Novo Nordisk: So groß ist jetzt der Wettbewerbsvorteil!

Zahlreiche Pillen, Heilmittel und Pharma-Produkte auf einem grünen Untergrund
Foto: Nataliya Vaitkevich via Pexels

Bei Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) geht es derzeit Schlag auf Schlag, aber mal wieder in eine bessere Richtung. Denn erst im Dezember erzielte der dänische Pharmakonzern die Zulassung für Wegovy in Tablettenform. Zu Beginn des neuen Jahres verkündete das Unternehmen umgehend, dass man den Verkaufsstart vorbereite.

Novo Nordisk wird daher in Kürze das erste Abnehmmedikament für die orale Anwendung auf dem Markt haben. Das ist meiner Meinung nach ein Wettbewerbsvorteil. Denn auch wenn es hier auf eine tägliche Anwendung ankommt, dürfte das Schlucken einer Tablette für die meisten Konsumenten besser in den Alltag passen als eine wöchentliche Spritze.

Doch wie groß ist der Wettbewerbsvorteil für Novo Nordisk wirklich? Finden wir es heraus, indem wir einmal ein paar spannende Daten zu Spritzen, oralen Medikamenten und dem Markt allgemein betrachten. Kleiner Spoiler: Es wird wohl so einige Aspekte geben, die dir und mir neu sind.

Novo Nordisk: Ein großer Wettbewerbsvorteil für einen noch größeren Markt!

Man mag es in all den klinischen Studien gar nicht glauben, aber die Verabreichungsform spielt definitiv eine große Rolle für die Patienten. Meine These ist seit geraumer Zeit, dass mit einer „Abnehmpille“ der Markt noch einmal vollkommen auf den Kopf gestellt wird. Einige Zahlen scheinen das durchaus zu unterstreichen.

So geben 22 % der US-Amerikaner an, dass sie Interesse an einem Abnehmprodukt hätten. Aber es zuvor nicht genutzt haben, weil die Darreichungsform zu kompliziert sei. Selbst ChatGPT vermutet dahinter eine Angst vor der Spritze. Allein das zeigt, dass der Markt für Novo Nordisk derzeit um 22 % größer sein könnte. Wobei man sich dieses neue Marktpotenzial noch mit keinem anderen Wettbewerber teilen muss. Entscheidend sei für die Anwender aber auch eine ähnlich hohe Wirksamkeit: Auch hier liege Novo Nordisk mit seiner oralen Wegovy-Variante sehr weit vorn.

Denn Wegovy konnte in der höchsten Dosis und bei oraler Einnahme einen Gewichtsverlust von 16,6 % zeigen. Das ist in etwa auf dem Niveau der Spritzenform. Um auch das sehr deutlich zu sagen: Auch wenn Eli Lilly mit seinen Spritzen-Medikamenten teilweise eine bessere Wirkung erzielt als Novo Nordisk, so kommt das orale Produkt Orforglipron lediglich auf eine maximale Abnehmrate von etwas mehr als 12 %. Für Patienten, die nicht spritzen möchten, bleibt Wegovy daher wohl auf Dauer die erste Wahl.

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Es geht auch um den Preis!

Novo Nordisk startet die Markteinführung von oralem Wegovy aber auch mit Blick auf den Preis überaus clever. Denn bislang nehmen lediglich 2 % der US-Amerikaner überhaupt die Abnehmspritze. Das bedeutet, dass bisher lediglich ein kleiner Teil in den Genuss der Produkte gekommen ist. Mit Wegovy als Tablette scheint das Management ein erstes Massenprodukt auf den Markt bringen zu wollen, denn der Preis liegt nun zwischen 149 und 299 US-Dollar. Je nachdem, welche Dosierung man wählt und wie man versichert ist. Mit der Kostenübernahme durch Krankenkassen in den USA kann der Eigenanteil auf etwa 25 US-Dollar pro Monat sinken. Eine starke Ausgangslage.

Denn zuvor kostete Wegovy teilweise um die 1.000 US-Dollar. Eli Lilly verlangt für Zepbound zwischen 299 und 449 US-Dollar. Meine These bleibt daher auch hier, dass Novo Nordisk bei der Preisgestaltung die Nase vorn hat. Offenbar möchte das Management jetzt sehr aktiv seine Abnehmpille für den Massenmarkt öffnen. Ein Markt, der durch die Darreichungsform noch einmal einen komplett neuen Wachstumsschub erfahren dürfte.

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass bis zum Jahre 2030 bereits rund 25 % aller Anwendungen oral erfolgen. Viel spricht daher für eine schnelle Marktdurchdringung. Novo Nordisk sichert sich daher früh einen First-Mover-Vorteil im Markt. Auch wenn die Erfolge meist ein wenig niedriger sind, dürften dennoch viele Anwender der Pille bessere Erfolge erzielen. Denn Daten zeigen auch, dass Pillen im Vergleich zu Spritzen eine um bis zu 30 % bessere Adhärenzrate aufweisen. Das bedeutet: Patienten wenden Pillen eher sachgemäß an, als Spritzen. Auch, weil eine Spritze natürlich bedeutend komplizierter ist.

Novo Nordisk: Fassen wir es also zusammen …

Um daher zu einem Fazit zu kommen: Novo Nordisk ist mehr als nur der First Mover. Die Dänen haben zugleich einen Vorteil hinsichtlich der Wirksamkeit und des Preises. Orale Anwendungen sind außerdem besser, weil sie von den Verbrauchern effizienter eingesetzt werden. Viel spricht für mich daher dafür, dass Novo Nordisk mehr als nur der Erste ist. Man setzt auf eine starke Marktdurchdringung und eine Bindung derjenigen Kunden, die nicht spritzen wollen. Ich glaube deshalb, dass die Dänen jetzt im frühen Jahr 2026 einen wichtigen Grundstein für den Erfolg und wieder mehr Wachstum legen. Ob ich recht behalte? Ich halte dich auf dem Laufenden!

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