Darum kaufe ich Broadcom statt Nvidia – und wette auf den ASIC-Markt

Nahaufnahme eines Computer-Prozessors
Foto: Sergei Starostin via Pexels

Wenn ich mir den Markt für KI-Chips 2025 anschaue, sticht Broadcom (WKN: A2JG9Z) für mich sofort heraus. Das Unternehmen kontrolliert rund 70 bis 75 % des Marktes für Application-Specific Integrated Circuits (ASICs). Allein im dritten Quartal 2025 kletterte der KI-bezogene Umsatz um satte 63 % auf 5,2 Mrd. US-Dollar. Damit ist klar: Broadcom profitiert massiv vom Übergang der Hyperscaler von klassischen GPUs zu effizienteren, maßgeschneiderten Chips.

Was mich besonders überzeugt, sind die technologischen Vorteile. Broadcoms ASICs bieten im Vergleich zu Nvidias GPUs einen rund 70-prozentigen Kostenvorteil und ein um 40 % besseres Preis-Leistungsverhältnis. Auch in puncto Energieeffizienz liegen sie vorn: Während GPUs durchschnittlich 0,4 Watt pro Recheneinheit verbrauchen, kommen ASICs mit 0,2 Watt aus. Genau diese Effizienz wird immer wichtiger, da Unternehmen von der reinen KI-Modellentwicklung zur Verarbeitung spezifischer Workloads übergehen.

Hyperscaler als Wachstumstreiber

Die Investitionen der großen Cloud-Anbieter sind gewaltig. 2025 dürften die fünf größten Hyperscaler zusammen über 300 Mrd. US-Dollar ausgeben, nach 230 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024. Ein erheblicher Teil dieses Budgets fließt direkt in KI-Infrastruktur. Für mich bedeutet das: Broadcom sitzt genau dort, wo die Musik spielt.

Ein echtes Ausrufezeichen ist der 10 Mrd. US-Dollar schwere Auftrag von OpenAI für kundenspezifische Chips. Damit gesellt sich OpenAI zu Broadcoms bisherigen Großkunden Google, Meta und ByteDance. Dieses Quartett sorgt dafür, dass Broadcom in einem serviceable addressable market (SAM) von 15 bis 20 Mrd. US-Dollar pro Jahr einen Marktanteil von rund 70 % hält. Für mich ist das ein starkes Signal: Die Nachfrage nach maßgeschneiderter Rechenleistung wächst rasant.

Aktienwelt360 Aktienkompass

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Broadcom hat finanzielle Schlagkraft

Die nackten Zahlen sprechen für sich. Im dritten Quartal 2025 erzielte Broadcom einen Rekordumsatz von 16 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 22 % gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA stieg um 30 % auf 10,7 Mrd. US-Dollar. Besonders beeindruckend finde ich die Margen: 56 % Betriebsmarge im Halbleiterbereich und über 90 % Bruttomarge bei der Infrastruktursoftware.

Die Übernahme von VMware im Jahr 2023 erweist sich zudem als strategischer Volltreffer. Inzwischen trägt das Softwaregeschäft rund 50 % zum Gewinn je Aktie bei – mit 93 % Bruttomarge im Segment. Allein im dritten Quartal 2025 setzte die Infrastruktursoftware 6,8 Mrd. US-Dollar um, ein Zuwachs von 17 % im Jahresvergleich. Für mich ist klar: Broadcom hat sich mit Software ein zweites, hochprofitables Standbein geschaffen.

Wachstumsziele der nächsten Jahre

Die Prognosen sind ambitioniert, aber realistisch. Für das vierte Quartal 2025 erwartet das Management rund 17,4 Mrd. US-Dollar Umsatz, davon 6,2 Mrd. US-Dollar aus KI – das wäre das elfte Quartal in Folge mit KI-Wachstum. Für das Gesamtjahr peilt man 20 Mrd. US-Dollar KI-Umsatz an, 2027 sollen es 50 Mrd. US-Dollar sein.

Natürlich gibt es auch Schattenseiten. Broadcom ist stark von wenigen Hyperscaler-Kunden abhängig. Wenn Google oder Meta ihre eigenen Chips schneller entwickeln als gedacht, könnte das die Nachfrage schmälern. Außerdem ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis recht hoch – viel Spielraum für Enttäuschungen bleibt da nicht.

Mein Fazit

Wenn ich die Lage nüchtern betrachte, ist Broadcom bestens positioniert, um in den kommenden Jahren vom ASIC-Boom zu profitieren. Die Kombination aus technologischem Vorsprung, profitabler Software und starken Kundenbeziehungen macht die Aktie für mich sehr spannend. Risiken wie Kundenkonzentration und Bewertung sollte man als Anleger zwar im Blick behalten. Doch letztlich spricht vieles dafür, dass Broadcom auch in den nächsten Jahren zu den großen Gewinnern der KI-Revolution zählen wird.

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Henning Lindhoff besitzt Aktien von Broadcom. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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