Lohnt es sich, jetzt 1.078 US-Dollar für eine FICO-Aktie zu investieren?

eingerollte US-Dollar-Geldscheine liegen auf einem Tisch
Foto: NikolayFrolochkin via Pixabay

Fair Isaac Corp. (FICO, WKN: 873369) ist mit der deutschen Schufa vergleichbar. Das Unternehmen genießt einen ausgezeichneten Ruf im Bereich der Kreditratings und hilft Kreditgebern dabei, Risiken zu minimieren. Aufgrund der positiven Erfahrungen der letzten Jahrzehnte greift man dort nicht zu den Billigsten, da eine falsche Einschätzung zu Ausfällen in Höhe von mehreren zehntausend bis hunderttausend Euro führen kann. Dieses Risiko gehen Entscheider ungern ein, wodurch FICO eine Preissetzungsmacht erhält – und die FICO-Aktie einen Renditemotor, der schon zu mehreren tausend Prozent Kursgewinn geführt hat.

FICO-Aktie: Der Bereich „Credit Scoring“ steigert den Gewinn stark

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 baut das Unternehmen seine dominierende Marktstellung im Bereich Credit Scoring und Enterprise-Software weiter aus. Der strategische Fokus verlagert sich dabei zunehmend auf die Monetarisierung von Preisaufschlägen im US-Hypothekenmarkt sowie auf die Beschleunigung der Cloud-Transformation über die hauseigene Software-Plattform.

Der Gesamtumsatz kletterte im dritten Quartal 25/26 im Vergleich zum Vorjahr um 25,7 % auf 674,2 Mio. US-Dollar. Das Segment Scores erzielte ein Plus von 41,3 % auf 458,9 Mio. US-Dollar. Treiber war der Bereich B2B-Scores mit einem Plus von 49 %, während das B2C-Geschäft moderat um 5 % zulegte. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund stagnierender bis leicht rückläufiger Transaktionsvolumina im US-Immobilienmarkt aufgrund des erhöhten Zinsumfeldes eine gute Leistung.

Die Cloud-Plattform wächst noch stärker

Durch die tiefere Integration des neuen FICO Score 10T in die Evaluierungsprogramme großer US-Hypothekengeber etabliert FICO schrittweise einen moderneren und datenreicheren Standard für Kreditentscheidungen am Markt. Dieser Standard wertet Miet- und Nebenkostenhistorien ohne Mehraufwand für die Kreditinstitute aus. FICOs zentraler Wettbewerbsvorteil bleibt der nahezu uneinnehmbare Netzwerkeffekt des FICO-Scores als Branchenstandard. Die Risiken haben etwas zugenommen und liegen in regulatorischen Eingriffen sowie der behördlichen Förderung alternativer Modelle (wie VantageScore).

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Das Segment Software verzeichnete insgesamt ein Wachstum von 2,4 % auf 215,3 Mio. US-Dollar. Die Umsätze mit Cloud-SaaS stiegen stark (+66 % Platform ARR), wohingegen das klassische Non-Platform-Geschäft im Zuge der geordneten Abkündigung von Altprodukten planmäßig um 25 % schrumpfte. Eine starke Nachfrage nach der Cloud-Plattform mit einer Net Retention Rate von 148 % beflügelt das Geschäft.

Die operative Marge stieg dank der enormen Hebelwirkung im Scores-Segment von 48,9 % auf 53,8 %. Sondereffekte wie aktienbasierte Vergütungen belasteten die GAAP-Zahlen mit ca. 52,3 Mio. US-Dollar. Der verwässerte GAAP-Gewinn je FICO-Aktie (EPS) sprang um 41,2 % auf 10,45 US-Dollar (Non-GAAP-EPS: 12,18 USD vs. 8,50 USD im Vorjahr).

Das Unternehmen kauft aggressiv eigene FICO-Aktien zurück

Die Bilanz zeigt eine gezielte Hebelung: Die Verschuldung stieg durch eine neue Kreditaufnahme von 1,5 Mrd. US-Dollar deutlich an, um Aktienrückkäufe zu finanzieren, während die Barreserven solide bei 248,4 Mio. US-Dollar liegen. Im abgelaufenen Quartal wurden FICO-Aktien im Wert von rund 1,96 Mrd. US-Dollar – knapp 7 % der ausstehenden Aktien – eingezogen. Das Management verzichtet weiterhin komplett auf eine Dividendenzahlung, um das Kapital in eigene Anteile und die organische Entwicklung zu steuern.

Der strategische Schwerpunkt verlagert sich von rein transaktionsbasierten Lizenzgebühren hin zu wiederkehrenden Software-Plattformverträgen (ARR) sowie dem Ausbau des Direct-Licensing-Programms (DLP), um die Transparenz und Marge im Reseller-Netzwerk zu erhöhen. Aufgrund der weiterhin starken Marge im Scores-Segment hat FICO die Gesamtjahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 angehoben. Der Umsatz soll nun auf 2,53 Mrd. US-Dollar (zuvor 2,45 Mrd. US-Dollar) steigen. Das Non-GAAP-EPS wird neu auf 42,43 US-Dollar prognostiziert (zuvor 40,45 US-Dollar).

Die Einführung von Performance-Gebührenmodellen verzögert sich

Die Prognose für GAAP Gewinn je FICO-Aktie liegt nun bei 36,86 US-Dollar (+39 % YoY). Diese Erhöhung reflektiert neben der operativen Stärke auch zeitliche Verschiebungen bei der Einführung von Performance-Gebührenmodellen. Der temporäre Haken beim Performance-Modell liegt in der Umsatzverbuchung: Da die Funding Fee von 33 US-Dollar erst bei Kreditabschluss anfällt, verschieben sich die Einnahmen im Vergleich zur sofortigen Abrechnung rein transaktionsbasierter Abfragen zeitlich leicht nach hinten. Zudem verzögerte sich der Start durch ausstehende GSE-Zertifizierungen (Fannie Mae/Freddie Mac).

Sobald das System jedoch voll angelaufen ist, erzeugt es einen noch höheren und besser skalierbaren Cashflow für FICO. Zudem wird das wirtschaftliche Risiko teilweise an FICO übertragen: In Boom-Phasen spült es Rekordgewinne in die Kassen, in Schwächephasen des Immobilienmarktes macht es die Umsätze jedoch spürbar schwankungsanfälliger und deren Verwaltung operativ aufwendiger.

Unser Fazit zur FICO-Aktie: Günstige Bewertung!

Die FICO-Aktie ist aktuell mit einem KGV von 30 bewertet. Das erscheint uns niedrig, da das Transaktionsvolumen im US-Immobilienmarkt noch gering ist und das Performance-Modell für weiteres Gewinnwachstum sorgen kann.

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