Schwedischer Compounder im Turnaround: Jetzt 1.000 Euro in die Teqnion-Aktie investieren?

Die Teqnion Holding (WKN: A2PHEY) ist eine Beteiligungsholding, die vom Nachfolgeproblem in Europa profitiert. Die demografische Entwicklung in Regionen wie Schweden und Großbritannien ermöglicht es dem Unternehmen, langfristig durch Übernahmen zu wachsen – allerdings nur, wenn diese diszipliniert durchgeführt werden und das Preis-Qualitäts-Verhältnis stimmt.
Bis Mitte 2025 stand die Teqnion-Aktie unter Druck
Nach einem schwierigen Jahr 2024 zeigt der aktuelle Bericht von Teqnion eine deutliche operative Erholung. CEO Johan Steene vergibt für das Jahr 2025 die Note „D-” (ausreichend). Dies ist eine Verbesserung gegenüber der Note „F” (mangelhaft) des Vorjahres und unterstreicht, dass das Unternehmen zwar auf dem richtigen Weg ist, aber immer noch harte Arbeit vor sich hat.
Teqnion konnte den Nettoumsatz im Jahr 2025 um 15 % auf 1,8 Mrd. schwedische Kronen steigern. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung des EBITA: Es kletterte um 36 % auf 203,1 Mio. schwedische Kronen, was einer Marge von 11,3 % entspricht. Für die Aktionäre stieg das Ergebnis je Teqnion-Aktie (EPS) um 3 % auf 5,74 schwedische Kronen. Das Ergebnis wurde durch zwei wesentliche Effekte beeinflusst: Zum einen gab es eine Belastung von 73 Mio. schwedische Kronen wegen einer Goodwill-Abschreibung im dritten Quartal im Zusammenhang mit der Beteiligung Reward Catering. Das EBITA im vierten Quartal wurde hingegen durch die Neubewertung von Earn-out-Verpflichtungen positiv beeinflusst.
Ein zentraler Erfolg war die Rückkehr zu einem starken Cashflow. Der freie Cashflow (FCF) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 123 % auf 173,1 Mio. schwedische Kronen. Dies bildet die Grundlage für das langfristige Ziel, das EPS alle fünf Jahre zu verdoppeln.
Die Übernahmen treiben das Gewinnwachstum
Das Wachstum war im vergangenen Jahr primär durch Akquisitionen getrieben. Neun neue Unternehmen wurden in die Gruppe aufgenommen, die im zweiten Halbjahr signifikante Gewinnbeiträge mit einer hohen EBT-Marge von ca. 22 % erzielten. Diese neuen Firmen wirken wie ein Qualitäts-Turbo für das Portfolio.
Demgegenüber steht ein organischer Rückgang: So sank der organische Umsatz auf Jahressicht um 5 %, das organische EBITA sogar um 10 %. Im vierten Quartal gab es jedoch einen Hoffnungsschimmer, als das organische EBITA trotz sinkender Umsätze um 60 % stieg. Dies ist das Ergebnis harter Restrukturierungen, bei denen Einheiten mit schwacher Performance saniert oder geschlossen wurden. Großbritannien ist ein Hoffnungsträger. Hier konnte das organische Wachstum im letzten Quartal um 9,5 % zulegen, was jedoch durch den starken Kronen-Kurs etwas abgefedert wurde.
Mit einem Verschuldungsgrad (Net Debt/EBITDA) von 1,6 bleibt die Bilanz stabil und liegt deutlich unter der selbst gesetzten Grenze von 2,5. Damit bleibt die Strategie unverändert: Akquisitionen haben oberste Priorität. Folgerichtig schlägt der Vorstand vor, für das Jahr 2025 keine Dividende an die Investoren der Teqnion-Aktie auszuschütten. Das Management ist überzeugt, dass das Kapital innerhalb von Teqnion durch Zukäufe profitabler Nischenunternehmen eine höhere Rendite für die Aktionäre erwirtschaftet als durch eine Ausschüttung.
Teqnion springt nicht auf Hypes auf
Während viele Unternehmen Hypes folgen, betont Teqnion, dass das Unternehmen eher in solide Industriegüter wie Baggermatten investiert, anstatt auf eine KI-Blase zu setzen. Dennoch sieht das Unternehmen KI als Werkzeug, um die Effizienz zu steigern, ohne die bewährte Geschäftslogik stabiler Cashflows in Nischenmärkten zu verlassen.
Mit einer neuen Organisationsstruktur, die in die Geschäftsbereiche Schweden und Großbritannien unterteilt ist, will Teqnion die Verantwortlichkeiten klarer definieren. Das Umfeld für Übernahmen bleibt günstig und das Team ist bereit für weiteres Wachstum. Die langfristige Vision bleibt bestehen: Ein dezentralisiertes Konglomerat zu schaffen, das durch Disziplin und seine Mission des profitablen Wachstums über Jahrzehnte hinweg Wert schafft.
Teqnion befindet sich in einer Phase der Transformation. In dieser Zeit wird die Qualität des Portfolios durch kluge Zukäufe stetig verbessert, während die „Altlasten” operativ bereinigt werden. Für langfristig orientierte Anleger sind das Gewinn-je-Aktie-Wachstum und die hohe Cash-Generierung nach wie vor entscheidend. Aktuell liegt die Free-Cashflow-Rendite der Teqnion-Aktie bei guten 4,8 % und sollte in den nächsten Jahren um zweistellige Raten wachsen. Das ist ein attraktives Niveau für langfristige Aktionäre.
Unser langfristiges Fazit zur Teqnion-Aktie
Grundsätzlich profitiert Teqnion unserer Ansicht nach von der Nachfolgeproblematik vieler mittelständischer Unternehmen, die zu attraktiven Kaufangeboten führt. Bleibt der Übernahmemotor intakt und stellen sich weitere operative Verbesserungen ein, dann ist eine Verdopplung des Gewinns alle fünf Jahre realistisch. Die Bewertung der Teqnion-Aktie wäre dann niedrig und somit könnte der Aktienkurs auch bald wieder steigen, wenn sich ein Erreichen des Ziels abzeichnet.
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