BASF-Aktie: Wie sicher ist die Dividende eigentlich?

Eine Person holt einen Fünf-Dollar-Schein aus dem Geldbeutel
Foto: Karolina Grabowska via Pexels

Die BASF-Aktie (WKN: BASF11) besticht seit Jahren mit einer besonders hohen Dividendenrendite. Denn einerseits wurde die Dividende jahrelang angehoben. Gleichzeitig ist aber der Aktienkurs immer weiter abgerutscht. In diesem Jahr hat BASF eine Dividende von 3,40 Euro je Aktie gezahlt. Das entspricht beim aktuellen Aktienkurs von 49 Euro einer Rendite von 7 % (Stand 17.05.2024)!

Vor wenigen Jahren noch hatte BASF seinen Aktionären eine kontinuierlich steigende Dividende versprochen. Letztendlich konnte man dieses Versprechen nicht lange einhalten. Nun muss man dabei berücksichtigen, dass äußere Umstände, wie beispielsweise der zeitweise stark gestiegene Erdgaspreis dabei eine Rolle gespielt haben. Aber auch ohne diese Effekte ist das Versprechen einer kontinuierlich steigenden Ausschüttung in einer zyklischen Branche mit Vorsicht zu genießen.

Immerhin wurde die Dividende in den letzten drei Jahren bei 3,40 Euro konstant gehalten und nicht gesenkt. Darüber hinaus gab es sogar ein Aktienrückkaufprogramm. Aber was bedeutet das für die zukünftigen Dividenden? Wird die Ausschüttung früher oder später wieder steigen? Oder wird zumindest weiter auf dem aktuellen Niveau bleiben? Nicht unbedingt…

BASF kämpft mit schwachen Geschäften

Vor wenigen Wochen hat BASF die Zahlen für das erste Quartal präsentiert. Und diese Zahlen haben Licht und Schatten mit sich gebracht. Einerseits ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 % auf 17,6 Mrd. Euro gefallen. Gleichzeitig hat BASF es aber geschafft den Gewinnrückgang auf ebenfalls 12 % zu begrenzen. Das Nettoergebnis je Aktie lag nun bei 1,53 Euro.

Das sieht erstmal nicht schlecht aus. Zwar wünscht man sich natürlich kontinuierlich steigende Umsätze und Gewinne. Aber die Tatsache, dass der Umsatz in einem Quartal fällt, muss für den Rest des Jahres und darüber hinaus noch nicht viel aussagen.

Genau hier sieht es aber schon düsterer aus. Zwar rechnet BASF auf der einen Seite mit einem deutlichen Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen im gesamten Geschäftsjahr. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Kennzahl sehr begrenzt, da zahlreiche Kosten unberücksichtigt bleiben.

Interessanter ist daher die Prognose für den frei verfügbaren Cashflow. Diese Kennzahl zeigt, wieviel vom Gewinn nach Abzug aller Investitionen voraussichtlich auf den Konzernkonten landen wird. BASF rechnet aktuell mit einem Wert zwischen 0,1 und 0,6 Mrd. Euro. Im Vergleich zur Dividendensumme von 3 Mrd. Euro ist das erschreckend wenig.

Warum eine Dividendenkürzung sinnvoll sein könnte

Denn sollte BASF die Dividende ein weiteres Mal konstant halten, würde das bedeuten, dass ein Großteil der Ausschüttung über neue Schulden finanziert werden muss. Zum Ende des ersten Quartals lasteten auf der Bilanz aber bereits Nettoschulden in Höhe von mehr als 18 Mrd. Euro.

Als Aktionär sollte man also eigentlich hoffen, dass BASF die Dividende kürzt und das Kapital nutzt, um die Bilanz aufzupolieren. Zwar ist die Verschuldung sicher noch kein dringendes Problem. Aber im Idealfall möchte man natürlich eine starke Bilanz haben, um auf mögliche schlechte Zeiten vorbereitet zu sein. Immerhin muss man auch berücksichtigen, dass BASF in einer volatilen Branche tätig ist. Hier kann sich die Situation innerhalb weniger Monate ändern. Das zeigen schon allein die zahlreichen Prognoseanpassungen der letzten Jahre.

Insgesamt dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Dividendenkürzung im nächsten Jahr deutlich steigen, sofern der Cashflow tatsächlich so schwach ausfallen wird, wie BASF aktuell in Aussicht stellt.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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