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T-Mobile-Aktie +39 % in diesem Jahr – Schub für die Deutsche Telekom

Frau am Smartphone
Foto: Getty Images

Wie der Gesamtmarkt sind auch viele Telekommunikations-Aktien in diesem Jahr im Minus. Obwohl die Branche als eher wenig konjunkturabhängig gilt, gibt es dafür gute Gründe. T-Mobile (WKN: A1T7LU) hingegen hebt sich positiv ab. Anleger aus Euroland konnten seit Jahresbeginn ein sattes Plus von 39 % verzeichnen. Auch der Hauptaktionär, die Deutsche Telekom (WKN: 555750), liegt immerhin mit 7 % im Plus. Könnte da noch mehr gehen?

Warum es bei T-Mobile so gut läuft

Es gilt allgemein als Regel, dass die Telekommunikationsbranche gut durch Konjunkturzyklen kommt. In manchen Krisen wird ja sogar mehr kommuniziert als normal, wie wir während der Pandemie erlebt haben. Dennoch könnte man denken, dass Menschen, bei denen es am Monatsende knapp wird im Geldbeutel, nun auf günstigere Tarife umsteigen oder sogar Abonnements kündigen.

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Bei T-Mobile scheint hingegen das Gegenteil der Fall zu sein. Die Nummer 3 am US-Mobilfunkmarkt hat kürzlich ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 angehoben. Ein außergewöhnlich starker US-Dollar und steigende Zinsen können dem Unternehmen offenbar nichts anhaben. Das liegt zum einen daran, dass T-Mobile fast ausschließlich im Heimatland tätig ist und zum anderen, dass die Finanzabteilung effektive Absicherungsmaßnahmen implementiert hat.

Und auch die Rezessionsängste dürften in den USA derzeit weitaus geringer ausgeprägt sein als in Europa. Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin sehr stark. Zuletzt meldeten die Behörden eine Arbeitslosenrate von gerade einmal 3,5 % bei steigender Beschäftigung. Das sorgt für Stabilität. Wer einen Job hat, der bleibt seinem Handyvertrag meist treu, zumal T-Mobile im Vergleich zu den beiden großen Rivalen als preiswerter Anbieter gilt.

All das sorgt für stabile Barmittelüberschüsse, sodass sich Anleger nur wenig Sorgen um den Schuldendienst machen müssen. T-Mobile kann seinen Verpflichtungen aus eigenen Mitteln nachkommen, falls weiter steigende Zinsen eine externe Refinanzierung erschweren sollten.

Wie stark die Deutsche Telekom davon profitiert

Die Telekom ist es sowieso bereits seit Jahrzehnten gewohnt, exorbitante Zinsen zu bezahlen. Seit dem – auch aus heutiger Sicht – überteuerten Einstieg in den USA lasten milliardenschwere langfristige Anleihen auf der Bilanz, die bis zu 9,25 % Zinsen pro Jahr zahlen.

Dass sich die US-Tochter in den letzten Jahren zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt hat, verbessert das Urteil über den Deal allerdings erheblich. Zumal die Telekom über den Zusammenschluss mit Sprint und die günstige Übernahme weiterer Anteile an dem kombinierten Tochterkonzern ein gutes Geschäft gemacht hat. T-Mobile ist nun auf Augenhöhe mit den beiden großen Konkurrenten und kann beim Thema 5G voll durchstarten.

48,4 % von T-Mobile gehören der Telekom. Bei einer Marktkapitalisierung von 174 Mrd. US-Dollar entspricht das 84 Mrd. US-Dollar oder 86 Mrd. Euro zum 10. Oktober. Das ist etwa die Marktkapitalisierung der Deutschen Telekom am gleichen Tag, was bedeutet, dass das europäische Geschäft praktisch exakt der Bewertung der Schulden des Konzerns entspricht.

So viel Potenzial hat die Telekom-Aktie jetzt

Wenn die Marktkapitalisierung von T-Mobile um 2 Mrd. US-Dollar zulegt, dann sollte diejenige der Telekom etwa 1 Mrd. Euro profitieren. So gesehen hätte die Telekom-Aktie eigentlich eher 20 als nur 7 % zulegen müssen in diesem Jahr.

Zu beachten sind allerdings zwei Dinge. Erstens muss man die stattliche Dividende hinzurechnen, die die Telekom erneut ausgeschüttet hat. Zweitens könnte das europäische Geschäft stärker vom schwierigen Marktumfeld betroffen sein. Die schwache Performance vieler europäischer Mitbewerber gibt darauf einen Fingerzeig.

Hinzu kommt, dass sich die Telekom – anders als ihre „Un-Carrier“-Tochter in Übersee – im wichtigen deutschen Markt nicht in der Herausforderer-Rolle befindet. Und statt drei großer Wettbewerber sind es in Deutschland nun vier. Es drohen Preiskämpfe, die die Margen schmälern. Und das mitten in einer Phase, die hohe Investitionen erfordert.

Die Stärke des US-Geschäfts sollte dennoch weiterhin für eine gute Unterstützung des Telekom-Kurses sorgen. Mit dem kürzlich verkündeten großen Aktienrückkaufprogramm der Amerikaner wird sich die Beteiligung der Mutter voraussichtlich in einigen Monaten auf mehr als die Hälfte erhöhen. Das bedeutet, dass die Telekom künftig mit gewaltigen Ausschüttungen rechnen kann, sobald T-Mobile beginnt, wie seine Rivalen saftige Dividenden zu zahlen.

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt T-Mobile US.

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