misst.

Deshalb neigen viele Investoren dazu, der Dividende nicht die maximale Aufmerksamkeit zu schenken. Sie ist manipulierbar. Wobei das Wort sehr negativ klingt. Entscheidend ist einfach, dass du weißt: Du solltest ihr nicht die maximale Aufmerksamkeit widmen.

Stattdessen gehe ich mittlerweile zu einer anderen Perspektive über. Ich werte die Dividende als ein Symptom. Es ist zwar weich, kann aber vor allem bei einer längeren Betrachtung durchaus als hartes Kriterium dienen. Diese  Aussage benötigt selbstverständlich weiteren Kontext. Exakt den will ich dir nun liefern.

Die Dividende als Symptom für starke Geschäftsmodelle!

Wenn wir die Dividende als Symptom verwenden möchten, können wir verschiedene Perspektiven wählen. Die erste ist, die Konstanz zu betrachten. Zahlt ein Unternehmen zum Beispiel seit 20 oder 30 Jahren eine stabile Ausschüttung an die eigenen Investoren aus, so können wir eines behaupten: Das ist ein Indikator für ein stabiles und defensives Geschäftsmodell, das trotz vorhandener Krisen eine Dividende ermöglicht hat.

Natürlich ersetzt die Dividende hier nicht allein eine umfangreiche und unternehmensorientierte Analyse. Aber sie ist eben auch nicht mehr als ein Symptom. Viele reife Lebensmittel-, Getränke- und Konsumgüterhersteller, Versorger oder REITs zahlen zum Beispiel sehr stabil aus. Ihre Geschäftsmodelle mögen nicht das stärkste Wachstum ermöglichen. Mit beständigen 4 oder 5 % Dividende können wir dennoch eine gute Rendite erreichen.

Die stabile und konstante Dividende zeigt uns daher, dass ein Unternehmen zu regelmäßigen Gewinnen in der Lage ist. Das sehen wir zum Beispiel bei Konzernen wie General Mills, der nicht nur seit 120 Jahren eine Ausschüttung leistet, sondern sie auch seit über 40 Jahren stets konstant auf dem Vorjahresniveau hielt. Langweilig, aber beständig ist hier die Maxime, und mit der Ausschüttung erhalten wir einen ersten Indikator.


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Steigen die Ausschüttungen, steigen auch die Kurse

Die Dividende kann aber auch mehr als bloß beständige und defensive Geschäftsmodelle aufzeigen. Sie ist auch ein Indikator für mögliche Aktienkursperformances. Wächst die Ausschüttungssumme je Aktie regelmäßig, so steigt in der Regel auch der Aktienkurs. Das muss nicht zwangsläufig immer im Gleichschritt erfolgen. So gibt es schließlich manchmal Bewertungsunterschiede. Aber gerade langfristig orientiert lässt sich eine gute Korrelation erkennen.

Das wiederum macht auch Sinn: Denn gerade bei Konzernen und deren Aktien, bei denen der Gewinn je Aktie im Gleichschritt mit der Dividende wächst, vergünstigt sich konsequent die Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird preiswerter. Investoren sind bereit, mehr je Aktie zu bezahlen. Auch hier dient die Ausschüttung je Aktie dann als ein Symptom für das Gewinnwachstum.

Sehen wir uns das anhand eines Beispiels an: Bei American Tower lag die Dividende je Aktie im Jahre 2015 bei 0,49 US-Dollar. Heute sind es hingegen 1,70 US-Dollar im Vierteljahr. Das bedeutet, dass die Ausschüttungssumme je Aktie um 246 % gestiegen ist. Die Aktie von American Tower hat in US-Dollar hingegen um rund 100 % zugelegt. Wie gesagt: Es gibt keine exakte Korrelation, zumal die Bewertung damals mit einer Dividendenrendite von etwa 2 % noch bedeutend niedriger war. Aber ein Zusammenhang zwischen steigenden Kursen, steigenden Gewinnen und Dividenden lässt sich durchaus erkennen. Die Dividende dient hier als Symptom, als vorsichtiger Indikator. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Dividende als Symptom für Konzerne in der Krise

Zu guter Letzt ist die Dividende aber auch ein Symptom für eine Aktie und ein Unternehmen, die in der Krise stecken. Insbesondere, wenn es zu hohe Dividendenrenditen jenseits der Marke von 5 % gibt, sollten wir uns eines fragen: Was ist der Preis, den wir bezahlen? Wo liegen die Probleme?

Sie können vielfältiger Natur sein. Beispielsweise, dass das Unternehmen stärkere Wettbewerber hat. Oder kaum noch wächst. Möglich erscheint sogar, dass es ein Management mit der eigenen Dividendenpolitik maßlos übertreibt und mehr ausschüttet, als es als Gewinn oder freien Cashflow verdient. In diesem Fall bietet es sich an, einen genaueren Blick zu investieren. Manchmal sind die Probleme lediglich temporärer Natur. Manchmal deuten sie aber auch auf existenzielle Probleme hin.

Unterm Strich sehen wir daher, dass die Dividende uns viel erzählen kann. Vor allem, wenn wir die Historie längerfristig betrachten. Das sollte aber erst der Startpunkt der eigenen Analyse sein. Denn auch wenn die Analyse der Vergangenheit spannende Aspekte offenbaren kann, dürfen wir eines nie vergessen: Wir wollen von der Dividende und möglichen Wertsteigerungen in der Zukunft profitieren.

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Vincent besitzt Aktien von American Tower und General Mills. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von American Tower.



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