Die Nike-Aktie ist nun so günstig wie zuletzt 2014 – ist das endlich der Boden?

Wir setzen bei Nike (WKN: 866993), dem weltweit größten Sportartikelhersteller, weiterhin auf eine Fortsetzung der jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte. Im nun abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 (endete Ende Mai) ließen große Erfolge jedoch weiterhin auf sich warten. Im Gesamtjahr stagnierte der Umsatz, währungsbereinigt sank er um 2 %. Im vierten Quartal ging der Umsatz um 1 % (währungsbereinigt: -4 %) zurück – leicht über den (niedrigen) Erwartungen, der Abwärtstrend bleibt beim Umsatz aber bestehen. Kein Wunder, dass diese uninspirierten Zahlen der Nike-Aktie nicht auf die Sprünge halfen.
Warum ist der Gewinnsprung kein Katalysator für die Nike-Aktie?
Beim Ergebnis sieht es auf den ersten Blick deutlich besser aus: Die Rohertragsmarge sprang um 890 Basispunkte auf 49,2 %, der Gewinn je Aktie stieg um 407 % auf 0,72 US-Dollar. Dies liegt jedoch an einem Sondereffekt: Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die unter dem „IEEPA“-Gesetz erhobenen Sonderzölle für unrechtmäßig erklärte, erhielt Nike eine einmalige Rückerstattung von knapp 1 Mrd. US-Dollar.
Blendet man diese aus, lag die Rohertragsmarge bei 40,2 % (-10 Basispunkte) und der Gewinn je Nike-Aktie bei 0,20 US-Dollar gegenüber 0,14 US-Dollar im Vorjahr – eine leichte, aber keine durchschlagende Verbesserung im Vergleich zum schwachen Vorjahr. Im Gesamtjahr fiel der Gewinn je Aktie trotz Sondereffekt um 3 % auf 2,10 US-Dollar.
Weitere Details zu den Zahlen
Die Entwicklung in den einzelnen Regionen war im abgelaufenen Quartal ähnlich wie in den vorherigen Quartalen. Nordamerika wuchs erneut am stärksten (+3 % währungsbereinigtes Umsatzwachstum), getragen vom Großhandelsgeschäft, dem Nike nun wieder eine höhere Bedeutung beimisst. Deutlich schwächer liefen Europa (-6 %) und vor allem Großchina (-17 %), auch bei Converse brach der währungsbereinigte Umsatz um 32 % ein.
Die margenstarken Kernmarken Nike Sportswear und Jordan entwickeln sich nach Unternehmensangaben „weiterhin negativ“, eine Besserung wird erst für die zweite Hälfte des neuen Geschäftsjahres erwartet. Positiv entwickelte sich dagegen das Laufsport- und Trainingsgeschäft mit mittlerem einstelligen Wachstum im Gesamtjahr.
Was Investoren von der Nike-Aktie erwarten können
Der Ausblick fiel insgesamt vorsichtig aus: Für das nun laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres erwartet Nike einen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich, im zweiten Quartal soll sich dieser wegen Sondereffekten noch beschleunigen. Immerhin soll die Rohertragsmarge bereits im ersten Quartal wieder leicht steigen. Eine Prognose für das Gesamtjahr gab der scheidende CEO Matt Friend (wird Mitte August durch den bisherigen CFO von Pfizer David Denton ersetzt) nicht ab.
Insgesamt kamen diese Zahlen nicht gut an der Börse an. Die Nike-Aktie notiert nahe einem Zehnjahrestief und hat allein seit Jahresbeginn rund 35 % verloren. Das KGV von 26 (bezogen auf den bereinigten Gewinn aus 25/26) sieht dennoch nicht besonders günstig aus. Denn die harten Finanzkennzahlen zeigen seit Jahren nach unten und auch im nun gestarteten neuen Geschäftsjahr dürfte der Turnaround bei Umsatz und Gewinn auf sich warten lassen.
CEO Elliott Hill verweist unterdessen auf Fortschritte beim „Win Now“-Programm sowie die neue, sportartenzentrierte Organisationsstruktur „Sport Offense“. Konkretere Aussagen zur mittelfristigen Strategie sollen beim Investorentag im November folgen. Wir warten noch geduldig auf neue strategische Impulse und Mittelfristziele. Grundsätzlich trauen wir der Nike-Aktie zu, langfristig vom Einzug sportlicher Mode in den Alltag, der zunehmenden weltweiten Mittelschicht und seiner präsenten Marke zu profitieren.
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