Berkshire Hathaway: Warum die Aktie 10 % Rendite pro Jahr schaffen kann!

Warren Buffett auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway
Foto: Peter Roegner

10 % Rendite pro Jahr von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)? Das klingt eigentlich sehr wenig. Historisch gesehen wäre es eine leicht marktschlagende Rendite, wenn wir den S&P 500 als Vergleichswert sehen. Das US-amerikanische Konglomerat, das Warren Buffett aufgebaut und nun an Greg Abel als neuem CEO übergeben hat, kam in der Vergangenheit auf 20 % pro Jahr. Über viele Jahrzehnte.

Warum also nur noch 10 % pro Jahr? Das ist exakt die Frage. Ich halte das weiterhin für einen cleveren Weg, um sein eigenes Vermögen weiter auszubauen. Es könnte auch noch Raum für Überraschungen geben. Blicken wir heute daher auf die Berechnung, wie die 10 % pro Jahr möglich sein können. Ein großes Hexenwerk ist dafür jedenfalls nicht nötig.

Berkshire Hathaway: Die Mathematik zu einfachen 10 % Rendite pro Jahr!

Bei der Aktie von Berkshire Hathaway gibt es meiner Meinung nach verschiedene Rendite-Ebenen, die wir näher betrachten sollten. Die erste ist die der „einfachen“ Möglichkeiten, die das US-Konglomerat inzwischen abgreift. Mit seinen 397 Mrd. US-Dollar investiert auch der neue CEO rollierend in US-amerikanische Staatsanleihen mit einer kurzfristigen Laufzeit. Dafür bekommt er eine Rendite von etwa 4 % pro Jahr. Das bedeutet, dass wir hier die unterste Messlatte sehen. Natürlich ist das kein Investment im Stile von Warren Buffett. Wobei auch der frühere CEO die Möglichkeiten kurzfristiger US-Staatsanleihen schätzte. Die 4 % bilden aber lediglich ein Basis-Setting.

Die zweite Ebene sind Kapitalrückführungen. Berkshire Hathaway kann seine enormen Mittel nutzen, um in Aktienrückkäufe zu investieren. Eine Dividende schließt auch Abel für den Moment kategorisch aus. Wenn das Management etwa 1,5 % pro Jahr in Rückkäufe investieren sollte, wären wir bei einer rechnerischen Gesamtrendite von 5 bis 5,5 % pro Jahr. Ein wenig Ungenauigkeit erhalten wir, da Anleiherenditen nicht immer gleichbleibend sind. Auch Aktienrückkäufe variieren von Zeit zu Zeit.

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Bleibt noch das letzte Quäntchen: Die fehlenden 4,5 bis 5 % Rendite pro Jahr wird Berkshire Hathaway auf anderen Wegen erreichen müssen. Da hilft das Portfolio von übernommenen Unternehmen und börsennotierten Beteiligungen. Aktien wie Coca-Cola, American Express oder auch Apple dürften es tendenziell eher auf mindestens 10 % pro Jahr schaffen. Wir haben hier schließlich eine qualitative Auswahl, die Investoren wie Greg Abel und Warren Buffett handverlesen haben. Wir müssen hier berücksichtigen, dass diese Portfolios aber nicht voll zur Wertschöpfung beitragen. Rund 263 Mrd. US-Dollar stecken in börsennotierten Beteiligungen. Weitere 500 bis 570 Mrd. US-Dollar sollen laut Analysten in verbundene Unternehmen enthalten sein. Das bedeutet, dass diese mindestens 763 Mrd. US-Dollar mit einer Rendite von wenigstens 10 % pro Jahr sehr wesentlich zur Gesamtrendite beitragen dürften. Aktienrückkäufe, Staatsanleihen und die Unternehmen zusammen sollten daher 10 % pro Jahr schaffen.

Eine faire Bewertung ist wichtig

Damit die Wertsteigerung sich voll im Aktienkurs widerspiegelt, sollte die Börsenbewertung zumindest günstig bis fair sein. Warren Buffett definierte ein Kurs-Buchwert-Verhältnis bis 1,5 als fair. Smarte Investoren achten ebenfalls darauf, dass sie solche Bewertungen als Ausgangslage verwenden. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei etwa 1.090 Mrd. US-Dollar. Demgegenüber stehen Nettovermögenswerte von 727 Mrd. US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Verhältnis von Nettovermögenswerten zur Marktkapitalisierung von 1,49. Bei einem Aktienkurs von 442 Euro haben wir daher eine tendenziell sehr faire Bewertung.

Das zeigt mir: Berkshire Hathaway kann aktuell eine Rendite von 10 % pro Jahr ermöglichen. Damit es eher Richtung 12 % oder mehr geht, sollte die vorhandene Liquidität in Aktien oder Unternehmen investiert werden. Erreicht Greg Abel hier einen Return on Investment von über 15 % pro Jahr, würde sich der eher geringere Renditebeitrag der Anleihen reduzieren. Höhere Gesamtrenditen wären möglich. Aktienrückkäufe würden auch dann lediglich als Katalysator wirken. So wie auch jetzt.

Aber selbst bei den aktuellen Investitionen und der Vermögensaufteilung halte ich 10 % pro Jahr für möglich. Nicht die rekordverdächtigsten Aussichten. Aber gewiss auch nicht die schlechteste Perspektive, wenn man jetzt auf der Suche nach einer lukrativen und langfristigen Buy-and-hold-Aktie ist.

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Vincent besitzt Aktien von American Express, Berkshire Hathaway und Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von American Express, Apple und Berkshire Hathaway.



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