Novo Nordisk – so tief dürfen die Prognosen sinken!

Ein Thermometer liegt auf einem Berg an Medikamenten, Arzneien und Pillen.
Foto: Pixabay via Pexels

Bei Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) stehen demnächst wichtige Zahlen an. Das Management hat viel zu beweisen: Die Aktie notiert noch immer bei einem Kurs von ca. 57 Euro. Das entspricht nicht einmal der Hälfte der Bewertung des 52-Wochen-Hochs, das bei 131 Euro gelegen hat. Novo Nordisk markiert damit einen der tiefsten Fälle in der jüngeren Börsengeschichte bei einer eher defensiven Dividendenaktie.

Natürlich gibt es dafür Gründe. Das Adipositas-Mittel der zweiten Generation, CagriSema, ist zwar besser als beispielsweise Wegovy. Aber es erfüllte nicht die eigenen Erwartungen und die des Marktes. Wettbewerber Eli Lilly könnte ein besseres Medikament und eine besseres Kombi-Präparat entwickeln. Das führt wiederum zu der Sorge, dass Novo Nordisk den Anschluss in dem potenziellen 100 Mrd. US-Dollar Markt verliert.

Jetzt gilt es aber zunächst eines zu beweisen: Dass die Wachstumsgeschichte von Novo Nordisk nicht zu Ende ist. Am 6. August präsentiert der dänische Konzern neue Zahlen. Hier ist, was ich zumindest sehen möchte, um die aktuelle Bewertung mindestens zu rechtfertigen.

Novo Nordisk: Bestandsaufnahme! Das ist bislang geplant

Das Management von Novo Nordisk hat sich auch im Rahmen des ersten Quartals zu den möglichen Wachstumsraten im Geschäftsjahr 2025 geäußert. Damals sprachen die Verantwortlichen noch davon, dass der Umsatz zwischen 13 % und 21 % im laufenden Jahr wachsen soll. Beim operativen Ergebnis sprach die Prognose von einem Wachstum zwischen 16 % und 24 %. Erfahrungsgemäß nähert sich das Nettoergebnis stets dem Zuwachs des operativen Ergebnisses an. In dieser Größenordnung könnten wir daher eigentlich auch mit einem Gewinnwachstum rechnen.

Mittlerweile sind einige Analysten überzeugt, dass diese Prognose nicht haltbar ist. Man gehe davon aus, dass bereits die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025 korrigiert werden müsse, äußerten so beispielsweisie Analysten der UBS. Allerdings könne das ein reinigendes Gewitter sein, bei dem die Investoren Klarheit bekämen. Bezeichnend: Die Anpassungen würden laut den Analysten primär auf ungünstigen Währungseffekten basieren. An der Nachfrage an Ozempic und Wegovy mangele es nicht.

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Dennoch geht die UBS beispielsweise auch davon aus, dass das Wachstum bei Novo Nordisk bis zum Jahre 2030 langsamer ausfallen könnte. Um fair zu sein: Bei einem Aktienkurs von 131 Euro und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von teilweise über 40 war die Aktie auch für Perfektion bepreist. Heute sind wir von dieser Bewertung spürbar weit weg. Wie hoch oder niedrig darf das Wachstum daher ausfallen, damit Novo Nordisk positiv überraschen kann?

Beständiges und zweistelliges Wachstum ist wichtig!

Heute ist die Aktie von Novo Nordisk jedenfalls bei einem Kurs von 433 Dänischen Kronen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 19,1 bewertet. Weit entfernt von der Perfektion. Aber auch weit entfernt davon, dass es ein Gewinnwachstum von über 20 % benötigt, damit die Aktie attraktiv ist.

Was ich persönlich bei solchen Qualitätsaktien wie Novo Nordisk sehe, ist eine Wachstumsrate, die mindestens der Hälfte des Kurs-Gewinn-Verhältnisses entspricht. Das heißt: Bei einem Gewinnwachstum von 10 % pro Jahr wären die Anteile des dänischen Pharma- und Diabetesspezialisten für mich attraktiv. Entscheidend ist, dass der Gewinn je Aktie beständig wächst. Gäbe es beispielsweise bis zum Jahre 2030 eine solche Wachstumsrate, würde sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis im laufenden Geschäftsjahr und den kommenden fünf auf einen Wert von nicht einmal 11 reduzieren. Wir wären damit im Deep-Value-Bereich. Auch die Dividende des Dividendenaristokraten würde damit auf einen Wert von voraussichtlich 5 % bei einem gleichen Ausschüttungsverhältnis steigen. 10 % Gewinnwachstum pro Jahr sind daher für mich das Mindestmaß, aber wären attraktiv.

Um das an dieser Stelle direkt zu betonen: Zwischen den angestrebten 16 % bis 24 % beim operativen Ergebnis und der von mir berechneten Mindestwachstumsrate gibt es sehr viel Spielraum. Für mich besitzt Novo Nordisk daher eine große und attraktive Sicherheitsmarge bei der jetzigen Bewertung.

Novo Nordisk: Der Blick auf das klare Wachstum!

Natürlich gibt es im Moment einige Bedenken, was die Zukunft bringt. CagriSema wird dennoch ein Marktpotenzial im hohen einstelligen Milliardenbereich (Euro) nachgedacht. Per Mai verkündete außerdem CEO Lars Fruergaard Jørgensen, dass er seinen Stuhl räumen werde. Mit einem neuen Chef im Sessel gibt es natürlich auch etwas Unsicherheit. Aber auch neue Chancen.

In jedem Fall sehen wir, dass Novo Nordisk weiterhin der führende Anbieter im Bereich Diabetes mit einem Marktanteil von 55 % ist. Diese exponierte Wettbewerbsposition dürfte alleine eine Wachstumsrate in diesem Markt bedeuten, der pro Jahr bis zum Jahre 2032 mit einer Wachstumsrate von 12,7 % pro Jahr wachsen soll. Ein solches Gewinnwachstum von 10 % pro Jahr zu erzielen ist daher kein Hexenwerk.

Im Endeffekt sehe ich daher den Adipositas-Markt eher als Bonus. Ein Bonus, bei dem Novo Nordisk nur glänzen kann, aber nicht muss, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Novo Nordisk.



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