Dividenden-ETFs: Lohnt sich ein Investment?

Eine Person hält Münzen verschiedener Währungen in einer Hand, im Hintergrund noch mehr Geld
Foto: cottonbro studio via Pexels

ETFs sind eine tolle Sache. Dividenden ebenfalls. Da ist es naheliegend über ein Investment in Dividenden-ETFs nachzudenken. Doch sind Dividenden-ETFs besser als „normale“ ETFs?

So funktionieren Dividenden-ETFs

Bevor wir dieser Frage nachgehen, schauen wir auf die Funktionsweise von Dividenden-ETFs. Wie die meisten ETFs tracken diese ganz passiv die Performance eines Index. Ausnahmen wie die aktiv gemanagten ARK-ETFs von Cathie Wood bestätigen die Regel.

Dividenden-ETFs zeichnen sich also dadurch aus, dass sie auf einen Index setzen, der möglichst dividendenstarke Aktien enthält. Wie genau dividendenstarke Aktien definiert sind, unterscheidet sich von Index zu Index. Oft wird auf eine Kombination aus Dividendenhöhe und -historie geschaut. Ein Blick in das Factsheet des jeweiligen ETF gibt Aufschluss.

Der ETF kassiert die Dividenden von allen in dem Index enthaltenen Unternehmen und schüttet diese entweder in regelmäßigen Abständen aus (ausschüttender ETF) oder reinvestiert diese (thesaurierender ETF).

Bei der Performance sollte man genau hinschauen

Das klingt doch erst einmal nicht verkehrt. Die entscheidende Frage ist meiner Meinung nach jedoch, ob Anleger mit Dividenden-ETFs langfristig besser fahren als mit einem simplen ETF auf den MSCI World oder S&P 500.

Dies lässt sich für die Vergangenheit leicht überprüfen. Auf Sicht von zehn Jahren beträgt die Gesamtrendite (also die Summe aus Kursgewinnen und Dividenden) beim MSCI World 148 %, beim S&P 500 sind es 217 % (Stand aller Angaben: 30.06.2023).

Viele Dividenden-ETFs schnitten deutlich schlechter ab. Da wäre zum Beispiel der iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (WKN: A0F5UH) mit einer Gesamtrendite von 91 % im gleichen Zeitraum. Oder der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing (WKN: A1T8FV) mit einem Gesamtplus von 78 % in den letzten zehn Jahren. Beide ETFs setzen vor allem auf Aktien mit hoher Dividendenrendite, bei denen die Kursentwicklung oftmals jedoch enttäuschend ist.

Besser sieht es bei dem SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats UCITS ETF (WKN: A1JKS0) aus. Mit einer Gesamtrendite von 154 % in den vergangenen zehn Jahren konnte der ETF immerhin mit den breiten Indizes mithalten. Im zugrunde liegenden Index sind nur Unternehmen mit einer Historie von mindestens 20 Jahren steigender Dividenden enthalten. Aus diesem Universum werden dann die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite am höchsten gewichtet. So kommt es, dass IBM und 3M die beiden Aktien mit dem derzeit höchsten Anteil in dem ETF sind.

Mein Fazit zu Dividenden-ETFs

Wer in einen Dividenden-ETF investieren möchte sollte bei den Kriterien und enthaltenen Aktien genau hinschauen. Insbesondere einen zu starken Fokus auf hohe Dividendenrenditen gilt es zu vermeiden, da man so oftmals explizit schwächelnde Unternehmen wie eben 3M und IBM herauspickt. Auf lange Sicht kompensieren hohe Dividendenausschüttungen die schwache Kursentwicklung in der Regel nicht.

Daher mache ich persönlich um Dividenden-ETFs insgesamt einen großen Bogen. Als junger, risikofreudiger Anleger setzte ich auf eine möglichst hohe langfristige Gesamtrendite bei meinen Investments. Daher würde ich immer einen simplen ETF auf den S&P 500 bevorzugen.

Doch für andere Anleger mögen Dividenden-ETFs genau das Richtige sein. Insbesondere wenn von man den Ausschüttungen leben möchte und Kursschwankungen weniger gut verkraftet, könnte ein Dividenden-ETF die richtige Wahl sein. Denn Dividenden-ETFs schwanken aufgrund der oftmals soliden, etablierten Unternehmen in der Regel weniger im Kurs und bieten oft vergleichsweise hohe verlässliche Dividendenausschüttungen. Doch man sollte sich immer bewusst machen, dass dies im Allgemeinen auf Kosten der Gesamtrendite geht.

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Hendrik Vanheiden besitzt keines der erwähnten Wertpapiere. Aktienwelt360 empfiehlt keine der genannten Aktien. 



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