Coca-Cola & die Dividende: Wie aus 7 % nur noch 4,5 % wurden!

Zwei Getränkedosen von Coca-Cola und zwei Limonadengläser auf einem Tisch
Foto: Pixabay via Pexels

Coca-Cola (WKN: 850663) und die Dividende sind ein spannendes, aber zugleich ein heikles Thema. Die einen Investoren halten den US-amerikanischen Getränkekonzern derzeit für leicht zu teuer. So auch ich, beispielsweise, der trotz der Qualität, des moderaten Wachstums und des cleveren Geschäftsmodells mit 2,7 % eher ungern zugreift.

Selbst in unserem Analysten-Team der Aktienwelt360 halten andere die Coca-Cola-Aktie aber nach wie vor für ein Must-Buy. Bewerten die Aktie sogar als hypothetisch einziges Investment, wenn man sich entscheiden müsste. Wie gesagt: Ich kann auch das als Aktionär verstehen. Allerdings halte ich die Bewertung nach wie vor für leicht zu teuer.

Lass uns das heute noch anhand eines weiteren Beispiels konkretisieren. Es geht um die Dividende von Coca-Cola und eine Wachstumsrate, die von 7 auf 4,5 % gesunken ist. Es zeigt meiner Meinung nach eines: einen reifen Konzern, der einfach kein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27 verdient hat.

Coca-Cola: Das Wachstum der Dividende sank von 7 % auf 4,5 %

Natürlich ist Coca-Cola allein mit Blick auf die Historie einer der stärksten Zahler, die die Börsenwelt hervorgebracht hat. Wir sprechen von über 60 Jahren mit einem beständigen Wachstum. Trotzdem ist das Dividendenwachstum in der Vergangenheit bedeutend langsamer geworden.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass in den letzten 20 Jahren noch ein durchschnittliches Dividendenwachstum von 7 % pro Jahr im Querschnitt in den Büchern steht. In den letzten 10 Jahren hat sich der Wert auf 4,4 % verlangsamt. Wenn wir hingegen die vergangenen 5 Jahre betrachten, erhalten wir mit 4,5 % immerhin eine leichte Trendumkehr. Wobei es besonders die letzten zwei, drei Jahre mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von 4,8 bis 5 % gewesen sind, die ein stärkeres Zünglein an der Waage in einer kurzen Periode waren.

Coca-Cola hatte aber auch Jahre, in denen die Dividende je Aktie um lediglich 2 % oder einen US-Cent je Aktie und Vierteljahr wuchs. Das war vergleichsweise wenig. Es zeigt eben eine gewisse Reife. Zwar plant das Management jetzt ein Ergebniswachstum von bereinigt 6 bis 7 % im Geschäftsjahr 2026. Allerdings hat es in den letzten Jahren auch bedeutend moderatere Wachstumsjahre gegeben. Ich würde damit rechnen, dass der Durchschnittswert beim Gewinnwachstum auch in Zukunft irgendwo zwischen 3 und 5 %  liegt.

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Warum der US-Konzern jetzt langsamer wächst

Es ist jedenfalls ein spannendes Symptom, dass Coca-Cola beim Dividendenwachstum mittlerweile deutlich langsamer ist. Und auch das sollten wir näher quantifizieren. In den letzten 20 Jahren hat sich bei dem US-Getränkekonzern aus Atlanta viel verändert. Angefangen mit der Umstellung von eigener Abfüllung auf Lizenzen an Drittabfüller und dem Verkauf von hochmargigen Sirups. Dadurch wird das Geschäft zwar defensiver und planbarer. Aber auch weniger dynamisch. Der Umsatz sank zwischen 2012 und 2018 sogar von 48 auf 34 Mrd. US-Dollar. Zwar mit einer höheren Gewinnmarge. Aber im Endeffekt sehen wir, dass die Planbarkeit ihren Tribut einfordert. Das wird auch in Zukunft weiter gelten.

Außerdem hat Coca-Cola in den letzten 20 Jahren viele Märkte ausgereizt. Im Heimatmarkt der USA und der zweitwichtigsten Region Europa ist der Markt mittlerweile weitgehend ausgeschöpft. Hier gibt es nur leichtes Mengenwachstum in Kombination mit Pricing-Power. Das ist das Rezept für ein moderates Wachstum. Zudem hat Coca-Cola in Indien, Lateinamerika und in Teilen Afrikas durch eine leicht aufstrebende Mittelschicht ein gutes Mengenwachstum erzielt. Auch dieser Effekt wird zunehmend geringer.

In Summe sehe ich daher vor allem ein Rezept für die Coca-Cola-Aktie: Pricing-Power über die Jahre. Das wird das Wachstum beim Gewinn und die Dividende limitieren. 4 bis 5 % mehr Dividende pro Jahr scheinen realistisch. Für bedeutend mehr würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

Coca-Cola & die Dividende: Im Moment ein wenig zu teuer

Meiner Meinung nach gibt es daher strukturelle Gründe, warum Coca-Cola ein langsameres Wachstum bei der Dividende gibt. Das Geschäft hat sich verändert. Viele Märkte sind ausgereizt. Mit 2,7 % Dividendenrendite, einem KGV von 27 und 4 % Wachstum sehe ich nicht unbedingt das Rezept für eine marktschlagende Rendite. In zehn Jahren würden wir lediglich auf 4 % Dividende kommen. Das KGV läge immer noch bei rund 18. Bewertungsmultiplikatoren, die mir zu teuer erschienen. Mit 3,2 % Dividendenrendite und einem KGV von 22,8 (rechnerisch abgeleitet an der Dividendenrendite) würden wir hingegen in 10 Jahren auf 4,74 % Ausschüttungsrendite und ein KGV von 15,4 kommen. Diese Aussicht würde mir deutlich besser gefallen.

Bis dahin müsste die Coca-Cola-Aktie aber deutlich an Wert einbüßen. Trotzdem zeigt die Vergangenheit, dass es immer mal wieder Phasen mit günstigeren Bewertungen gibt. Deshalb warte ich geduldig und lege mich auf die Lauer. Und stelle bei einer günstigen Bewertung das Fundament für eine marktschlagende Rendite bei dem defensiven Dividendenkönig.

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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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