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Über 20 Milliarden Euro auf der Bank: Was sollte BioNTech damit tun?

Labor Biotech
Foto: Getty Images

BioNTech (WKN: A2PSR2) hat das globale Rennen um den ersten international akzeptierten COVID-Impfstoff in Rekordzeit gewonnen. Der verdiente Lohn ist ein Geldregen, wie es ihn in Deutschland so wohl noch nie zuvor für ein Einzelunternehmen gegeben hat.

An kurzfristigem Vermögen stand schon Mitte 2022 ein Betrag von 20,2 Mrd. Euro in der Bilanz. Bei den Schulden stellen die Steuerrückstellungen mit 1,4 Mrd. Euro den größten Posten. Keine Frage: Spätestens in einigen Monaten wird der Geldspeicher mit mehr als 20 Mrd. Euro gefüllt sein.

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Geld muss arbeiten. Es stellt sich folglich die Frage, was BioNTech damit tun sollte, um für die Aktionäre den größten Wert zu schaffen.

Option 1: Zinsen verdienen

Man hätte es noch vor einem Jahr kaum für möglich gehalten. Doch nun gibt es tatsächlich wieder Zinsen. BioNTech könnte seine Forschung und sein laufendes Geschäft aus dem Cashflow finanzieren und das Barvermögen einfach weiterhin auf die hohe Kante legen.

Schon mit Festgeld oder Sparbriefen sind mehr als 2 % drin in Euroland. 20 Mrd. Euro würden folglich jedes Jahr 400 Mio. Euro abwerfen. Mit amerikanischen und britischen Staatsanleihen wäre sogar doppelt so viel drin im Moment, in US-Dollar bzw. Britischen Pfund wohlgemerkt.

Über ein gut gestreutes Anleiheportfolio, das beispielsweise auch Unternehmensanleihen enthält, sollten für BioNTech sogar rund 5 % erzielbar sein.

Das bedeutet, dass der mRNA-Konzern auf viele Jahre hinaus ein Finanzergebnis von 1 Mrd. Euro ausweisen könnte, ohne viel dafür tun zu müssen. Da wäre manch ein DAX-Konzern neidisch.

Option 2: Mitbewerber kaufen

Die aktuell erhöhten Zinsen spielen BioNTech auch auf andere Weise in die Hände: Viele Biotech-Start-ups haben jetzt Probleme, von Wagniskapitalgebern neue Geldmittel zu bekommen.

BioNTech könnte die Chance nutzen, um sich einige aussichtsreiche Technologien, kluge Köpfe und Patente einzuverleiben. Der Konzern sieht sein Kerngeschäft ja eigentlich im Bereich der Therapien gegen Krebs und andere Krankheiten.

Es gilt nun, diesen Bereich zu einem starken Standbein auszubauen, um nicht ewig vom Impfstoffgeschäft abhängig zu sein. Je mehr Know-how das Unternehmen unter seinem Dach vereinigt, desto schneller sollte es gelingen, neue Umsatzströme zu schaffen.

Option 3: Selbst Wagniskapitalgeber werden

BioNTech könnte sich auch ein Vorbild an Dietmar Hopp nehmen, der mit seiner dievini Hopp BioTech Holding seit vielen Jahren hohe Summen in Unternehmen der „Life & Health Sciences“ investiert.

Anstatt also Biotechs komplett in den Konzern zu integrieren, könnte BioNTech einen etwas loser angebundenen Investmentbereich etablieren, der aussichtsreiche Unternehmen zusammen mit weiteren externen Investoren finanziell unterstützt, aber operativ eigenständig entwickeln lässt.

Auf diese Weise hätte BioNTech zusätzliche Renditechancen und Zugang zu innovativen Technologien, könnte sich aber dennoch auf die Entwicklung seines Kerngeschäfts konzentrieren.

Option 4: Dividenden ausschütten oder Aktien zurückkaufen

Sollten dem Management die Ideen ausgehen, was man mit so viel Geld machen könnte, dann wäre es vielleicht am besten, es an die Aktionäre auszuschütten.

Dividenden hätten den Vorteil, dass die bleibenden Aktionäre davon profitieren würden. Die Marktkapitalisierung würde um den ausgeschütteten Betrag reduziert, von aktuell 32 auf 12 Mrd. Euro. Investoren müssten sich dann fragen, ob das operative Geschäft 12 Mrd. Euro wert ist.

Komplizierter sind Aktienrückkäufe zu bewerten. Das Geld geht dann an Investoren, die sich von der Aktie verabschieden, die verbleibenden Aktionäre gehen zunächst leer aus. Die Marktkapitalisierung würde dank der vernichteten Anteile im Prinzip ebenso auf 12 Mrd. Euro zurückgehen.

Sollte BioNTech allerdings in Zukunft Dividenden ausschütten wollen, dann muss das Unternehmen nur gut ein Drittel des Betrags aufbringen für die gleiche Rendite je Anteil.

Entscheidet sich das Management für Aktienrückkäufe, dann wäre es für Anleger eine Wette auf die ferne Zukunft, in der BioNTech zum nachhaltig profitablen Pharmakonzern aufsteigt. Dividenden wären eher der Spatz in der Hand.

Ein Mix von allem

CEO Ugur Sahin und Finanzchef Jens Holstein haben bereits angedeutet, wohin die Reise geht. Ein Teil geht in einen Aktienrückkauf und ein anderer in eine Sonderdividende. Darüber hinaus ist BioNTech jetzt in der Lage, seine Forschungsprogramme selbst zu finanzieren, anstatt auf Partner aus der Pharmaindustrie angewiesen zu sein. Hier wird BioNTech seine Investments stark hochfahren.

Dann bleiben der BioNTech-Aktie allerdings immer noch genug Milliarden für Übernahmen, Beteiligungen und Ähnliches übrig. Wenn das Management dort ein gutes Händchen beweist, könnte es der größte Werttreiber aller Optionen sein. Im anderen Fall allerdings auch ein Wertvernichter. Viel Geld, viel Verantwortung!

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Ralf Anders besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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