Wie hoch wird die Dividende von Talanx für 2026 sein?

Der Versicherungskonzern Talanx (WKN: TLX100) aus Hannover hat Mitte August seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Beim Gewinn gab es einen neuen Rekord, und die Prognose für das laufende Jahr wurde angehoben. Das lässt mich auf eine weitere Erhöhung der Dividende hoffen.
Doch wie hoch könnte die Ausschüttung im Mai nächsten Jahres sein? Werfen wir einen genaueren Blick auf die Zahlen der Gruppe.
Zuwächse quer durch alle Segmente
Besonders erfreulich finde ich, dass nicht nur ein einzelner Bereich das Wachstum stützt. Alle Segmente von Talanx haben ihren Teil dazu beigetragen, dass es richtig gut lief.
Insgesamt hat die Gruppe 24,3 Mrd. Euro an Prämien eingenommen, was einer Zunahme von 3 % entspricht, wenn man Währungsänderungen berücksichtigt. Besonders erfolgreich war der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International, der die Einnahmen um 10 % steigern konnte. In diesem Segment befinden sich die Auslandstöchter in Polen, der Türkei und Mexiko, die seit Jahren das Wachstum der Gruppe vorantreiben.
Der Konzern profitierte davon, dass es weniger Großschäden zu regulieren gab. Mit 942 Mio. Euro lagen die Leistungen deutlich unter dem Vorjahr. Die Schaden-Kosten-Quote, eine wesentliche Kennzahl für Versicherungsunternehmen, verbesserte sich von 90,7 auf 88,7 % (weniger ist besser). Von 100 Euro, die als Prämie eingenommen werden, bleiben also 11,30 Euro nach Abzug der Kosten für Schäden und Verwaltung übrig – in der Branche ein sehr guter Wert, der die Kostenführerschaft der Talanx unterstreicht.
Da auch das Ergebnis der Kapitalanlagen dank der Zinssteigerungen zulegen konnte, stieg der Nettogewinn des Konzerns um 9 % auf 1,5 Mrd. Euro oder 5,80 Euro je Aktie.
Die Erstversicherung wird immer wichtiger
Gerade die Erfolge der Auslandstöchter zeigen, dass das Erstversicherungsgeschäft, also die direkten Verträge mit Privat- und Firmenkunden, immer wichtiger wird. Talanx hält ja auch 50,2 % am Rückversicherer Hannover Rück (WKN: 840221), der ebenfalls sehr erfolgreich ist und eine schöne Dividende zahlt.
Im ersten Halbjahr 2026 trug die Erstversicherung 52 % zum Konzernergebnis bei. 2024 waren es noch knapp 50 %. Talanx profitiert also von der Diversifizierung seiner Aktivitäten und kann die Abhängigkeit von der Hannover Rück weiter verringern.
Nachdem das erste Halbjahr so gut gelaufen ist, hat das Management den Ausblick für 2026 angehoben. Bislang ging man von 2,7 Mrd. Euro Gewinn aus, jetzt sollen es „deutlich mehr“ werden. Was das konkret bedeutet, bleibt unserer Fantasie überlassen.
Was heißt das für die Dividende?
Das Konzernergebnis im ersten Halbjahr ist um 9 % gestiegen. Rechnen wir das auf das gesamte Jahr hoch, wäre das ein Gewinn pro Aktie von 10,46 Euro. Zuletzt hat Talanx etwa 40 % des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Bei 10,46 Euro wären das 4,18 Euro je Aktie. Das würde auch der Dividendenpolitik der Talanx entsprechen, nach der die Dividende stets oberhalb des Vorjahresniveaus liegen soll.
Interessant ist dabei besonders, dass Talanx das Ziel ausgegeben hat, die Dividende je Aktie bis einschließlich des Geschäftsjahres 2027 auf 4,00 Euro zu steigern. Wenn unsere Hochrechnung stimmt, würde Talanx ihr Vorhaben bereits ein Jahr früher erreichen.
Für das Jahr 2025 hat das Unternehmen eine Dividende von 3,60 Euro je Aktie gezahlt. Ich könnte mir daher vorstellen, dass im Mai nächsten Jahres für 2026 ein Betrag von 4,00 Euro vorgeschlagen wird. Das ist eine runde Summe und entspräche einer Steigerung von etwa 11 %.
Bei einem aktuellen Aktienkurs von etwa 124 Euro hätte die Talanx-Aktie dann eine Dividendenrendite von 3,2 %. Das ist nicht so hoch wie bei anderen Versicherungsaktien, aber das Wachstum der Dividende ist mit durchschnittlich 14 % pro Jahr seit 2018 das Salz in der Suppe bei Talanx.
Mein Fazit
Als Aktionär bei Talanx seit 2023 freue ich mich natürlich über diese Entwicklung und auch darüber, dass sich die Aktie von ihren Tiefstständen bei knapp 100 Euro im Juni wieder sehr gut erholt hat. Das bedeutet aber auch, dass die Aktie mit 124 Euro nicht mehr so billig ist. Bei dem erwarteten Gewinn je Aktie von 10,46 Euro beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,8 und liegt damit im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Die Aktie ist, anders als im Juni, derzeit also kein Schnäppchen, aber auch nicht besonders teuer. Meiner Meinung nach kann man sich für 3,2 % Dividende und die Aussicht auf weitere Steigerungen in den kommenden Jahren durchaus eine kleinere Anfangsposition ins Depot legen. Aber am Ende kommt es natürlich immer darauf an, was zu dir und deiner Situation passt.
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Offenlegung: Peter Roegner besitzt Aktien der Talanx AG. Aktienwelt360 empfiehlt keine der im Text genannten Aktien.
