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Microsoft vs. Sony: Wer liegt mit seiner Wette auf die Zukunft des VR-Gaming richtig?

Rüstung Kampf
Foto: Getty Images

Vor drei Jahren noch sagte Microsofts (WKN:870747) Xbox-Chef Phil Spencer, dass Virtual Reality (VR)-Spiele auf die Xbox-Plattform kommen könnten, nachdem sie „Demos und Experimente“ erfolgreich gemeistert hatten.

Spencer hat jedoch kürzlich in einem Interview mit Stevivor gesagt, dass sich „niemand für VR interessiert“ und dass die Xbox der nächsten Generation nicht für VR-Spiele entwickelt werden würde. Dies kam überraschend, weil Microsofts Rivale Sony (WKN:853687) kürzlich erst bekannt gab, dass das PlayStation VR-Headset mit der kommenden PS5 kompatibel sein würde.

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Diese Aufteilung könnte auch für Spieleentwickler Probleme bereiten, da viele moderne Spiele gleichzeitig auf der Xbox One und PS4 gestartet werden. Werfen wir einen genaueren Blick auf diesen Zukunftsmarkt und schauen wir mal, welches Unternehmen mit seiner Prognose Recht haben könnte.

Die Situation am VR-Markt

Spencer sagte in dem bereits erwähnten Interview, dass „niemand Millionen und Abermillionen“ von VR-Einheiten absetzt. Die neuesten Zahlen von SuperData deuten jedoch darauf hin, dass Sony in den ersten drei Quartalen 2019 weltweit 4,7 Millionen PSVRs ausgeliefert hat und damit den ersten Platz im VR-Headset-Markt belegt hat.

Facebooks (WKN:A1JWVX) Oculus Rift belegte mit 1,5 Millionen verkauften Einheiten den zweiten Platz, gefolgt von HTCs Vive (1,3 Millionen), Oculus Go (0,7 Millionen) und Oculus Quest (0,4 Millionen). Diese Zahlen sind immer noch winzig im Vergleich zu Sonys 102,5 Millionen verkauften PS4 und Microsofts 44 Millionen Xbox One, aber sie deuten darauf hin, dass dieser Nischenmarkt dann eben doch wächst.

SuperData schätzt, dass der VR-Hardware- und Softwareumsatz in diesem Jahr um 28 % auf 3,2 Milliarden USD wachsen und sich dann mit 41 % Wachstum auf 4,5 Milliarden USD im Jahr 2020 beschleunigen wird. SuperData schätzt auch, dass sich die Ausgaben der Kunden für VR-Spiele in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppeln werden.

Wir sollten diese langfristigen Prognosen immer eher erst einmal anzweifeln, aber es scheint dann doch recht früh für Spencer, diesen Markt komplett abzuschreiben. Microsoft wird seine nächste Generation „Xbox Scarlett“ erst 2020 auf den Markt bringen, und Konsolenzyklen dauern in der Regel etwa sechs Jahre – und der VR-Markt könnte bis zum Ende dieses Zyklus deutlich wachsen.

Unterschiedliche Visionen für die Zukunft des Gaming

Sonys Gaming-Einheit ist wohl zukunftsweisender als die von Microsoft. Die erste Cloud-Gaming-Plattform PS Now startete Anfang 2014, lange bevor Alphabets Google Stadia startete. Die PSVR wurde Ende 2016 eingeführt, im selben Jahr brachte Facebook die erste Consumer-Version des Oculus Rift auf den Markt.

Sony hatte nicht erwartet, dass sich beide Plattformen zu einem Wachstumsmotor für seine Gaming-Abteilung entwickeln würden, die im vergangenen Quartal 21 % ihres Umsatzes erzielte. Stattdessen waren sie experimentelle Schritte zur Erweiterung von Videospielen über physische Discs, digitale Downloads und Visuals auf einem 2D-Bildschirm hinaus. Sony konnte es sich leisten, diese Risiken einzugehen, weil man den Markt für Spielkonsolen anführte.

Sony geht nicht davon aus, dass Spieler im nächsten Jahr plötzlich Cloud- und VR-Spiele lieben werden. Deshalb wird von der PlayStation 5 erwartet, dass sie High-End-Hardware für lokal installierte Spiele enthält und VR nur als nettes Extra für Hardcore-Gamer und Early Adopter anbietet. Dennoch haben die Entwickler bisher über 500 Spiele für die PSVR veröffentlicht, darunter Einzelspiele sowie Add-ons und neue VR-Versionen bestehender Spiele.

Microsoft ist bei experimentellen Plattformen vorsichtig, seit der Kinect Controller versagt hat. Die Cloud-Plattform Project xCloud ist noch nicht bereit für eine kommerzielle Einführung, und man ist offensichtlich nicht daran interessiert, Sony im VR-Markt direkt herauszufordern. Die schlechte Aufnahme der „mixed reality“-VR-Headsets von Microsoft unter Windows zeigte dem Unternehmen wahrscheinlich auch, dass die VR-Headsets für die Xbox das gleiche Schicksal erleiden würden.

Stattdessen konzentriert sich die Gaming-Einheit von Microsoft, die im letzten Quartal 8 % des Umsatzes für das Unternehmen erzielte, hauptsächlich auf den Aufbau des Software-Ökosystems. Xbox Live, Xbox Game Pass (der Abonnement-Service, der unbegrenzte Downloads von über 100 Spielen bietet) und die Game-Streaming-Plattform Mixer bilden den Kern dieses Geschäfts.

Die Ergänzung von Xbox zu Windows Game Streaming und Project xCloud wird dieses Ökosystem stärken und weitere Gamer anlocken. Kurz gesagt, Sony ist bereit, neue Nischen zu erschließen, während Microsoft eher konservative Strategien bevorzugt.

Microsoft könnte eine Chance verpassen

Microsoft war ursprünglich der Meinung, dass der Kinect dafür sorgen würde, die Xbox One von der PS4 abzuheben. Stattdessen wurde so einfach alles teurer, und die Gamer entschieden sich für die günstigere PS4.

Spencer will eindeutig einen ähnlichen Fehltritt mit Xbox Scarlett vermeiden. Dass man jedoch gleich den gesamten VR-Markt verlässt, erscheint leichtsinnig, da Sonys PSVR-Basis und VR-Mediathek an Spielen voraussichtlich weiterwachsen werden. Entwickler werden den kommenden Games für die PS5 wohl auch neue VR-Funktionen spendieren, was die Konsole von der Xbox Scarlett dann noch einmal unterscheiden würde.

Spencer könnte seine Meinung später sicherlich ändern, aber Sony hat bereits einen großen Vorsprung sowohl im VR- als auch im Cloud-Gaming-Markt. Wenn Microsoft in diesem Bereich zu Sony aufschließen will, muss der Konzern empfänglicher für Gaming-Ideen der nächsten Generation sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Facebook und Microsoft. Leo Sun besitzt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel erschien am 6.12.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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