Heißes Eisen BASF: Jetzt einsteigen oder die Aktie besser für immer von der Watchlist streichen?

Verschiedene farbige Flaggen mit dem BASF Logo und Slogan
Foto: BASF SE

Rein vom Gefühl her ist die BASF-Aktie (WKN: BASF11) wohl einer der DAX-Werte, über die man am häufigsten in den deutschen Finanzmedien berichtet. Was auch nicht verwunderlich ist. Schließlich sind die Papiere von BASF hierzulande recht häufig in den Depots vertreten.

Des Weiteren hat der Aktienkurs mittlerweile wieder das Niveau von 2010 erreicht. Was natürlich auf den ersten Blick nach einer tollen Turnaround-Chance aussieht. Ob dem wirklich so ist, oder man die Papiere von BASF als Investor lieber ignorieren sollte, wollen wir uns deshalb im heutigen Artikel einmal kurz anschauen.

BASF im Umbau

Fangen wir am besten mit etwas Positiven an, was offensichtlich auch bei den Marktteilnehmern wieder für bessere Stimmung gesorgt hat. Im Grunde geht es hier um Umstrukturierungspläne, welche der Chemieriese erst kürzlich vorstellte.

So planen die Ludwigshafener das Beschichtungsgeschäft sowie die Bereiche Batteriematerialien und Landwirtschaft in eigene Gesellschaften auszugliedern. Aber auch schon jetzt hängen diese Segmente weniger mit dem Rest des Chemiekonzerns zusammen.

BASF-CEO Martin Brudermüller möchte den genannten Bereichen also mehr Freiheiten zugestehen. Der Hintergrund dafür ist, dass sie sich so vermeintlich besser auf ihre Kunden einstellen können.

Welche Rolle spielt China?

Es ist ja bekannt, dass nicht nur BASF, sondern auch andere Chemieproduzenten unter der nach wie vor recht schlaffen Entwicklung der Weltwirtschaft leiden. Da passt es sicherlich sehr gut ins Konzept, dass zumindest der chinesische Chemiemarkt immer größer wird.

Womit er selbstredend auch für den BASF-Konzern immer mehr an Bedeutung gewinnt. Und es gibt sogar leicht ermutigende Daten aus dem Reich der Mitte. Denn in den chinesischen Industriebetrieben soll sich die Lage wieder verbessert haben.

Darauf könnte auf jeden Fall der Indexwert für die Stimmung der Einkaufsmanager hindeuten. Dieser wird vom Wirtschaftsmagazin Caixin ermittelt und ist seit August erstmals wieder angestiegen. Konkret hat sich die Kennzahl von zuvor 49,5 Punkten im November auf 50,7 Punkte erhöht.

Die Stärke der Aufwärtsbewegung kam für viele Analysten überraschend. Sie waren im Schnitt nur von einem kleinen Anstieg auf 49,6 Punkte ausgegangen. Man sollte vielleicht noch anfügen, dass der Indexwert nun wieder über der Expansionsschwelle von 50 Punkten liegt und damit auf eine Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeutet.

Fundamental angeschlagen

Die obigen zwei sicherlich als positiv zu bewertenden Aspekte können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es fundamental bei BASF noch deutliche Anzeichen von Schwäche gibt. Dies verdeutlichen uns nämlich sehr gut die Zahlen zum abgelaufenen Quartal.

Mit 15,7 Mrd. Euro konnte BASF hier 28 % weniger Umsatz erzielen als im Vorjahresquartal. Und das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) vor Sondereinflüssen fiel mit 600 Mio. Euro um 54 % niedriger als im Vergleichszeitraum aus.

Als gut zu bewerten ist aber sicherlich, dass der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit mit 2,7 Mrd. Euro trotz der niedrigeren Ergebnisse über dem Wert des Vorjahresquartals von 2,3 Mrd. Euro angesiedelt ist.

Auch der Ausblick für das Gesamtjahr wirkt auf mich eher enttäuschend. Laut CEO Brudermüller sollen hier sowohl der Umsatz mit 73 Mrd. Euro (- 16 %) als auch das EBIT vor Sondereinflüssen mit 4,0 Mrd. Euro (- 42 %) weit geringer ausfallen als noch 2022.

Und die Aktie?

Eines möchte ich an dieser Stelle vorwegnehmen. Ich glaube nicht, dass man die BASF-Aktie gleich für immer aus seinem Anlageuniversum verbannen sollte. Dennoch bin ich mir genauso wenig sicher, ob wir es bei ihr aktuell mit einer wirklichen Turnaround-Chance zu tun haben.

Allerdings notiert sie mit 45,19 Euro (08.12.2023) derzeit immer noch mehr als 50 % unter ihrem bisherigen Höchstkurs. Damit wird sie übrigens im Moment mit dem 16-fachen des zu erwartenden Gewinns für 2023 bewertet. Und bezogen auf die letzte Ausschüttung bietet sie Neueinsteigern eine Dividendenrendite von 7,52 %.

Dies könnte bei den BASF-Papieren also nach einer attraktiven Kombination aussehen. Doch bevor er eine Investition in Erwägung zieht, sollte jeder interessierte Anleger wissen, dass BASF in der letzten Quartalsmitteilung den gesamtwirtschaftlichen Ausblick aufgrund des aktuellen zinspolitischen Umfelds und zunehmender geopolitischer Risiken als außerordentlich unsicher einschätzt.

Aufgrund des relativ stark gedrückten Kurses ist sicherlich jederzeit eine Gegenbewegung möglich. Ich persönlich würde der BASF-Aktie aufgrund der Gesamtsituation derzeit aber leider nicht so etwas wie einen nachhaltigen Turnaround zutrauen.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von BASF. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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