Angst vor Crash, Korrekturen und Co.? Ich habe eher Angst vor Handlungsunfähigkeit

Ein älterer Mann ärgert sich vor einem tiefroten Aktien-Chart über einen Verlust
Foto: Tumisu via Pixabay

Angst vor Crash oder auch Korrekturen können einen als Investor in den Wahnsinn treiben. Um ehrlich zu sein: So ging es mir zu Anfang auch. Nach dem Corona-Crash und der letzten Volatilität bin ich mittlerweile etwas abgehärtet. Ich sage zwar nicht, dass mir Abwärtspotenzial nichts mehr abverlangt. Aber es wird zunehmend einfacher.

Das liegt auch daran, dass ich meine Angst vor Korrekturen oder Crashs durch etwas anderes ersetzt habe. Nämlich die Angst vor Handlungsunfähigkeit. Das führt dazu, dass ich in meinem Portfolio und meiner Vermögensplanung nun vollkommen andere Prioritäten setze. Und damit meine ich gewiss nicht den Notgroschen, den man sowieso haben sollte. Sondern vor allem die Möglichkeit, in der starken Volatilität zu agieren.

Korrekturen, Crash: Angst nicht vor Verlust, sondern fehlenden Möglichkeiten

Ich glaube jedenfalls, dass die Angst vor einem Crash oder auch vor Korrekturen daher rührt, dass man in dieser Marktphase gefühlt einfach zusehen muss. Einige Investoren fühlen sich ohnmächtig. Sie sehen ihre Aktien und ihr Depot fallen. Und sie können, zumindest gefühlt, kaum etwas dagegen tun. Oder, sie wollen es nicht, beziehungsweise trauen sich nicht. Aber das ist ein anderes Thema.

Handlungsunfähig sind wir als Investoren jedoch, wenn unsere Entscheidungsmöglichkeiten limitiert sind. In einer Korrektur oder einem Crash einfach bloß dasitzen zu müssen und hin und wieder sein Depot zu checken wird kaum helfen. Besser wäre es, wenn man gerade in dieser Periode in eine Art gesunden Aktionismus flüchten kann. Nein, nicht in das Verkaufen von fallenden Aktien. Ich meine, das günstige Kaufen von ausgewählten Chancen.

Die Angst vor Korrekturen und einem Crash ist bei mir jedenfalls weniger geworden, als ich mich bewusst dazu entschieden habe, sie zu nutzen. In den vergangenen volatilen Phasen habe ich einige Aktien günstig gekauft. Netflix, zum Beispiel. Oder auch Meta Platforms. Nicht nur, dass diese Aktien bis heute um deutlich mehr als 100 % gestiegen sind. Die Käufe gaben mir damals die Möglichkeit, die Volatilität zu nutzen und aktiv eine Entscheidung für eine Aktie zu treffen. Zumal die Logik sowieso sagt: Kaufe günstig, in einem bis drei Jahren wirst du es in vielen Fällen nicht bereuen.

Gesunde Aktionen helfen

Die Emotionen und die Psychologie auszusetzen ist wichtig. In einem Crash und in Korrekturen fehlte mir zumindest teilweise das Gefühl, dass ich etwas tun kann. Günstig zu kaufen hilft. Bei seinem eigenen Handeln begreift man die Volatilität plötzlich als Chance und nicht mehr zunehmend als Bedrohung.

Der ebenfalls entscheidende Faktor ist: Als Investor lege ich nunmehr eine Priorität darauf, dass ich nicht handlungsunfähig werde. Mit einem stets soliden Cashpolster ist jedenfalls in jeder Marktlage ausreichender Handlungsspielraum vorhanden. Zudem investiere ich mittlerweile bedeutend selektiver. Beziehungsweise, ich möchte vermehrt gerade dann im großen Stil kaufen, wenn ein großer Abwärtsdruck und hohe Volatilität einsetzen.

So fühle ich mich jedenfalls nicht mehr handlungsunfähig. Deshalb fürchte ich mittlerweile keinen Crash und keine Korrekturen mehr. Naja, um weiterhin ehrlich zu sein: Zumindest nicht so sehr.

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Vincent besitzt Aktien von Meta Platforms und Netflix. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Meta Platforms und Netflix.



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