Allianz-Aktie: Nicht die Dividende – Wie viel diese 15 % Kapitalrückführungen bewirken!

Die Allianz-Aktie (WKN: 840400) zahlt bekanntlich eine starke Dividende aus. Etwa 60 % des auf die Aktionäre entfallenden Gewinns fließen per direkter Ausschüttung an uns Investoren. Damit erzielen wir im Moment eine Dividendenrendite von knapp 4 %. Der Aktienkurs ist zuletzt massiv gestiegen, deshalb der eher niedrige Wert.
Neben diesen üppigen 60 % gibt es noch eine andere Form der Kapitalrückführung: Das Management der Allianz nutzt 15 % des auf die Aktionäre entfallenden Gewinns gemäß der Ausschüttungspolitik, um flexibel zusätzliches Geld an die Aktionäre zu zahlen. Es könnte eine Sonderdividende bedeuten. Im Moment wird das Geld aber vor allem für Aktienrückkäufe genutzt.
Dieses Jahr fließen deshalb bis zu 2,5 Mrd. Euro in die Allianz-Aktie. Dafür können mit Stand heute 1,51 % aller ausstehenden Aktien gekauft und eingezogen werden. Die viel entscheidendere Frage lautet jedoch: Was kann diese Form der Kapitalrückführungen langfristig ausmachen? Überlegen wir in vielerlei Richtung.
Allianz-Aktie: Die 15 % der Kapitalrückführung als Katalysator!
Die Aktienrückkäufe der Allianz-Aktie wirken als Katalysator und in gewisser Weise als Allround-Talent. Wichtig ist, dass das Management diese Form der Kapitalrückführungen tendenziell eher zu einer günstigen Bewertung einsetzt. Bei einem KGV von unter 15 dürfte eine moderate Ausgangslage jedenfalls bestehen bleiben.
Allein im Geschäftsjahr 2026 dürften die Aktienrückkäufe dazu führen, dass der Gewinn je Aktie um 1,5 bis 2 % im Jahresvergleich steigt. Wir sehen in den Quartalszahlen, dass der bereinigte Periodenüberschuss gegenüber dem Vorjahr nominell um 15,5 % auf 6,38 Mrd. Euro gestiegen ist. Das Ergebnis je Aktie kletterte im Gegenzug um 17,5 % auf 16,44 Euro. Wir sehen anhand dieser zwei Werte, dass die Aktienrückkäufe der letzten zwölf Monate (aufgrund des direkten Jahresvergleichs bei den Quartalszahlen) das Ergebnis je Aktie um 2 % erhöht haben. Ein solider Wert.
Allerdings wird der Effekt langfristig umso größer. Würde die Allianz auch in Zukunft 2 % der ausstehenden Aktien pro Jahr kaufen und einziehen, so würde sich die Anzahl ausstehender Aktien um rund 18,3 % verringern. Bei 20 Jahren wären es hingegen fast 34 % und bei 30 Jahren würden rund 45,5 % aller Aktien gekauft und eingezogen werden. Und das bei lediglich 2 % Aktienrückkauf pro Jahr. Wir sehen daher: Der Effekt kann langfristig Großes bewirken und den Anteil, den jede einzelne Aktie verbrieft, massiv erhöhen.
Auch die Dividende profitiert!
Aktienrückkäufe und Dividende stehen in gewisser Weise natürlich in Konkurrenz unter den Kapitalmaßnahmen. Das gilt bei der Allianz-Aktie ebenso wie bei jeder anderen börsennotierten Gesellschaft. Denn der Gewinn kann schließlich nur für eine Form der Kapitalrückführungen verwendet werden. Trotzdem sind die Rückkäufe auch ein Katalysator für die Dividende.
Sinkt die Anzahl ausstehender Aktien, so erhöht sich das Dividendenpotenzial, das jede einzelne Aktie ausschütten kann. Das gilt gerade für die Allianz-Aktie, die in jedem Jahr etwa 60 % des auf die Aktionäre entfallenden Gewinns an die Investoren auszahlen möchte. Verteilt sich dieser Gewinnanteil anstatt auf 380,4 Mio. Wertpapiere (wie zu Beginn des Jahres 2026) lediglich noch auf 375,7 Mio. Aktien (laut meinen Berechnungen per Ende Juli 2026) so steigt das für die Dividende verfügbare Ergebnis je Aktie.
Der Effekt steigert sich ebenfalls Jahr für Jahr. Vor allem, wenn die Allianz-Aktie ein moderates Gewinnwachstum pro Jahr weiterhält, so sind die Aktienrückkäufe ein bedeutender Katalysator. In jedem Jahr steigt der Gewinn dadurch überproportional an. Durch Gewinnwachstum und die Aktienrückkäufe entsteht so deutlich mehr Spielraum für die Dividende.
Allianz-Aktie: Ordnen wir die Aktienrückkäufe ein!
Unterm Strich glaube ich daher, dass die Aktienrückkäufe der Allianz ein versteckter Werttreiber sind. Selbst wenn das Management lediglich 2 % der ausstehenden Aktien pro Jahr kauft und einzieht, so würde sich die Anzahl vorhandener Aktien um bis zu 45 % in 30 Jahren reduzieren. Dafür verwendet das Management dann etwa 15 % des auf die Aktionäre entfallenden Gewinns. Das ist nicht einmal besonders viel.
Dem Gewinnwachstum je Aktie, der Dividende je Aktie und eigentlich jeder Kennzahl, die wir auf einzelne Aktien herunterrechnen, dient die Kapitalrückführung als Katalysator. Deshalb sage ich ganz klar: Unterschätze nicht die Aktienrückkäufe. Auch wenn sie gering erscheinen, können sie den Wert deiner Position besonders langfristig deutlich erhöhen.
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Vincent besitzt Aktien der Allianz. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Allianz.
