Zuckersteuer! Das Ende der Dividendenkönige Coca-Cola & PepsiCo?!

Ein Wort, das die beiden Dividendenkönige PepsiCo (WKN: 851995) und Coca-Cola (WKN: 850663) aufhorchen lassen dürfte: die Zuckersteuer. Deutschland plant nach den aktuellen Vorhaben der Bundesregierung, eine Steuer auf gezuckerte Getränke einzuführen. Offenbar drängt insbesondere das Finanzministerium darauf, diese aufgrund diverser Haushaltslöcher schon 2027 zu starten.
Allerdings ist der Entwurf noch in der Mache, das Gesetz nicht final und raus. Die Pläne beziehen demnach Zero-Varianten ein. Von bis zu 26 Cent Aufpreis pro Liter ist die Rede. Wow. Das könnte PepsiCo und Coca-Cola, die den Effekt mit Sicherheit nicht aus der eigenen Tasche bezahlen wollen, schon bald viel teurer machen.
Doch droht den beiden Dividendenkönigen damit ein empfindlicher Schaden? Eine gute Frage. Blicken wir darauf, was der Effekt bedeuten könnte und warum sich ein Konzern womöglich besser gewappnet hat, als der andere.
Dividendenkönige Coca-Cola & PepsiCo: Die Märkte für die beiden US-Konzerne im Blick
Die Zuckersteuer bleibt zunächst ein nationaler Plan von Deutschland. Das bedeutet, dass die Auswirkungen natürlich ebenso regional treffen. Ein Ziel der Zuckersteuer dürfte es sein, die Getränke aufgrund teurerer Preise weniger attraktiv zu machen. Preisbewusste Verbraucher würden nicht mehr zugreifen. Oder weniger zugreifen. Denn wenn die Preise steigen, so die Theorie, wird der Konsum weniger. Wobei das eine Frage ist, wie preiselastisch die Produkte von PepsiCo und Coca-Cola im Endeffekt sind. Also: Wie sehr die Nachfrage wirklich schwindet, wenn der Preis steigt.
Die Jahre hoher Inflation mit teilweisen Preiserhöhungen um 36 bis 50 % haben gezeigt: Coca-Cola und PepsiCo besitzen in Deutschland grundsätzlich unelastische Produkte. Das heißt: Verbraucher griffen auch zu, wenn sich die Preise stark erhöht haben. Es zeigte sich, dass die meisten Verbraucher nicht weniger zugriffen, sondern vermehrt bei Angeboten gekauft haben. Die Steuer würde natürlich unabhängig von Angeboten anfallen. Aber: Aufgrund der starken Marken scheinen sich Verbraucher hier schneller daran zu gewöhnen. Das zeigt, dass die beiden US-Konzerne zunächst einen geringeren Effekt spüren könnten. Aber auch, dass die Steuer vielleicht eher primär eine Maßnahme ist, um die Lücken im Bundeshaushalt zu schließen.
Der Anteil Deutschlands am Gesamtumsatz von PepsiCo und Coca-Cola ist dabei vergleichsweise niedrig. Schätzungen gehen davon aus, dass er bei beiden Konzernen etwa um 3 % liegt. Die erste, gute Nachricht lautet daher: Die Zuckersteuer dürfte in Summe nicht so stark ausfallen. Zumindest, wenn sie nicht weltweit in einer ähnlichen Variante kommt.
Welche Aktie besser aufgestellt ist!
Dennoch können wir sagen, dass einer der beiden Dividendenkönige besser aufgestellt ist, als der andere. PepsiCo besitzt nämlich über Holdingstrukturen 100 % an der deutschen GmbH, die die Abfüllung und den Verkauf der Limonaden (und auch Snacks) übernimmt. Das ermöglicht natürlich mehr Kontrolle. Bedeutet aber auch, dass die Zuckersteuer hier den Konzern in voller Höhe trifft. Auch wenn sich der Effekt womöglich über den Gesamtkonzern ein wenig konsolidiert.
Coca-Cola ist in Deutschland hingegen über das Unternehmen Coca-Cola Europacific Partners aktiv. An dem Unternehmen ist der US-Konzern zu rund 18 % beteiligt. Das bedeutet, dass eigentlich ein anderes Unternehmen unsere Limonaden herstellt, verkauft und vermarktet. Der US-Konzern aus Atlanta vergibt hingegen die Lizenz für den Raum, stellt Vorprodukte her und ist damit von der Zuckersteuer nicht so direkt betroffen.
Wir sehen daher, dass PepsiCo tendenziell stärker direkte Auswirkungen spüren dürfte. Wobei die Effekte aufgrund der vergleichsweise geringen Bedeutung des Marktes Deutschlands untergehen dürften. Coca-Cola hat sich hingegen so organisiert, dass die Zuckersteuer eher nicht ins Gewicht fällt.
Coca-Cola & PepsiCo: Die Bewertung sieht eine andere Sicherheitsmarge
Überlegen wir jedoch, was passieren würde, wenn es weltweit eine Zuckersteuer gibt. Das würde sowohl Coca-Cola als auch PepsiCo treffen. Wenn auch den Marktführer indirekt über sinkende Volumina bei den Abfüllern. Dann wäre plötzlich die Bewertung relevant, die eine Sicherheitsmarge bieten sollte.
PepsiCo wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 gehandelt. Die Dividendenrendite liegt hingegen bei 4,16 %. Das sind eher moderate Werte. Besonders im Vergleich zu Coca-Cola, wo das KGV mittlerweile bei 30 liegt und die Dividendenrendite lediglich noch 2,3 % beträgt. Eine Sicherheitsmarge sehe ich daher eher bei dem Verfolger als beim Marktführer.
Unterm Strich sehen wir jedoch, dass die deutsche Zuckersteuer weder Coca-Cola noch PepsiCo aus der Bahn werfen dürfte. Sie wäre vor allem ein Ärgernis für Konsumenten. Aber bei den beiden Aktien sehe ich keine größeren Probleme.
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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola und PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.
