PayPal-Aktie: KGV 11! Fair?
Die PayPal-Aktie (WKN: A14R7U) besitzt derzeit ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 für das Geschäftsjahr 2025. Zumindest, wenn wir die Ergebnisprognose von 5,11 US-Dollar als Mindestwert ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs von 56,83 US-Dollar setzen, erhalten wir ein aktuelles KGV von etwas mehr als 11. Wirklich teuer ist das nicht.
Wir könnten rein formal auch noch den 2024er Wert in Höhe von 3,99 US-Dollar beim Gewinn je Aktie verwenden. Das wäre schließlich noch der letzte Ganzjahreswert, den wir analysieren können. Selbst hier ist das KGV mit einem Wert von 14 alles andere als teuer. Wobei eine solche Bewertung Wachstum benötigen würde.
Wir sollten bei der PayPal-Aktie heute aber sowieso einer anderen Frage auf den Grund gehen: Was ist ein faires KGV und ist die fundamentale Bewertung heute zu preiswert? Ich sehe durchaus einige Faktoren, die die Annahme einer zu günstigen Bewertung rechtfertigen können.
PayPal-Aktie: Ermitteln wir ein faires KGV!
Die eingangs genannten Zahlen zeigen bereits, dass die PayPal-Aktie preiswert für ihr Wachstum ist. Ein näherer Einblick offenbart, dass der US-amerikanische Zahlungsdienstleister beim Umsatz in diesem Jahr um 23,4 Mrd. US-Dollar auf 24,5 Mrd. US-Dollar gewachsen ist. Beim Nettoergebnis sehen wir hingegen einen Zuwachs von 3,0 Mrd. US-Dollar auf 3,79 Mrd. US-Dollar. Wir sehen daher ein grundsolides und profitables Wachstum, das zu guter Letzt noch durch Aktienrückkäufe in Höhe von ca. 1,5 Mrd. US-Dollar unterstützt worden ist. Rückkäufe reduzieren die Anzahl ausstehender Aktien und erhöhen damit den Gewinn je Aktie.
Die große Preisfrage ist nun jedoch: Was ist also ein faires KGV bei der PayPal-Aktie? Ich würde auch hier eher die klassische Ben-Graham-Formel verwenden, die einen Wert von 8,5 für ein stagnierendes Unternehmen annimmt, sowie für Aufschläge das Gewinnwachstum mit zwei multipliziert. Natürlich ist ein Gewinnwachstum von 26 % nicht die Regel. Ich würde eher von einem Wachstum ausgehen, das in etwa auf dem Niveau des Umsatzwachstums liegt. Bedeutet, dass wir rund 8 % pro Jahr im Mittel annehmen können. Unter dieser Prämisse wäre ein KGV von 24 fair. Selbst wenn wir eher vorsichtig kalkulieren möchten und ein Wachstum von 5 % pro Jahr ansetzen, wäre ein KGV von 18 fair. Mit 3 % wären 14 im Rahmen. Das können bereits die Aktienrückkäufe für ein Halbjahr locker erreichen.
Wir sehen daher meiner Meinung nach, dass die PayPal-Aktie eher unterbewertet erscheint. Gegebenenfalls sogar massiv unterbewertet, wenn wir ein Gewinnwachstum von 8 % pro Jahr ansetzen. Die Aktie findet seit Jahren nicht mehr so richtig in die Spur.
Der Blick auf Wettbewerber!
Das US-Portal Simply Wall Street hat außerdem noch einen Peer-Vergleich angestellt. Hier kam man zu dem Ergebnis, dass die Peer-Gruppe ein KGV von rund 14 besäße. Mit einem Wert von 11 sehen auch diese Analysten eine klare Unterbewertung bei dem US-amerikanischen Zahlungsdienstleister. Sie führen im erweiterten Kreis aller Finanz-Aktien ein KGV von 59,44 in der Vergleichsgruppe. Diesen Wert halte ich aber nicht für angemessen, denn wir können PayPal nicht mehr mit kleinen und eher gerade so profitablen Zahlungsdienstleistern vergleichen. Eine Unterbewertung von fast 30 % im Vergleich zu den Peers deutet aber auch hier auf ein großes Bewertungspotenzial hin.
Spannend finde ich zudem, dass Simply Wall Street auf ein faires KGV von 18,1 für die PayPal-Aktie gekommen ist. Dazu würde es laut meinen Berechnungen ein Gewinnwachstum pro Jahr von 5 % benötigen. Das halte ich ebenfalls für absolut realistisch. Ich scheine mit den Marktbeobachtern dort eher auf einer konservativen Linie zu liegen.
Qualität und Kapitalrückführungen bei der PayPal-Aktie vorhanden: KGV zu preiswert!
Zu guter Letzt sollten wir bei der PayPal-Aktie zusätzlich würdigen, welche Qualität vorhanden ist. Der US-Konzern gilt als einer der führenden Namen, wenn es um finanzielle Transaktionen geht. Wir können vielleicht eher von einem schwachen Wettbewerbsvorteil sprechen. Dafür aber von einem Ökosystem, dem 438 Mio. Haushalte vertrauen und hierüber ein Zahlungsvolumen von über 400 Mrd. US-Dollar im Quartal und pro Jahr in Billionenhöhe abwickeln. Das ist ein hohes Vertrauen für einen latenten Wettbewerbsvorteil.
Daneben kauft PayPal massiv eigene Aktien zurück. 1,5 Mrd. US-Dollar Rückkäufe im dritten Quartal entsprechen bei einer Marktkapitalisierung von etwa 54 Mrd. US-Dollar bereits einem relativen Anteil von fast 3 %. Hinzu kommt, dass das Management derzeit etwa 10 % des Gewinns per Dividende auszahlt und damit auf eine Dividendenrendite von rund 1 % kommt. Auch das ist ein attraktiver Wert, der durchaus noch steigerbar ist.
Zu guter Letzt ist auch das bilanzielle Fundament der PayPal-Aktie stabil. Den finanziellen Verbindlichkeiten von 11,4 Mrd. US-Dollar stehen liquide Mittel von 14,4 Mrd. US-Dollar gegenüber. Damit können weitere Aktienrückkäufe möglich sein. Auch die Dividende ist bei einem freien Cashflow von 1,7 Mrd. US-Dollar pro Vierteljahr locker leistbar. Aus all diesen Gründen glaube ich: Die PayPal-Aktie ist bei einem KGV von 11 einfach zu billig.
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Vincent besitzt Aktien von PayPal. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von PayPal.
