Plus 528 % in 15 Jahren: Warum die Ferguson-Aktie ihre Investoren ganz langweilig reich macht

Ein hoher Stapel Geldmünzen vor einer tickenden Uhr repräsentiert Sparen und Sparsamkeit
Foto: PublicDomainPictures via Pixabay

Ferguson (WKN: A2PG87) ist ein großer US-amerikanischer Händler von Sanitärprodukten. In der Regel sind Wartungsarbeiten im Bad oder an der Heizung nicht zyklisch, aber der Neubau ist gehemmt. Nichtsdestotrotz steht die Ferguson-Aktie gut da, konnte in den letzten fünf Jahren immerhin ein Plus von 62 % markieren und zahlt Investoren zusätzlich eine Dividende mit einer Rendite von aktuell 1,6 %.

Die Ferguson-Aktie in der Fundamentalanalyse

Das Unternehmen verzeichnete einen soliden Start ins Jahr mit einem Umsatzplus von 3,6 % auf 7,5 Mrd. US-Dollar. Das organische Wachstum lag bei 2,8 %. Regional betrachtet bleiben die USA mit einem Zuwachs von 3,5 % der operative Haupttreiber, während Kanada um 5,5 % wuchs (primär durch Akquisitionen).

Der wesentliche Treiber war der Bereich Gewerbebau mit einem Plus von 8 %, insbesondere durch industrielle Großprojekte wie Rechenzentren und Halbleiterfabriken. Der Wohnungsbaumarkt (-1 %) war die größte Bremse, da er unter hohen Zinsen und einer geringeren Renovierungstätigkeit (RMI) litt. Zudem gab es einen leichten deflationären Druck bei Rohstoffen wie PVC-Rohren.

Hervorzuheben ist die Performance im Bereich Commercial Mechanical, der um beachtliche 18 % zulegte. Sanitärinstallationen im Wohnbereich sanken hingegen um 2 %. Auch der operative Gewinn stieg in den USA um 7,4 %. Die bereinigte operative Marge (EBIT-Marge) verbesserte sich insgesamt um 40 Basispunkte auf 8,7 %. Der bereinigte Gewinn pro Ferguson-Aktie stieg um 9,1 % auf 2,28 US-Dollar. Der berichtete Gewinn sprang sogar um 23 % auf 2,13 US-Dollar. Im Vorjahr war er noch durch Restrukturierungskosten in Höhe von 0,26 US-Dollar belastet.

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Die Stärken und Risiken der Ferguson-Aktie

Der zentrale Wettbewerbsvorteil von Ferguson liegt in seiner skalierten lokalen Präsenz. Durch die Kombination aus nationaler Logistikmacht und lokaler Expertise ist das Unternehmen in der Lage, komplexe Lieferketten für Großprojekte zu managen, mit denen kleinere Wettbewerber überfordert wären. Zudem schafft der Fokus auf den Fachhandwerker hohe Kundenloyalität. Ein weiterer Vorteil ist der wachsende Anteil an Eigenmarken (über 10 % des Umsatzes), der die Margen stützt.

Ein wesentliches Risiko bleibt die Abhängigkeit vom US-Zinsniveau, da dieses den Wohnbau direkt beeinflusst. Zudem bergen volatile Rohstoffpreise (Kupfer, Kunststoff) Margenrisiken. Geopolitische Spannungen könnten außerdem die Lieferketten für spezialisierte Industriekomponenten stören.

Cashflow, Bilanz und Prognose

Der Free Cashflow pro Ferguson-Aktie blieb mit einem Gesamtwert von 688 Mio. US-Dollar (ca. 3,53 US-Dollar pro Aktie) stabil. Das Kapital fließt hauptsächlich in organisches Wachstum: 92 Mio. US-Dollar wurden in den Bereichen Technologie und Logistik investiert. Hinzu kamen sechs Akquisitionen (inkl. der Zukäufe im Bereich Heizung, Lüftung, Klimatechnik wie Carrier Great Lakes), die einen Zusatzumsatz von ca. 350 Mio. US-Dollar generieren. Die Verschuldung bleibt mit 1,0x Net Debt/EBITDA sehr konservativ. Neben einer Dividende von 0,89 US-Dollar wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm über 2,0 Mrd. US-Dollar aufgelegt.

Das Unternehmen positioniert sich entlang struktureller Trends: Die Sanierung veralteter Wasserinfrastruktur, der Trend zu energieeffizienten HLK-Lösungen und der massive Wohnraummangel in den USA bieten über Jahre hinweg Rückenwind. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Ferguson eine Umsatzwachstumsprognose im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich sowie eine bereinigte operative Marge zwischen 9,4 % und 9,8 %. Langfristig will das Unternehmen durch die Konzentration auf profitable Nischen und die digitale Transformation des Handwerksmarktes weiter überproportional wachsen.

Unser Fazit zur Ferguson-Aktie

Ferguson ist ein Qualitätsunternehmen und hat eine höhere Bewertung verdient. Ein KGV der Ferguson-Aktie von 25 ist aus unserer Sicht noch als fair einzustufen.

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