5,7 % Dividendenrendite – ist die Aktie von Volkswagen jetzt ein Kauf?

Der elektrische VW-Bully ID.Buzz von Volkswagen fährt auf der Straße
Foto: Volkswagen AG

Gewinneinbruch, Stellenstreichungen und trotzdem Millionen-Boni für den Vorstand – in dieser Woche dominierten bei Volkswagen (WKN: 766403) die negativen Schlagzeilen. Und tatsächlich tun die US-Zölle und der Strategieschwenk bei Porsche zurück zum Verbrenner dem Unternehmen richtig weh.

Unter der Motorhaube jedoch gibt es einige interessante Möglichkeiten. Dazu gehört auch die Dividende. Der Hauptversammlung wird eine Zahlung von 5,26 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, bei einem Kurs der Vorzugsaktie von 91,72 Euro errechnet sich allerdings eine Dividendenrendite von 5,7 %.

Ist das für die Volkswagen-Aktie also eine gute Kaufgelegenheit? Dazu möchte ich gerne tiefer in das Unternehmen und den Abschluss 2025 einsteigen.

Mehr Autos, aber weniger Gewinn

2025 konnte VW mit rund 9 Mio. Fahrzeugen den Absatz stabil halten. Während sich Europa (+5 %) und Südamerika (+10 %) sehr gut entwickelten, schwächelten wenig überraschend die Märkte in Nordamerika (-12 %) und China (-6 %). Der Umsatz ging mit 321,9 Mrd. Euro ganz leicht zurück.

Im vergangenen Jahr litt VW vor allem unter zwei Problemen. Da sind zum einen die US-Zölle, die das Geschäft in den USA verhagelten, denn aufgrund des harten Wettbewerbs kann VW diese zusätzlichen Abgaben nicht einfach an die Käufer weitergeben. Zum anderen verursachte der Strategiewechsel bei Porsche, länger als geplant Verbrenner- und Hybridmodelle zu bauen, Milliardenkosten.

Das führte dazu, dass der operative Gewinn um 53 % auf 8,9 Mrd. Euro einbrach. Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 6,9 Mrd. Euro oder 13,35 Euro je Vorzugsaktie übrig. Das ist ein Rückgang um rund 38 % und erklärt auch die Kürzung der Dividende.


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Wie geht es mit Volkswagen weiter?

Soweit zu den Zahlen. An der Börse wird ja aber bekanntlich die Zukunft gehandelt, daher sollten wir lieber nach vorne schauen.

Der Ausblick für 2026 sieht nicht besonders ambitioniert aus – VW spricht selbst von „herausfordernden Rahmenbedingungen“. Der Marktanteil in China sinkt, die erratische Zollpolitik von US-Präsident Trump macht eine Planung schwierig, das konjunkturelle Umfeld bietet auch wenig Unterstützung. Zwar ist VW inzwischen bei Elektroautos durchaus erfolgreich (+55 % in 2025 sowie 22 % Anteil am Auftragsbestand), zugleich bieten sie jedoch eine geringere Marge.

Diese Mischung lässt VW eine Umsatzsteigerung im Bereich von 0 bis 3 % planen. Die operative Umsatzrendite wird zwischen 4,0 und 5,5 % liegen – 2025 waren es, bereinigt um die Porsche-Aufwendungen, 4,6 %. Das lässt insgesamt ein etwas höheres Nettoergebnis erwarten, das im Bereich von 17 Euro je Vorzugsaktie betragen könnte.

Ist die Volkswagen-Aktie ein Kauf?

Nach den Ergebnissen ist die VW-Aktie leicht gestiegen, insgesamt steht im laufenden Jahr jedoch ein Kursverlust von rund 11 % in den Büchern. Viele der schlechten Nachrichten sind also schon eingepreist.

Wenn wir also heute auf die Aktie schauen, so erhalten wir eine Dividendenrendite von 5,7 %. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 von geschätzten 5 ist die Aktie wirklich preiswert. Immerhin reden wir hier von einem profitablen Weltkonzern und nicht von einem Nebenwert kurz vor der Insolvenz.

Wer die Aktie heute kauft, muss im Hinterkopf behalten, dass die Automobilbranche sehr wettbewerbsintensiv und dazu zyklisch ist. Weitere Kürzungen der Dividende sind durchaus möglich, sodass diese hohe Rendite nicht in die Zukunft fortgeschrieben werden kann. Die niedrige Bewertung könnte also durchaus gerechtfertigt sein.

Andererseits ist Mobilität ein Grundbedürfnis der Menschen und VW als Massenproduzent ein wichtiger Player in dieser Branche. Der Kauf der Aktie zum heutigen Kurs kann sich durchaus lohnen; immerhin gibt es im Juni dann die Dividende von 5,26 Euro. Mit Geduld, einem langfristigen Anlagehorizont und guten Nerven zum Aussitzen der unvermeidlichen Schwankungen kann hier durchaus ein Schnäppchen winken.

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Peter Roegner besitzt keine der im Text genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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