Ist die Hermle-Aktie jetzt eine Value-Chance?

Viele Zahnräder greifen ineinander
Foto: Pixabay via Pexels

Hermle (WKN: 605283) gehört zu den qualitativ hochwertigsten Maschinenbauern der Welt und setzt voll auf Automatisierung. Krisenmanagement ist auch eine der Stärken des Unternehmens. Und in einer Krise befindet sich der Maschinenbau aktuell, weil die Investitionsbereitschaft gering ist und sich durch die Zollthematik noch verschärft hat. Die Hermle-Aktie setzt dementsprechend ihren mehrjährigen Abwärtstrend weiter fort.

Aber wie geht Hermle derzeit vor? Das Unternehmen investiert weiterhin in Personal, Forschung und Entwicklung neuer Maschinen sowie in die eigene Fertigung.

Warum wir uns über die Investitionen freuen

Nur mit klugen, jungen Köpfen kann Hermle seinen Technologievorsprung halten und ausbauen. Deshalb setzt das Unternehmen auf die eigene Ausbildung. Das zeigt sich auch an der Zahl der Auszubildenden und dual Studierenden: Diese ist im Vergleich zum Vorjahr von 96 auf 111 gestiegen. Alle Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss wurden übernommen und die frei gewordenen Lehrstellen wurden neu besetzt. Dennoch ist man generell mit Neueinstellungen zurückhaltend und frei werdende Stellen werden nur bedingt ersetzt, wobei man natürlich auch auf die Kostenstruktur achtet.

Bei der Entwicklung neuer Maschinen arbeitet man weiterhin intensiv an der zweiten Generation, kurz GEN2. Damit wird das Maschinenprogramm stetig auf die neue Version mit neuer elektrischer Architektur, Software und Hardware mit den neuesten Schnittstellen umgestellt. Auch an den neuen Automationskomponenten wird intensiv gearbeitet. Auf der Hausmesse wurden neue Robotersysteme sowie Handlingssysteme vorgestellt.

Wenn die Nachfrage nach Hermle-Maschinen mit Automationskomponenten anzieht, möchte man natürlich schnell lieferbereit sein und der Konkurrenz einen Schritt voraus sein, die womöglich erst wieder neue Facharbeiter einstellen muss. Als langfristige Fans der Hermle-Aktie freuen wir uns über diese auf viele Jahre angelegte Denkweise.

Deshalb werden in der Produktion weitere Möglichkeiten aufgebaut. So wurde beispielsweise in Zimmern der Aufbau einer zusätzlichen Großteilefertigung vorangetrieben, die im dritten Quartal 2025 abgeschlossen sein soll. Am Firmensitz wurde zudem mit dem Bau eines Technologie- und Schulungszentrums begonnen. Das sind alles Investitionen, die sich in den nächsten Jahren rechnen sollten und die Hermle dank seiner starken Bilanz aktuell problemlos finanzieren kann.

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So sind die Zahlen der Hermle-Aktie

Zum Halbjahr lag die Eigenkapitalquote bei starken 72,2 %. Auch die liquiden Mittel erhöhten sich bis Ende Juni von 107,4 Millionen Euro auf 139,6 Millionen Euro. Dadurch war die Dividendenzahlung an die Investoren der Hermle-Aktie im Juli gesichert.

Die starke Bilanz darf jedoch nicht über die bescheidene operative Entwicklung hinwegtäuschen. So sank der Umsatz um 8 % auf 221,6 Mio. Euro. Zwar lag der Auftragseingang nur 6 % unter dem Vorjahr, was insbesondere auf Vorzieheffekte aus den USA zurückzuführen ist, doch Deutschland bremste mit einem Minus von 22,9 % bei den Bestellungen. Aus dem Ausland kamen 167,5 Mio. Euro neue Bestellungen, was einem Anstieg von 3,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und mittlerweile 71 % der Bestellungen ausmacht.

Neben dem guten Auslandsgeschäft wirkte sich auch der gestiegene Serviceumsatz stabilisierend auf den Konzern aus. Aufgrund der wachsenden Anzahl installierter Hermle-Anlagen und des zunehmenden Anteils komplexer Automationslösungen sollte dieser Beitrag auch in Zukunft höher ausfallen.

Gewinneinbruch: Die Zyklusschwäche schlägt zu

Die geringe Investitionsbereitschaft führt zu einer Nachfrageschwäche nach Neumaschinen und damit zu einer geringeren Auslastung bei der Hermle-Fertigung, was sich wiederum negativ auf die Gewinne auswirkt. So sank das Betriebsergebnis um 60 % auf 15,3 Mio. Euro. Da auch die Zinsen etwas gesunken sind und das Kapital, wie oben beschrieben, in der Fertigung und in der Entwicklung besser aufgehoben ist, sinkt auch das Zinsergebnis. Dadurch sank das Ergebnis je Hermle-Aktie von 5,99 Euro auf 2,38 Euro.

Hier zeigt sich das typische Verhalten zyklischer Unternehmen: Eine geringe Nachfrage schlägt sich stark im Gewinn nieder. Das Management hat jedoch mit noch kräftigeren Einschlägen gerechnet und korrigiert seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben. Beim Konzernumsatz erwartet das Hermle-Management nun einen Rückgang zwischen dem oberen einstelligen Prozentbereich und gut 15 %. Nicht mehr, wie bisher, um bis zu 25 %. Das Betriebsergebnis wird sich voraussichtlich um 40 bis 80 % verringern. Bisher schien auch ein Minus von 90 % möglich.

Unser Fazit zur Hermle-Aktie

Insgesamt war es ein sehr schwieriges Halbjahr für Hermle. Das Unternehmen zieht jedoch an den richtigen Hebeln, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Wir sind zuversichtlich, dass wir bei einer Belebung der Nachfrage eine ebenso schnelle Gewinnerholung sehen werden und anschließend in eine Phase mit profitablem Wachstum übergehen können. Die Hermle-Aktie würde dann sicherlich ihre Schwächephase beenden.

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