PayPal: Die Dividendenaktie, die keiner kennt und will!
PayPal (WKN: A14R7U) ist mittlerweile eine Dividendenaktie, denn das Management hat zuletzt eine erste Ausschüttung an die Investoren geleistet. Damit vervollständigt der US-amerikanische Zahlungsdienstleister sein Repertoire an Kapitalrückführungen. Wobei die Höhe der Dividende nicht unbedingt direkt für Begeisterungsstürme sorgte.
Aber PayPal arbeitet zumindest indirekt an seiner Qualität als Dividendenaktie. Durch den sinkenden Aktienkurs werden die Konditionen zunehmend attraktiver. Ausgehend von 0,14 US-Dollar je Aktie und Quartal beläuft sich die Dividendenrendite mittlerweile auf rund 1,1 %. Wenn wir bedenken, dass das Management gerade einmal 10 % des Gewinns für diese Dividende verwendet, ist das ein attraktiver Wert.
Dennoch gibt es zwei Probleme mit PayPal als Dividendenaktie. Einerseits kennt sie niemand als solche. Andererseits will niemand die Aktie derzeit haben. Das hat Gründe. Aber die könnten übertrieben sein, und mit einer langfristigen Dividendenperspektive hellen sich die Aussichten womöglich weiter auf.
PayPal: Die Dividendenaktie, die keiner kennt!
Fangen wir mit der ersten Baustelle an. Als Dividendenaktie ist PayPal noch unbekannt. Wir können keine jahrzehntelange Dividendenhistorie auswerten. Es gibt nicht einmal eine Dividendenpolitik, die uns eine grobe Orientierung der zukünftigen Ausschüttungen bietet. Für den Moment können wir daher den Status quo bewerten, der, optimistisch gesprochen, etwas mehr als ein Quartal umfasst.
In der weiteren Kommentierung heißt es lediglich, dass das Management mit einer Fortführung der Dividende in den kommenden Quartalen plane. Das klingt erst einmal nach etwas Beständigkeit. Die Beschwichtigung (womöglich nötig und regulatorisch) kommt aber direkt: Es obliegt den Entscheidungen des Managements und des Verwaltungs- und Aufsichtsrats, ob die Höhe und das Intervall aufrechterhalten werden können. Nach einer Dividende um jeden Preis klingt das bei PayPal nicht. Wohl aber nach einem guten und vielversprechenden Start.
Wir dürfen eines schließlich nicht vergessen: Obwohl PayPal erst eine junge Dividende besitzt, sind die Ansätze absolut vielversprechend. Mit gerade einmal 10 % des Gewinns wird über 1 % Dividendenrendite erreicht. Wenn das Management beispielsweise die Aktienrückkäufe leicht zurückfährt, könnte die Dividende je Aktie erhöht werden. Bei einem Ausschüttungsverhältnis von 20 % bis 25 % wären 2 % bis 2,5 % Ausschüttungsrendite möglich. Selbst das würde die finanziellen Möglichkeiten nicht überstrapazieren. Vielleicht sollten wir die PayPal-Aktie daher als Dividendenaktie nicht abschreiben. Oder unberücksichtigt lassen. Sondern gerade jetzt für ihre etwas unsicheren, wenngleich nicht unattraktiven Anfänge zu würdigen wissen.
Warum die Aktie niemand haben will
Kommen wir nun zum zweiten Aspekt: PayPal will niemand haben. Auch mit der Dividende und als neue Dividendenaktie nicht. Seit Jahresanfang liegt die Aktie erneut zweistellig im Minus. Ein gelungener Jahresstart sieht anders aus. Übrigens, eine wichtige Information: Ich schreibe diesen Artikel vor der Bekanntgabe der neuen Zahlen am Dienstag dieser Woche. Hier könnte es entsprechend zu einer Überraschung in die eine oder auch die andere Richtung kommen.
Aber was ist der Grund, dass die PayPal-Aktie niemanden mehr interessiert? Sie ist mittlerweile um etwa 80 % von ihrem Rekordhoch gefallen. Ein Grund hängt vor allem damit zusammen, dass die Wachstumsgeschichte kaum jemanden mehr fasziniert. Einen Wettbewerbsvorteil machen wenige ausfindig. Es gibt Konkurrenz oder womöglich neue Herausforderer, was für Margendruck sorgen könnte. Auf der anderen Seite steht, dass PayPal in ChatGPT integriert ist. Dass sich das Management mit einer aktiven Erweiterung des Ökosystems, wie beispielsweise einfachen Steuereinreichungen in den USA, auseinandersetzt. Etwas, das kaum gewürdigt wird.
Ebenfalls auf dieser Seite steht, dass die PayPal-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 10 oder knapp darunter gehandelt wird. Das Ökosystem ist mit 438 Mio. aktiven Nutzern weiterhin groß. Zudem wächst der US-Konzern: In den ersten drei Monaten beim Umsatz von 23,4 Mrd. US-Dollar auf 24,5 Mrd. US-Dollar. Beim Ergebnis je Aktie konnte der Wert bereinigt von 2,91 US-Dollar auf 3,92 US-Dollar gesteigert werden. Selbst im dritten Quartal war das Wachstum beim Ergebnis je Aktie mit 30 % auf 1,31 US-Dollar absolut stark. Die PayPal-Aktie wird derzeit so gehandelt, als würde sie stagnieren. Das lässt sich anhand der operativen Zahlen aber nicht ablesen.
PayPal als Dividendenaktie besitzt eine gute Fantasie!
Mein Fazit ist daher eigentlich sehr deutlich: PayPal kann als Dividendenaktie durchaus überraschen. Natürlich wissen wir nicht, wie die Ausschüttungen weitergehen. Wir erkennen erst die Ansätze. Sie sind aber vielversprechend. Im Zusammenspiel mit einer günstigen Bewertung, einem niedrigen Ausschüttungsverhältnis, derzeit noch hohen Aktienrückkäufen und dem Potenzial für Steigerungen bleibt die Ausgangslage interessant. Wer weiß: Vielleicht kann PayPal als Einkommenschance irgendwann überzeugen. Wer heute günstig investiert, sichert sich womöglich eine attraktive Einkommenschance zum Schnäppchenpreis.
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Vincent besitzt Aktien von PayPal. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PayPal.
