Der 3-Schritte-Plan, um den nächsten Börsencrash zu meistern!

Eine bunte Seifenblase die vor einem schwarzen Hintergrund in verschiedenen Farben schimmert.
Foto: Alexas_Fotos via Pixabay

Der nächste Börsencrash ist immer nur eine Frage der Zeit. Historisch gesehen tritt ein Einbruch um 30 % etwa einmal pro Jahrzehnt auf. Selbst ein tieferer Einbruch um 50 % passiert zwei bis drei Mal pro Jahrhundert. In Anbetracht eines deutlich dynamischeren, digitalen und schnelllebigeren Handels würde ich persönlich die Wahrscheinlichkeit sogar ein wenig höher gewichten.

Gerade jetzt wäre ich als Anleger wieder etwas vorsichtiger. Das sogenannte Shiller-KGV (Englisch: CAPE Ratio), benannt nach dem Nobelpreisträger Robert J. Shiller, liegt bei über 42. Nur im Dotcom-Crash erreichte der Wert eine höhere Bewertung. Auch der Warren-Buffett-Indikator signalisiert mit einem Wert von über 200, dass wir aktuell mit dem Feuer spielen. Teuer wird der Aktienmarkt, sobald der Indikator die Marke von 120 überschreitet. Wir haben uns hiervon mittlerweile weit entfernt.

Umso wichtiger wird es meiner Meinung nach, dass wir uns für die Möglichkeit eines Börsencrashs wappnen. Ich habe einen 3-Schritte-Plan für dich, der direkt heute dein Portfolio stabiler macht und deine Möglichkeiten vergrößert.

Börsencrash: Verkaufe schlechte Aktien oder solche, die zu teuer geworden sind

Natürlich definieren wir uns bei der Aktienwelt360 als klare Buy-and-hold-Investoren. Das heißt, dass wir nicht unbedingt den Aktienmarkt timen wollen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Bei hohen Bewertungen macht die Portfoliopflege ein wenig mehr Spaß. Denn wir können sowohl Verlierer, als auch zu teuer gewordene Gewinner-Aktien zu guten Preisen verkaufen. Das würde ich dir in einem ersten Schritt empfehlen: Positionen zu stutzen, die dir zu heiß werden, und bei Verlierer-Aktien möglichst hohe Preise zu erzielen.

Wenn die Kurs-Umsatz-Verhältnisse Werte über 20 erreichen, ist ein wenig mehr Vorsicht angebracht. Hier scheinen die Bewertungsdiskrepanzen sehr hoch zu sein. In einem Börsencrash kann gerade dann viel Luft entweichen. Im Gegenzug sind auch einige Verlierer-Aktien jetzt wieder höher bewertet, wodurch wir unsere Verluste ein wenig reduzieren können. Wenn Investitionsthesen maximal gescheitert sind, wozu die Aktien noch halten?

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Im Endeffekt zielen die einzelnen, dezenten Verkäufe oder Teilverkäufe auf zwei Ziele ab. Erstens, dass dein eigenes Portfolio für eine volatile Phase vorbereitet ist. Keine Loser, keine maßlos überteuerten Aktien. Nur die Top-Aktien, die du voller Überzeugung in einem Börsencrash halten würdest. Zweitens, dass dir die freien Mittel etwas mehr Flexibilität geben. Mit einem perfekt getrimmten Portfolio wird es einfacher, den nächsten Crash zu überstehen.

Cash aufbauen!

Mit strategisch nicht mehr benötigten Aktien oder auch einzelnen, teuren Teilverkäufen baust du bereits Cash auf. Diese Flexibilität ist wichtig. Um zukaufen zu können. Einen Notgroschen zu haben. Oder auch einfach, um etwas Einsatz aus dem Spiel zu haben, das einem emotionale Sicherheit gibt. Warum du auch immer Cash benötigst: Es lässt dich in jeder Marktphase flexibel agieren, vor allem auch im Börsencrash.

Zur Vorbereitung auf einen solchen würde ich dir daher empfehlen, auch abseits der Verkäufe Cash aufzubauen. Eben um flexibel zu bleiben. Einzelne Engpässe auszugleichen. Oder vor allem: Damit du in einer sehr volatilen Marktphase die Flexibilität besitzt, dass du zu günstigen Kursen nachkaufen kannst. Glaube mir eins: Diese Flexibilität wird sich in einer tiefen Korrektur sehr gut anfühlen. Man bleibt handlungsfähig. Auch wenn sich das Kaufen neuer Aktien bei immer tieferen Kursen nicht immer gut anfühlt. Vor allem, wenn die Kurse immer und immer weiter fallen.

Wir können Cash nicht nur aufbauen, indem wir Aktien verkaufen. Auch mit Dividenden, die wir nicht direkt reinvestieren, ist der Aufbau zusätzlicher Mittel möglich. Zinsen auf Tages- oder Festgeld für momentan nicht investiertes Geld sind weitere Optionen, um den Cash-Anteil auszubauen. Wer Flexibilität und Handlungsmöglichkeiten im nächsten Börsencrash haben will, sollte besser Monate vorher anfangen.

Für den nächsten Börsencrash: Watchlist und Schlachtplan!

Zu guter Letzt empfiehlt es sich meiner Meinung nach, für den nächsten Börsencrash einen Plan aufzustellen. Welche Top-Aktien willst du kaufen? Welche zuerst? Welche sind Must-haves und wo siehst du eher ein Nice-to-have, wenn sich die Bewertung einem für dich attraktiven Niveau annähert? Du siehst bereits: Die Fragen zielen auch darauf ab, dass eine Watchlist mit Kommentierung und leichten Abstufungen die Entscheidungen im Börsencrash erleichtern kann.

Daneben solltest du dir aber auch einen konkreten Schlachtplan zulegen. Dazu gehört zum Beispiel, wie viel deines Cashs du ab welchem Korrekturniveau investieren willst. Möchtest du ab einem Minus von 20 % bereits 30 % deines Cashs investiert haben? Oder wartest du vielleicht lieber, ob der Markt nicht noch ein Minus von 25 % erreicht? Solche Dinge solltest du hier definieren.

Im Endeffekt ist es in einem Börsencrash sehr wichtig, dass du möglichst genau einen konkret ausgearbeiteten Plan anwendest. So stellst du sicher, dass du auch wirklich von den günstigen Bewertungen profitierst. Und nicht Emotionen die Kontrolle über deine Entscheidungen übernehmen.

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