Finger-Weg-Aktien – Von diesen 3 beliebten Aktien halte ich mich trotz hoher Dividendenrenditen fern

Abstand, bitte: Eine Frau streckt die Hände vor sich aus und verzieht das Gesicht
Foto: Andrea Piacquadio via Pexels

Aktien mit hohen Dividendenrenditen sind bei vielen Privatanlegern beliebt. Aus gutem Grund. Schließlich mögen wir es alle gerne, wenn einfach so regelmäßig hohe Dividendenzahlungen auf unserem Konto eingehen. Doch als rationaler Anleger sollte man die Gesamtrendite nie aus dem Blick verlieren. Diese setzt sich aus Dividenden und der Kursentwicklung zusammen. Genau diese Kursentwicklung ist bei einigen beliebten Dividendenaktien jedoch ziemlich enttäuschend – wie bei den folgenden drei Unternehmen, die langfristig deutlich schlechter als der breite Aktienmarkt abgeschnitten haben.

BASF: Hohe Dividende, aber schwaches operatives Geschäft

Die Consorsbank hat im Herbst 2023 ausgewertet, welche Aktien ihre Kunden im Depot haben. Die Aktie des Chemiegiganten BASF (WKN: BASF11) zählt laut dieser Auswertung zu den fünf beliebtesten Aktien der deutschen Anleger. Ich vermute, dass der Hauptgrund für die Beliebtheit die hohe Dividendenrendite ist. Ende April wurden 3,4 Euro je Aktie ausgeschüttet – bezogen auf den aktuellen Aktienkurs ergibt sich eine satte Dividendenrendite von 7,0 % (Stand aller Angaben: 02.06.2024). Darüber hinaus wurde die Dividende seit der Finanzkrise nie gekürzt.

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Das klingt doch attraktiv! Eine Rendite von 7 % bekommt man schließlich nicht überall. Doch schaut man auf die Gesamtrendite, die die Kursentwicklung mit einbezieht, verschlechtert sich das Bild dramatisch. Der DAX-Konzern erzielte im Jahr 2023 weniger Umsatz und Gewinn als zehn Jahre zuvor. Entsprechend fiel die Aktie in dem Zeitraum um mehr als 40 %, der MSCI World legte um rund 140 % zu. Da hilft dann auch die Dividende nicht mehr.

Zudem ist diese Dividende nicht in Stein gemeißelt, das Unternehmen BASF muss diese auch verdienen, um die Ausschüttung langfristig leisten zu können. Genau daran hapert es derzeit jedoch. Die Umsätze und Gewinne sanken im letzten Quartal erneut, der Free Cashflow war sogar negativ. Da auch die Verschuldung hoch ist, erwarte ich eine Dividendenkürzung in 2025 und halte mich von der BASF-Aktie fern.

Ein Turnaround bei Unilever scheint mir wenig wahrscheinlich

Als interessierter Analyst schaue ich gerne, welche Unternehmen hinter unterschiedlichsten Produkten und Dienstleistungen stehen. Im Supermarkt sehe ich häufig das blaue U-Logo von Unilever (WKN: A0JNE2) – sei es auf Eiscreme (Magnum, Langnese), Gewürzen & Saucen (Knorr, Hellmann’s) oder auf Körperpflegeprodukten (Axe, Dove). Diese Produkte werden immer benötigt, also kann ein Investment in Unilever-Aktien doch nicht so falsch sein, oder?

Zumindest in der Vergangenheit haben sich Unilever-Aktien trotz dieses stabilen Geschäfts und des starken Fokus auf Schwellenländer (mehr als die Hälfte der Umsätze werden hier erzielt) nicht gut entwickelt. Denn das Geschäft ist zwar stabil, wächst jedoch kaum. Entsprechend steht auf Sicht von zehn Jahren ein mageres Kursplus von 21 %. Da hilft dann auch die Dividendenrendite von 3,4 % wenig.

Doch zuletzt kam Bewegung in das träge Konsumgüterunternehmen. Der neue CEO verkündete die Ausgliederung der Eiscreme-Sparte, der Fokus soll zukünftig noch stärker auf wachstumsstarken Bereichen wie Pflege- und Gesundheitsprodukten liegen. So soll das Umsatzwachstum deutlich beschleunigt werden – auf rund 5 % p.a. Effizienzprogramme und ein Fokus auf starke Marken sollen die Margen zusätzlich steigen lassen. Selbst wenn ich annehme, dass dies so eintritt erscheint mir das KGV von 19 nicht günstig.

Auch bei Freenet stagniert das Geschäft

Auch das deutsche Telekommunikationsunternehmen Freenet (WKN: A0Z2ZZ) scheint viele Anleger mit seiner hohen Dividendenrendite von aktuell 7,4 % magisch anzuziehen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen seine Dividende langfristig schön gesteigert und nur im Zuge der Coronakrise einmalig deutlich reduziert hat.

Doch ähnlich wie bei BASF und Unilever stagniert das operative Geschäft mehr oder weniger. Im Kerngeschäft – dem Bereich Mobilfunk – sank sowohl die Anzahl der Kunden als auch der monatliche Umsatz je Kunde in den letzten Jahren. Auch wenn die Anzahl der Kunden in den letzten Quartalen wieder etwas anstieg, erwarte ich in diesem hart umkämpften Bereich langfristig wenig Wachstum. Der Bereich TV & Medien wächst insbesondere aufgrund des waipu-Geschäfts (Internetfernsehen) zwar immerhin, auf Ebene des Gesamtunternehmens macht sich das jedoch kaum bemerkbar. So lag der Gesamtumsatz im Jahr 2023 rund 18 % unter dem Umsatz aus dem Jahr 2013. Der Free Cashflow war über die Zeit zumindest stabil. Die Aktie stieg in den letzten zehn Jahren gerade einmal um 5 %.

Das sieht für mich nicht nach einem attraktiven Investment aus – Dividende hin oder her. Ich sehe keinen Anlass dafür, dass sich Freenet in den kommenden zehn Jahren operativ besser entwickeln sollte. Trotz der vermeintlich günstigen Bewertung mit einem KGV von 12 halte ich mich daher auch von dieser Dividendenaktie fern.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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