4 Gründe: Darum könnte es sich lohnen, jetzt eine FICO-Aktie zu kaufen

Prozent-Symbole in verschiedenen Farben
Foto: Gerd Altmann via Pixabay

FICO (WKN: 873369) ist die amerikanische Schufa. Aufgrund ihrer umfangreichen Daten und Erfahrungen kann sie Unternehmen renommierte Scores erstellen und Kreditgebern die Entscheidung erleichtern. Bei Krediten geht es um hohe Summen, weshalb eine gründliche Prüfung unabdingbar ist. Das kann die FICO-Aktie trotz zunehmender Konkurrenz und regulatorischem Druck zu einer langfristigen Zinseszinsmaschine machen.

FICO-Aktie: Das hochprofitable Wachstum geht weiter

FICO hat ein beeindruckendes zweites Quartal abgeliefert. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 39 % auf 692,2 Mio. US-Dollar. Der absolute Wachstumsmotor war das Segment Scores, dessen Umsatz um 60 % auf 475,3 Mio. US-Dollar in die Höhe schoss. Ein operatives Highlight innerhalb dieser Zahlen ist das massive Plus bei den B2B-Hypotheken-Scores, die um 127 % zulegten. Haupttreiber waren strategische Preisanpassungen im Scores-Bereich.

Das Segment Software wuchs moderat um 7 % auf 216,9 Mio. US-Dollar, wobei hier die starke Dynamik der FICO-Plattform (+54 %) den Rückgang bei klassischen On-Premise-Lösungen (-12 %) überlagerte. Hier wird die erfolgreiche „Land-and-Expand“-Strategie der Software-Plattform deutlich. Als leichte Wachstumsbremse wirkte die bewusste Reduzierung des margenschwächeren Non-Platform-Softwaregeschäfts sowie gestiegene Personalkosten.

Der GAAP-Gewinn je FICO-Aktie (EPS) kletterte um 69 % auf 11,14 US-Dollar. Noch beeindruckender ist die Entwicklung beim Free Cashflow: FICO generierte im Quartal 214 Mio. US-Dollar, was auf Basis der letzten zwölf Monate einem Zuwachs von 28 % auf insgesamt 867 Mio. US-Dollar entspricht.

Die Neuausrichtung der Preisstruktur lässt die Konkurrenz zittern

Ein zentrales Thema des Quartals war die Neuausrichtung der Preisstruktur für Hypotheken-Scores (FICO 10T). FICO senkt die Vorabgebühr pro Score drastisch von ca. 4,95 US-Dollar auf 0,99 US-Dollar, führt aber gleichzeitig eine „Funding Fee“ (Erfolgsgebühr) von 65 US-Dollar ein, die erst bei tatsächlichem Kreditabschluss fällig wird. Dieser Schritt dient dazu, preislich mit dem Konkurrenten VantageScore gleichzuziehen, um die Hürden für die Erstabfrage (Prospecting) zu minimieren, während der tatsächliche Wert der IP am Ende der Kette deutlich höher monetarisiert wird.


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Der Burggraben von FICO basiert auf der tiefen systemischen Integration und der unerreichten Prädiktivität (die Fähigkeit zukünftige Zahlungsfähigkeit vorherzusagen) der Scores. Im Call betonte das Management, dass der „FICO Score 10T“ rund 5 % mehr Kreditnehmer qualifiziert als Konkurrenzmodelle. Für eine Bank bedeuten 5 % mehr qualifizierte Kreditnehmer ein massives zusätzliches Geschäftsvolumen bei gleichbleibendem (oder sogar sinkendem) Risiko, da die Vorhersagegenauigkeit des Modells gleichzeitig steigt. Ein wesentlicher Vorteil in der Software-Sparte ist die „Agentic AI“-Architektur, die es Banken ermöglicht, KI-Modelle regelkonform und erklärbar („Explainable AI“) einzusetzen.

Risiken bestehen primär in der regulatorischen Öffnung des US-Hypothekenmarktes für Drittanbieter und dem potenziellen „Gaming“ durch Kreditgeber, die verschiedene Scores vergleichen könnten. Zudem bleibt die Abhängigkeit von den Zinsentscheidungen der Fed und deren Einfluss auf das Hypothekenvolumen ein latentes Makro-Risiko.

Das Unternehmen kauft immer mehr FICO-Aktien

FICO ist ein Cannibale und setzt seine aggressive Strategie fort, die Anzahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren. Im zweiten Quartal kaufte das Unternehmen 484.000 Aktien für 605 Mio. US-Dollar zurück – der wertmäßig größte Rückkauf in der Firmengeschichte und entspricht 1,6% der ausstehenden FICO-Aktien. Seit April wurden weitere 170 Mio. US-Dollar investiert. Mit einem neuen 1,5-Mrd.-US-Dollar-Rückkaufprogramm unterstreicht das Management seine Überzeugung, dass die eigene Aktie die beste Investition für den starken Cashflow darstellt.

FICO transformiert sich konsequent von einem Datenlieferanten zu einem KI-basierten Plattform-Unternehmen. Langfristig soll die FICO-Plattform das zentrale Betriebssystem für Kundeninteraktionen im Finanzwesen werden. Themen wie finanzielle Inklusion durch alternative Daten (UltraFICO) gewinnen an Bedeutung.

Der Ausblick und unser Fazit

Aufgrund der starken ersten Jahreshälfte hat FICO die Jahresprognose massiv angehoben: Der Umsatz soll nun 2,45 Mrd. US-Dollar erreichen (zuvor 1,975 Mrd. US-Dollar), und der Non-GAAP-Gewinn je FICO-Aktie wird bei 40,45 US-Dollar, GAAP-Gewinn je Aktie bei 35,60 US-Dollar erwartet. FICO bleibt damit eine außergewöhnliche Wachstums- und Cashflow-Story im S&P 500.

Das erwartete KGV der FICO-Aktie liegt zwischen 25 und 29 und ist damit attraktiv – insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Wirtschaft stockt und aktuell weniger Kredite angefragt werden. Die Aktienrückkäufe sind smart und können langfristigen Investoren in ein paar Jahren Freude machen.

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