Dividendenaktie Nestlé: 3 wichtige Aufgaben für den neuen CEO!
Bei der Dividendenaktie Nestlé (WKN: A0Q4DC) läuft es zuletzt nicht rund. Der Aktienkurs hat deutlich nachgegeben, das operative Wachstum fiel langsamer aus. Da wirkt es bloß wie die Spitze des Eisbergs, dass der amtierende CEO nach lediglich einem Jahr seinen Posten verlassen muss. Wobei das natürlich andere Gründe hat.
Für ihn tritt jedenfalls mit Philipp Navratil ein internes Führungsmitglied die Nachfolge an. Ich sehe jedenfalls wichtige Aufgaben, die der neue CEO hinter der Nestlé-Aktie angehen muss. Ob er erfolgreich sein wird? Ja, sogar ein neues Erfolgskapitel aufschlägt? Hängt vielleicht auch damit zusammen, wie gut er bei den folgenden drei Aufgaben ist.
Nestlé: Es gilt ein neues Wachstumskapitel zu begründen!
Bei der Nestlé-Aktie hat sich das Wachstum zuletzt verlangsamt. Um das vorwegzunehmen: Das ist selbstverständlich kein unternehmensspezifisches Problem. Auch andere Lebensmittel- und Getränkekonzerne befinden sich in einer ähnlichen Marktphase. Wobei die Zahlen der Schweizer im vergangenen Quartal wirklich nicht gut ausfielen.
Der Umsatz wuchs zwar organisch um 2,9 % im Jahresvergleich auf 44,22 Mrd. Schweizer Franken. Die Kehrseite ist jedoch, dass es kaum ein reales Mengenwachstum gegeben hat. Die Anzahl verkaufter Produkte stieg um 0,2 %. Lediglich um 2,7 % im Durchschnitt höhere Preise haben ein schwächeres Zahlenwerk verhindert. Nestlé kam außerdem auf ein Nettoergebnis von 5,06 Mrd. Schweizer Franken. Ein Wert, der um 10,3 % im Jahresvergleich eingebrochen ist. Mit einem Ergebnis je Aktie von 1,97 Schweizer Franken ging dieser Wert um 9,0 % im Jahresvergleich zurück.
Na klar: Es gibt eine gewisse Kosteninflation. Das Management von Nestlé verwies insbesondere auf diesen Umstand. Aber der neue CEO sollte meiner Meinung nach eine umfangreichere Wachstumsstrategie präsentieren. Mit Philipp Navratil haben wir jedenfalls einen Mann im Chefsessel, der aus dem Kaffee-Segment um Nespresso gekommen ist. Er kennt es, neue Märkte zu erschließen, Premium-Marken zu etablieren und sich hier ein hohes Margenprofil zu sichern. Solche Moves würde ich gerne auch in Zukunft sehen. Dabei wäre es für mich zu wenig, sich auf „Wachstumsmärkte“ wie Vitaminpräparate zu konzentrieren und sie hochpreisig anzubieten. Meiner Meinung nach benötigt es gutes und zugleich innovatives Wachstum. PepsiCo macht exakt das derzeit vor: Mit neuen Rezepturen rund um die eigene Cola oder auch Snacks, die mehr Eiweiß enthalten. Das kann eine vollkommen neue Kundenschicht erschließen. So etwas würde ich auch gerne bei Nestlé sehen.
Stabilität in der Marge
Der neue CEO von Nestlé hat meiner Meinung nach auch eine zweite wichtige Arbeit. Er sollte die eigene operative Marge stabilisieren. Seitdem ich den Konzern intensiver beobachte, sehe ich einen Limbo um die Zielmarke. Zur Erinnerung: Im Rahmen einer größer angelegten Restrukturierung wollte Nestlé eigentlich bereits vor Jahren eine operative Marge von 18,5 % angestrebt. Das Ziel wurde zuletzt auf einen Richtwert von 17,5 % bis 18,5 % angepasst. Soweit, so gut. Aber: Mit 16,5 % verfehlte das Management dieses Ziel.
Was ist hierfür verantwortlich? Na klar: Steigende Preise für Kakao und Kaffee. Zudem hat es einen Rückgang der Nachfrage in der Region China gegeben. Auch ist der Markt der Verbraucher im Moment alles andere als einfach, keine Frage. Die Kehrseite ist jedoch: Nestlé hat bereits im ersten Halbjahr 2025 Preiserhöhungen im Kaffee-Segment durchgesetzt. Trotzdem hat sich die Marge nicht verbessert, sie ist nicht nur noch schlechter geworden.
Für mich sollte eine Kernaufgabe daher sein, wie Nestlé eine möglichst stabile operative Marge rund um die früheren Richtwerte zu halten. Es würde das Vertrauen der Investoren wieder herstellen. Zudem könnte sich damit auch die Profitabilität wieder verbessern und der schweizerische Lebensmittelkonzern würde ein neues profitables Wachstumskapitel begründen.
Dividendenaktie Nestlé: Wieder mehr Dividendenwachstum!
Machen wir uns zu guter Letzt nichts vor: Nestlé gilt als eine der wohl am meisten klassischen Dividendenaktien. Der Gesamtmix aus Lebensmitteln, starken Marken und einer beeindruckenden Historie von mehr als 25 Jahren wachsender Ausschüttungen hat den Schweizern einen besonderen Ruf beschert. Allerdings hat sich zuletzt das Dividendenwachstum deutlich verlangsamt.
Der neue CEO von Nestlé sollte sich daher auch überlegen, wie er die Vorzüge der eigenen Aktie wieder stärker positionieren kann. Mit einer Dividendenrendite von über 4 % besitzt er eine gute Ausgangslage. Denn die Aktie scheint definitiv im historischen Rückblick eher preiswert. Aber es gilt das Dividendenwachstum zu beschleunigen und zugleich den nötigen Spielraum zu schaffen, um auch die Konzernbilanz zu optimieren und Investitionen in Wachstum zu ermöglichen.
Nestlé hält derzeit eine Nettoverschuldung von 86 Mrd. Schweizer Franken laut der Daten von Yahoo Finance (kurzfristige und langfristige Schulden abzüglich Cash). Hier sollte das Management definitiv ein wenig optimieren. Bei einem Ausschüttungsverhältnis von derzeit 72,3 % fließen aber viele Mittel in die Dividende. Es braucht daher Gewinnwachstum, um das jetzige Niveau zu halten und Spielraum für mehr zu kreieren.
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Vincent besitzt Aktien von Nestlé und PepsiCo. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PepsiCo.
