Dividendenaktie Münchener Rück: Der Wendepunkt
Die Dividendenaktie der Münchener Rück (WKN: 843002) befindet sich womöglich an einem Wendepunkt. Das sehen wir auch am Aktienkurs. Seit den Hochs von 615,80 Euro haben die Anteilsscheine deutlich eingebüßt. Während ich diese Zeilen schreibe, notiert die Aktie noch bei 536,40 Euro. Ein Minus von ca. 13 %. Bei der zuletzt erfolgsverwöhnten Aktie ist das bemerkenswert.
Allerdings könnte das erst der Anfang sein. Denn auch operativ deuten sich dunkle Wolken an. Damit meine ich nicht die aufkommende Hurrikan-Saison in den USA. Sondern eher ein Markt, der zunehmend dazu neigt, keine Preiserhöhungen mehr zu akzeptieren. Sehen wir uns das ein wenig näher an. Und überlegen einmal, wie tief die Aktie womöglich fallen kann.
Ein anderer Markt für die Dividendenaktie Münchener Rück
Seit einigen Wochen halten sich die Gerüchte, dass sich der Markt der Rückversicherungsbranche von einer harten Marktphase in eine weiche wandeln könnte. Was das bedeutet? Einfach ausgedrückt: Dass die Rückversicherer Preiserhöhungen nicht mehr so einfach durchsetzen können. Es zieht neue Konkurrenz in Form von Risikokapital auf. Mehr Angebot bei gleichbleibender Nachfrage führt zu geringeren Preisen. Soweit zur Theorie.
Das Management der Münchener Rück hat diese Entwicklungen zuletzt verneint. Die Rating-Agentur Moody’s hat jetzt aber eine Branchenanalyse veröffentlicht, die Vertreter der Rückversicherungsbranche befragt hat. Und exakt diese Ergebnisse lassen zumindest aufhorchen: 75 % der Befragten rechnen demnach mit sinkenden Preisen im Jahre 2026. Lediglich ein Fünftel hält steigende Preise für wahrscheinlicher. Meiner Meinung nach dürfte die Münchener Rück hier in der Teilmenge enthalten sein. Der Rest hofft oder glaubt hingegen an stabile Preise.
Auch die Gründe für womöglich sinkende Preise lassen aufhorchen. Die Branchenvertreter sprechen von einem stärker umkämpften Markt unter den Rückversicherern. Risikokapital ist ebenfalls genannt. Genauso wie niedrigere Schadensfälle in den letzten Jahren, die weniger Verhandlungsbasis böten. Meiner Meinung nach sollten wir uns als Aktionäre der Münchener Rück daher zumindest auf die Möglichkeit sinkender Preise einstellen. Aber was bedeutet das für die Aktie? Und wie tief könnte sie fallen, wenn sich das bewahrheitet?
Rechnen wir ein bisschen herum!
Um zunächst positiv zu bleiben: Das Management der Münchener Rück rechnet trotz dem weichen Markt mit einem Gewinn von 6 Mrd. Euro für das Geschäftsjahr 2025. Daran hat man bis jetzt nicht gerüttelt und ich werte es als positiv, wenn das Management das bis heute nicht getan hat. Vielleicht kann man sich (noch) als Branchenprimus der Entwicklung des Marktes entziehen. Aber ich denke, dass ein weicher Markt auch mittelfristige Auswirkungen haben dürfte.
Wir benötigen daher eine Zahl. Meine Meinung ist, dass ein weicherer Markt einen Gewinnrückgang um bis zu einem Drittel bedeuten könnte. Warum nicht weniger? Ganz einfach: Weil die Zinsen noch höher sind und höher waren. Das Management der Münchener Rück konnte seine Mittel besser investieren und auch deshalb höhere Prämien durchsetzen. Vermutlich wird sich der DAX-Konzern die höheren Preise längerfristig gesichert haben. Ich halte daher ca. 4 Mrd. Euro Gewinn selbst in einem weicheren Markt noch immer für möglich.
Das würde bei einer Marktkapitalisierung von 70 Mrd. Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 17,5 bedeuten. Wie gesagt: Meiner Meinung nach eher im Worst-Case. Aber ich denke, dass das für einen doch zyklischen und von Risiken abhängigen Rückversicherer zu teuer wäre. Ein KGV zwischen 12 und 14 erschiene mir angemessen. Daher sehe ich einen Aktienkurs von ca. 370 Euro bis 430 Euro als eine Art Begrenzung.
Vergessen sollten wir aber drei Dinge nicht: Erstens, es muss nicht dazu kommen. Meine Annahmen halte ich für eher konservativ. Zweitens, kann der Markt aber auch über- oder unterreagieren. Vernunft ist in rückläufigen Märkten selten. Drittens kann das Management per Aktienrückkäufe gegensteuern. Ein geringerer Gewinn kann dann zumindest etwas auf Basis jeder einzelnen Aktie kompensiert werden.
Dividendenaktie Münchener Rück: Was das für mich bedeutet
Die Möglichkeit eines eher rückläufigen Rückversicherungsmarktes lässt mich zumindest vorsichtiger werden. Ganz ehrlich: Ich glaube, dass die Aktie in zehn Jahren höher steht, als heute. In den nächsten drei bis fünf Jahren kann aber eine Menge passieren. Daher übe ich mich erstmal in Geduld und beobachte den Markt. Sollten meine Annahmen stimmen, würde das aber vor allem eines bedeuten: Dass wir die Dividendenaktie der Münchener Rück mal wieder mit einem Discount bekämen. Alles hat, wie immer, zwei Seiten.
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Vincent besitzt Aktien der Münchener Rück. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien der Münchener Rück.
