Warum ich die Aktie von Alphabet 4 Mal im Depot habe

Vor kurzem hat die Aktie von Alphabet (WKN: A14Y6H) in meinem Depot ein Jubiläum gefeiert: Seit zehn Jahren bin ich bereits in diese Wachstumsaktie investiert. Ehe der Kurs wieder nachgab, war sie in diesem Frühjahr für mich sogar ein Ten-Bagger, also eine Aktie, die sich verzehnfacht hat.
Dieser Kursverlauf hat neben einigen anderen Dingen dazu geführt, dass Alphabet heute mit einem Anteil von rund 22,5 % die mit Abstand größte Position in meinem Depot ist.
Nicht jeder Anleger fühlt sich mit einer solchen Gewichtung wohl. Bei vielen anderen Aktien hätte ich ebenfalls Bauchschmerzen, aber bei Alphabet bin ich sehr zuversichtlich. Google ist bei der Suche ein Quasi-Monopolist, Gemini hat sich gemausert und auch YouTube und Waymo sind erfolgreich. Und natürlich bietet die Künstliche Intelligenz – trotz der derzeit notwendigen hohen Investitionen – unendliche Möglichkeiten.
Diversifikation im Depot
Trotz ihrer Übergewichtung halte ich an dieser Position fest. Wichtig ist dabei eine gute Diversifikation, also der Kauf verschiedener Assets, die sich im Idealfall unabhängig voneinander entwickeln.
Dieses Konzept hat jedoch auch seine Tücken, die ich dir anhand der Alphabet-Aktie aufzeigen möchte. Dass sich Amazon oder Meta, die ebenfalls viele Milliarden US-Dollar in KI investieren, in diesem Fall nicht zur Diversifikation eignen, liegt auf der Hand.
Wie sieht es aber mit Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) aus, der Investmentholding, die Warren Buffett aufgebaut hat und die ich ebenfalls seit Jahren in meinem Depot habe? Bis Ende 2025 wäre das wegen der breit gestreuten Anlagen in klassische Branchen eine gute Absicherung gewesen, im Fachjargon auch „Hedge“ genannt, aber dann beschloss der neue CEO Greg Abel, 10 Mrd. US-Dollar in Alphabet zu investieren. Diese Entscheidung finde ich grundsätzlich natürlich gut, jedoch bedeutet das, dass zukünftig jedes Investment in Berkshire auch einen Alphabet-Anteil erhält.
Es gibt sicher viele gute Gründe, Berkshire Hathaway zu kaufen. Ein Hedge gegen Alphabet zu sein, gehört jedoch nicht dazu.
Sind ETFs die Lösung?
ETFs sind eine gute Wahl für Anleger, die mit wenig Aufwand diversifiziert investieren möchten. Mit nur einer Order können Anleger die 40 DAX-Titel, die 500 Aktien des S&P 500 oder – noch breiter gestreut – alle 3.782 Aktien des FTSE All-World Index erwerben.
In den letztgenannten Index habe ich über den Vanguard FTSE All-World ETF (WKN: A1JX52) investiert. Viel breiter geht es gar nicht. Aber vermutlich ahnst du es schon: Natürlich enthält dieser Index auch die Aktie von Alphabet. Mit einem Anteil von 1,9931 % per Ende Juni ist diese sogar die sechstgrößte Position.
Wenn ich also 5.000 Euro in diesen Fonds investiere, fließen fast 100 Euro davon in die Alphabet-Aktie. Das ist neben dem Direktinvestment und Berkshire mein dritter Anteil im Depot.
Übrigens ist ein Investment in den amerikanischen Index S&P 500 als Hedge gegen KI-Risiken ganz tückisch. Derzeit machen KI-bezogene und KI-nahe Aktien schätzungsweise 40 bis 45 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 aus. Das hängt natürlich ein wenig von der Kursentwicklung und der Definition von KI ab, aber grundsätzlich verstärkt ein Investment in den S&P 500 derzeit den KI-Anteil deines Depots.
Branchen-ETFs
Neben den bereits erwähnten ETFs auf bekannte Aktienindizes haben sich Branchen-ETFs etabliert, die gezielt in Aktien einer bestimmten Branche investieren. Anfang des Jahres habe ich einen Sparplan auf den VanEck Quantum Computing ETF (WKN: A418QM) initiiert, da ich Quantencomputer für vielversprechend halte, zugleich aber absolut nichts davon verstehe. Somit profitiere ich vom Wachstum der Branche, unabhängig davon, wer am Ende die Nase vorn haben wird.
Betrachtet man die Bestandteile dieses ETFs, so fällt auf, dass er neben vielen Start-ups auch die großen Hyperscaler enthält. Alphabet ist mit einem Anteil von 4,41 % vertreten (Stand: 3. August 2026). Von den 50 Euro, die ich jeden Monat spare, fließen somit 2,21 Euro in Alphabet-Aktien – Investment Nummer 4.
Mein Fazit
Zweck dieses Artikels war nicht, für Alphabet zu werben. Vielmehr wollte ich dich dafür sensibilisieren, dass es wichtig ist, sich bei Investments in ETFs oder Beteiligungsgesellschaften wie Berkshire damit zu beschäftigen, wie genau sich diese zusammensetzen.
Gerade bei kleinen ETFs, die auf spezifische Branchen oder kleine Aktienmärkte ausgerichtet sind, gibt es häufig große Klumpenrisiken. Ich denke hierbei beispielsweise an Südkorea, dessen Aktienmarkt von Samsung und SK Hynix dominiert wird. Die beiden Unternehmen machen zusammen etwa 50 % des Index aus und kommen dazu noch aus der gleichen Branche. Da kann von einer Diversifizierung keine Rede mehr sein.
Zugleich möchte ich nichts gegen einen ETF auf den S&P 500 oder MSCI World sagen – das sind wundervolle Instrumente für den langfristigen Vermögensaufbau. Du musst dir nur bewusst sein, dass du dir damit aktuell einen sehr hohen Anteil an KI- und Halbleiteraktien einkaufst. Das kann ein Risiko sein, wenn du ohnehin schon stark in Alphabet und Co. investiert bist.
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Offenlegung: Peter besitzt Aktien von Alphabet (C-Shares) und Berkshire Hathaway (B-Shares) sowie Anteile am Vanguard FTSE All-World ETF und am VanEck Quantum Computing ETF. Von Peter betreute Depots besitzen Aktien von Alphabet (C-Shares) und Berkshire Hathaway (B-Shares) sowie Anteile am Vanguard FTSE All-World ETF. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon.com, Berkshire Hathaway und Meta Platforms.