Ist das KGV der Netflix-Aktie mit 52 irgendwie aussagekräftig?

Logo des Streaming-Anbieters Netflix auf einem Fernseher, im Vordergrund eine Tasse
Foto: John-Mark Smith via Pexels

Ja, die Netflix-Aktie (WKN: 552484) besitzt im Moment ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 52. Den Wert erhalten wir, wenn wir den aktuellen Aktienkurs von 647 US-Dollar durch den Gewinn je Aktie von 12,25 US-Dollar teilen. Woher der Gewinn je Aktie kommt? Es ist das Ergebnis, das der Streaming-Platzhirsch laut finanzen.net im Jahre 2023 erreicht hat.

Die große Preisfrage lautet jedoch eigentlich: Ist das KGV bei der Netflix-Aktie irgendwie relevant? Die Gewinnrendite beliefe sich jedenfalls auf einen Wert von unter 2 %. An dieser Stelle der Hinweis, dass die Gewinnrendite quasi der Kehrwert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses ist.

Aber was bedeutet das jetzt: Ist die Netflix-Aktie teuer? Grundsätzlich und nach Value-Kriterien, ja. Aber auch zu teuer? Nun ja, der Kontext ist nicht irrelevant.

Netflix-Aktie: Das KGV von 52 im Kontext

Wenn wir die Netflix-Aktie und ihr KGV von 52 auseinander nehmen, so dürfte schnell klar werden: Der Streaming-Platzhirsch wird für sein eingepreistes Gewinnwachstum bewertet. Nicht für die heutigen Gewinne. Noch vor drei Geschäftsjahren lag das Ergebnis je Aktie bei 6,26 US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2017 bei gerade einmal 1,29 US-Dollar. Das heißt: Netflix ist gegenwärtig dabei, zu skalieren und sein operatives Geschäft auf ein konsequent profitableres Fundament zu hieven.

Ob die Netflix-Aktie in eine faire Value-Bewertung hineinwachsen kann, das ist dabei eine durchaus interessante Frage. Wir bräuchten jedenfalls ein Gewinn je Aktie von über 50 US-Dollar, um alleine auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 12 zu kommen. Und selbst dann bräuchte es noch ein leichtes Gewinnwachstum. Aber ist das realistisch?

Nun, zumindest nicht aus dem Stehgreif. Rein rechnerisch liegt der Umsatz je Aktie bei ca. 75 US-Dollar. Eine Nettomarge von 66,67 % erscheint kaum realistisch. Aber es ist möglich, dass Netflix weiter wächst. Entweder über eine leichte Pricing-Power. Oder auch rein regional, in neuen Märkten wie Videospielen. Und auch in den bisherigen Märkten, wenn das Management konsequent neue Nutzer in das Ökosystem lockt. Mit derzeit knapp 270 Mio. aktiven Nutzern ist das Fundament zwar schon groß. Eine Verdopplung scheint langfristig jedoch durchaus möglich. Oder, zumindest nicht unmöglich. Das zeigt mir: Wachstum und profitables Wachstum sind nicht abwegig.

Netflix steigerte außerdem den Gewinn je Aktie im ersten Quartal von 2,88 US-Dollar bis auf 5,28 US-Dollar. Das bedeutet ein Gewinnwachstum von 83 % im Jahresvergleich. Für das zweite Jahresviertel ist ein Wert von 4,68 US-Dollar nach 3,29 US-Dollar im Vorjahr prognostiziert. Auch das prognostizierte Gewinnwachstum von 42,2 % ist vergleichsweise stark. Und es unterstreicht, dass Netflix definitiv die Phase der eigenen Growth-Story erreicht hat, in der das Skalieren möglich ist.

Was bedeutet das alles jetzt?!

Im Endeffekt sollten wir bei der Netflix-Aktie eines beachten: Ein KGV von 52 ist alles andere als preiswert. Der Markt besitzt hohe Erwartungen an das zukünftige Wachstum. Bislang schafft es der Streaming-Platzhirsch, diese Erwartungen zu erfüllen. Vor allem die letzten Quartale sind absolut wachstumsstark mit Blick auf die Profitabilität.

Trotzdem braucht es zwei, drei oder vier Jahre, ehe wir von einer näherungsweise fairen Bewertung sprechen können. Auch das sollten smarte Investoren jetzt im Hinterkopf behalten.

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Vincent Uhr besitzt Aktien von Netflix.



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