Münchener Rück: In 2000 bei 371 Euro – heute 456 Euro – das hat sich geändert!

Ein Mann mit Adidas-Kappe blickt im Sonnenuntergang durch ein Fernglas in die Ferne
Foto: Francis Seura via Pexels

Die Aktie der Münchener Rück (WKN: 843002) erreichte im Jahre 2000 ein Hoch, das sie lange Zeit nicht mehr sehen sollte. Sie stieg im Zuge der Dotcom-Blase bis auf 371 Euro. Erst Ende des Jahres 2023 konnten die Anteilsscheine ihr bestehendes Rekordhoch knacken. Dazwischen liegen 23 Jahre, in denen nur die Dividende noch eine Rendite eingebracht hätte.

Heute liegt die Aktie der Münchener Rück bei einem Aktienkurs von 456 Euro. Einige Investoren rümpfen dabei die Nase, denn sie stieg bis Ende April bis auf 564 Euro. Allerdings liegt der momentane Aktienkurs noch immer über dem 2000er-Allzeithoch. Zudem konnte die Aktie in den letzten vier Jahren um mehr als 100 % zulegen. Wir sprechen daher von einer Erfolgsgeschichte. Eben nicht mehr nur mit Blick auf die Dividende.

Überprüfen wir die Aktie der Münchener Rück heute aber einmal auf Herz und Nieren. Damals war ein Investment eher mau. Ist das heute auch der Fall? Das hat sich jedenfalls geändert.

Die Aktie der Münchener Rück: Damals und heute!

Auch wenn der Aktienkurs heute und damals nicht mehr so weit auseinanderliegt: Die Aktie der Münchener Rück ist quasi eine vollkommen andere. Im Jahre 2000 war die Euphorie sehr hoch. Im Geschäftsjahr 2000 stellte das Management zwar einen deutlich höheren Gewinn je Aktie in Aussicht. Den der DAX-Rückversicherungskonzern mit 9,89 Euro je Aktie auch erreichte. Selbst mit diesem Wert und einem Wachstum um 54 % im Jahresvergleich lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) damals aber noch bei über 37. Eine günstige Bewertung? Tendenziell eher nicht. Auch mit einer Dividende von 0,95 Euro je Aktie, respektive 1,25 Euro im Jahr danach, erhielten wir eine geringe Dividendenrendite von unter 0,4 %.

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Die hohe Bewertung der Münchener Rück war vor allem deshalb problematisch, weil sie im Wesentlichen auf zwei Sondereffekten basierte. Der DAX-Rückversicherer durfte in dem besagten Jahr erstmals die sogenannten Spezialfonds nach IAS konsolidieren. Das brachte dem DAX-Konzern 180 Mio. Euro mehr Gewinn ein. Zudem senkte der Staat die Körperschaftssteuer, was einen zusätzlichen Schub von 320 Mio. Euro brachte. Eine halbe Milliarde des Nettoergebnisses von 1,75 Mrd. Euro waren also kein organisches Wachstum. Besonders vor diesem Hintergrund erscheint die Bewertung sehr ambitioniert.

Und heute? Die Aktie der Münchener Rück wies im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn je Aktie von 47,15 Euro aus. Das entspricht einem KGV von nicht einmal 10. Die Dividendenrendite ist mit über 5 % ebenfalls attraktiver. Wir sehen: Zwischen den Jahren 2000 und 2025 liegen Welten. Vor allem hinsichtlich der fundamentalen Bewertung und des realen Gewinnwachstums.

Und jetzt?!

Natürlich würde ich heute gerne in die Zukunft springen und schauen, wo die Münchener Rück im Jahre 2051 steht. Tja, kann ich leider nicht. Aber wir können bewerten, ob die Aussichten heute besser sind als damals. Immerhin korrigiert die Aktie auch aktuell. Trotz der geringen Bewertung könnte ja etwas im Busch sein.

Ist es womöglich auch. Denn der Markt der Rückversicherungen könnte vor einer weicheren Phase stehen. Das Prämienvolumen der Münchener Rück sinkt bereits. Vor allem aber, da das Management nicht jedes Risiko zu jedem Preis versichern will. Gleichzeitig soll der Gewinn jedoch im Jahre 2026 von 6,0 Mrd. Euro auf 6,3 Mrd. Euro klettern. Für den Gewinn je Aktie sieht das Management, auch dank der laufenden Aktienrückkäufe mit einem Volumen von derzeit 2,25 Mrd. Euro, ein Wachstum von 8 % pro Jahr vor. Bis zum Jahre 2030 soll dieses Wachstum andauern.

Natürlich ist es auch denkbar, dass die Münchener Rück in einzelnen Jahren die Ziele nicht erreicht. Unwetter und Katastrophen lassen sich im Einzelfall schlecht planen. Dieses Risiko besteht letztlich immer. Aber in Summe würde ich sagen: Die Münchener Rück verfügt aktuell über ein deutlich attraktiveres Setup, als noch im Jahre 2000. Sowie eine gute Chance, auch heute noch attraktive Renditen zu erzielen. Nicht nur Dividendenrenditen, wie in den Jahren 2000 bis 2023.

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Vincent besitzt Aktien der Münchener Rück. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Münchener Rück.



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