Netflix-Aktie: Was du vermutlich nicht gesehen hast

Logo des Streaming-Anbieters Netflix auf einem Fernseher, im Vordergrund eine Tasse
Foto: John-Mark Smith via Pexels

Die Netflix-Aktie (WKN: 552484) konnte zuletzt mächtig zulegen. Nach der Präsentation der frischen Quartalszahlen gelang den Anteilsscheinen der Sprung über 500 Euro. Damit ist die Aktie definitiv wieder auf Erfolgskurs.

Na klar: Netflix schaffte ein solides Umsatzwachstum. Gleichzeitig feiert das Ökosystem 260 Mio. aktive Accounts. Nettoergebnis und freier Cashflow entwickeln sich ebenfalls prächtig. Was will man eigentlich mehr?

Nun ja. Der Aktiensegler in dir will vermutlich immer mehr. Blicken wir daher auf einige interessante Aspekte hinter der Netflix-Aktie und dem nun veröffentlichten Quartalszahlenwerk. Gehen wir auf die Details ein, auf die du womöglich so noch nicht geachtet hast.

Netflix-Aktie: Schluss mit Basic! Aber warum?!

Wenn du das Quartalszahlenwerk von Netflix bis zum Ende gelesen hast, wird dir in der Kommentierung und der Strategie womöglich ein Absatz aufgefallen sein. Hier noch einmal die entsprechende Passage zum selber-recherchieren. Ich liefere dir gleich selbstverständlich den entscheidenden Kontext:

„The ads plan now accounts for 40% of all Netflix sign-ups in our ads markets and we’re looking to retire our Basic plan in some of our ads countries, starting with Canada and the UK in Q2 and taking it from there.“

Übrigens: Die Hervorhebung kommt von meiner Seite. Aber was sagt das Management hinter der Netflix-Aktie da? Richtig: Dass man das Basisangebot beenden möchte, zunächst in Kanada und Großbritannien. Mit dem Basisangebot ist das kostengünstige, aber trotzdem ohne Werbung erhältliche Basisangebot in SD gemeint, das es hierzulande für 7,99 Euro gibt. Ohne Zweifel für preisbewusste Streamer durchaus attraktiv.

Netflix beendet also das Angebot. Doch warum? Für mich relativ simpel: Weil das Basisangebot mit Werbung mit 4,99 Euro nicht so weit weg ist. Sowie auch, weil das Vollzahler-Angebot mit 12,99 Euro doch weiter entfernt ist. Das Management des Streaming-Pioniers möchte offensichtlich, die Schere zwischen den Vollzahlern und den teilweise werbefinanzierten Kunden weiter auseinander driften lassen. Zuschauer müssen sich daher entscheiden: Möchte ich einen niedrigeren Preis? Dann muss ich mit Werbung leben. Oder ich bezahle eben voll und zukünftig 12,99 Euro. Dann kann ich weiterhin ohne Werbung meine Lieblingsserien und Filme schauen.

Für mich ist das eine clevere Taktik von Netflix. Die Entscheidung könnte in einem direkten Anstieg der Umsatzerlöse resultieren. Vermutlich werden viele Mitglieder eher aufstocken. Falls nicht: Ist die Werbebasis hingegen bedeutend größer und das Management von Netflix dürfte probieren, für eine höhere Werbebasis höhere Vergütungen zu erhalten. Das heißt: Der variable Anteil kann an Bedeutung gewinnen und der Streaming-Service ist nicht mehr (zwangsläufig) limitiert auf 7,99 US-Dollar je Basis-Nutzer.

Paid-Sharing: Etabliert?!

Eine zweite Aussage, die bei mir bei der Netflix-Aktie nach den Quartalszahlen hängen geblieben ist, betrifft das Account-Sharing. Das Management stellt in Aussicht, dass sich allmählich das Paid-Sharing etabliert. Hier ist zunächst die entsprechende Aussage dazu:

„Features like Transfer Profile and Extra Member were much requested, and many millions of our members are now taking advantage of them. At this stage, paid sharing is our normal course of business […].

Auch hier sind die Hervorhebungen durch mich hinzugefügt. Aber was lesen wir hier? Offenbar, dass Netflix einen hervorragenden Service geboten hat, um den Transfer von Profilen über die Bühne zu bringen. Sowie auch, dass Extra-Mitglieder eingeführt werden. Das soll sogar zu Millionen von Mitgliedern geführt haben, die diese Services genutzt haben.

Aber das Management hinter der Netflix-Aktie geht weiter: Bereits jetzt soll das Paid-Sharing zur Normalität werden. Die betroffenen Mitglieder scheinen sich damit anzufreunden, dass sie ihre jeweiligen Services wie gewohnt weiter nutzen können. Bloß, dass sie für die illegitimen Nutzer einen gewissen Obulus bezahlen.

Auch das stärkt die Monetarisierung von Netflix und führt derzeit zu weiterem Wachstum. Offensichtlich gehen die strategischen Initiativen des Managements auf. Wachstum, steigende Nutzerzahlen und sogar skalierende Profitabilität sind jedenfalls im Moment der Lohn für die bisherige Arbeit.

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Vincent besitzt Aktien von Netflix. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Netflix.



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