Warum Menschen seit 400 Jahren Aktien kaufen

Das Bild zeigt ein Fernrohr durch den man den Sonnenuntergang im Hintergrund beobachten kann.
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Warum kaufen Menschen eigentlich Aktien? Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist, wie es zunächst scheint.

Um reich zu werden, sagen die Einen. Um die Kaufkraft des hart verdienten Geldes zu schützen, sagen die Anderen.

Man kann Aktien kaufen aus Gier. Man kann Aktien kaufen aus Angst. Man kann sogar Aktien kaufen, weil das Grillgut auf der jährlichen Hauptversammlung unverschämt lecker schmeckt.

Eine einfache Frage, viele Antworten. Ganz typisch für ein ökonomisches Phänomen, das bereits seit vielen Jahrhunderten etabliert ist.

Grund genug, sich einmal vor Augen zu führen, warum Menschen damit begannen, Aktien zu kaufen. Vor 400 Jahren, auf einer Hafenbrücke im altehrwürdigen Amsterdam.

Ein Monopol, aus der Not heraus geboren

Der Mega-Konzern: Heute teils verhasst, teils bewundert. Vor 400 Jahren völlig unbekannt.

Jeder kleine Händler machte sein eigenes Ding. Auch gerne eine Nummer größer. Jedenfalls soweit es die primitiven Strukturen zuließen.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Und Monopole mochte man auch damals nicht. Doch wenn ein gemeinsamer Feind die Handelsrouten bedroht, tut man sich doch lieber zusammen.

Und genau das taten die Amsterdamer Händler vor rund 400 Jahren. Denn das enorm profitable Geschäft mit Gewürzen aus Inden stand auf dem Spiel.

Die Niederländische Ostindien-Kompanie war der erste Entwurf eines global agierenden Konzerns. Mit Hauptquartier, Büros und jede Menge Investoren.

Die ersten Aktien

Womöglich wurden die Amsterdamer Händler von ihrem eigenen Erfolg überrascht. Denn innerhalb weniger Jahrzehnte mauserte sich das kleine Dorf Amsterdam zur Weltmacht.

Und jeder konnte sich beteiligen. Jeder? Nun ja! Jeder, der sich mit den knallharten Regeln der Ostindien-Kompanie anfreunden konnte.

Denn bei einer Investition in den Handelskonzern musste man sich mindestens 10 Jahre gedulden. Weit länger als bei einer gewöhnlichen Handelsmission, die nach ein paar Monaten wieder im Amsterdamer Hafen einlief (oder auch nicht).

Doch wo immer es Käufer gibt, finden sich meist auch Verkäufer. Und so fand man schnell einen Weg, um Anteile an der Ostindien-Kompanie privat zu handeln. Der Aktienmarkt war geboren.

Wenige wurden reich, viele wurden reicher

So gesehen wurde das Konzept der Aktien eigentlich aus der Not heraus geboren. Und das auch noch von Menschen, die eben nicht langfristig investieren wollten (oder konnten).

Noch heute wundert man sich, wie urdemokratisch es vor 400 Jahren zuging. Ein ungeschickter Herrscher hätte die 10 Jahre Haltedauer der Ostindien-Kompanie womöglich rigoros durchgesetzt. Und dank des Monopolstatus hätte es keine Ausweichmöglichkeit gegeben.

Doch die freien Bürger Amsterdams fanden eine Lösung, die auch Kleinaktionären eine Beteiligung ermöglichte. Und bis heute wirkt dieser Vorteil der Wirtschaftstechnologie Aktie.

Ja, der Aktienmarkt hat einige Wenige unverschämt reich gemacht. Doch auch in der Masse viele etwas reicher oder wenigstens nicht arm gemacht. Und das alles dank einiger schlauer Händler, die vor 400 Jahren in ihrem kleinen Dorf den freien Handel lebten und liebten. Genial!

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