60 % Ausschüttung: Ist die IBM-Dividende ein Geniestreich oder eine Falle?

Eine Brille vor einem Computer-Bildschirm mit vielen Programmen, Daten und Code
Foto: Kevin Ku via Pexels

Vanguard und BlackRock halten zusammen über 15 % an IBM (WKN: 851399). Die beiden größten Vermögensverwalter der Welt verkaufen nicht, wenn Privatanleger in Panik flüchten – sie halten. Das ist kein Zufall. Denn während der Markt gerade alles aus den Depots wirft, was nach Software riecht, sitzen die Profis still und kassieren Dividenden. Seit 1916, um genau zu sein. Ob das klug ist – oder ob Claude Cowork dieses Mal wirklich alles ändert –, das schaue ich mir jetzt genau an.

Die Panik und ihr blinder Fleck

Vor wenigen Tagen schickte Anthropic ein neues Werkzeug namens „Claude Cowork“ in den Ring. Die Kurse aller Software-Firmen zitterten, weil digitale Arbeiter plötzlich menschliche Jobs übernehmen sollten. Der Ausverkauf war brutal – und bei vielen Firmen sogar berechtigt. Wer nur eine hübsche Benutzeroberfläche für Personalabteilungen verkauft, hat tatsächlich ein Problem.

Schau dir nur Asana an: Der Kurs liegt seit drei Jahren im Keller, genau seit dem Start von ChatGPT. IBM ist das Gegenteil davon. Und darin liegt der blinde Fleck der Panik.

15.000 Transaktionen pro Sekunde

Wenn du deine Kreditkarte zückst, läuft im Hintergrund mit hoher Wahrscheinlichkeit ein IBM-Mainframe. Nicht vielleicht – 87 % aller weltweiten Kreditkartentransaktionen und 95 % aller Geldautomaten-Transaktionen laufen über IBM-Systeme. 29 der 30 weltgrößten Banken vertrauen auf Big Blue. Ein einziger Mainframe verarbeitet dabei bis zu 15.000 Transaktionen pro Sekunde bei einer Latenz von unter zwei Millisekunden.

Das ist der entscheidende Punkt: Eine KI, die gelegentlich halluziniert, hat in diesem System nichts verloren. Ein Bankensystem darf nicht „ungefähr richtig“ sein. Es muss 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr funktionieren – fehlerfrei. Diesen Anspruch erfüllt IBM seit Jahrzehnten. Den tauscht kein CFO gegen ein billiges KI-Abonnement.

COBOL und das Gerücht vom Tod der Mainframes

Der Markt erschrak, als Claude plötzlich COBOL verstand – jene alte Programmiersprache, auf der ein Großteil des globalen Finanzsystems läuft. Die Angst: Mainframes werden überflüssig, weil KI den Code übersetzt.

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Doch das ist ein Gerücht. IBM baut die Hardware, auf der dieser Code läuft. Und ein Konzern kauft nicht einfach einen Server vom Discounter, um dort eine KI-Lösung drüberzustülpen. Große Unternehmen denken in „Total Cost of Ownership“ – auf Deutsch: den Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer. Ein einziger Systemausfall kostet Millionen. Das Risiko eines Wechsels wiegt schwerer als jede Ersparnis durch ein neues Tool. Eine US-Großbank, die kürzlich ihren Mainframe mit IBM modernisierte, spart seitdem 20 Mio. US-Dollar Betrugsverluste pro Jahr – nicht wegen eines KI-Start-ups, sondern wegen IBM.

30 Jahre Erhöhung – und warum 2,18 % trotzdem fair sind

IBM ist offiziell Dividendenaristokrat – das bedeutet: mindestens 25 aufeinanderfolgende Jahre mit Dividendenerhöhung. IBM hat die Latte sogar auf 30 Jahre hochgelegt. Sogar durch die Finanzkrise 2008, durch die Pandemie, durch jeden Technologieumbruch hindurch: Die Ausschüttung stieg jedes Jahr.

Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 2,18 %. Wer jetzt sagt: „Das ist wenig“ – hat recht, aber aus dem falschen Grund. Die Dividende steigt weiter. Wer 2022 bei einem Kurs von rund 120 US-Dollar eingestiegen ist, kassiert heute auf seinen Einstandspreis über 5 % Rendite pro Jahr – während du auf dem Tagesgeldkonto 2 % bekommst und dich über die Inflation ärgerst.

Ein ehrlicher Blick auf die Ausschüttungsquote gehört dazu: IBM schüttet rund 60 % seines Gewinns als Dividende aus. Das ist eine hohe Quote im Vergleich zu Microsoft (23 %) oder Oracle (43 %). Und es bedeutet: wenig Puffer, falls die Gewinne fallen. Wer das weiß, kann es einpreisen.

Was dein Depot abwirft

Kommen wir zu einer konkreten Rechnung. Bei einem aktuellen Kurs von 214 Euro und einer Jahresdividende von 6,46 Euro je Aktie ergibt sich folgendes Bild:

Investment Anteile (ca.) Brutto-Dividende/Jahr Netto (nach 26,375 % Steuer)
1.000 Euro 4,7 ~30,36 Euro ~22,36 Euro
5.000 Euro 23,4 ~151,16 Euro ~111,27 Euro
20.000 Euro 93,5 ~604,21 Euro ~444,88 Euro

Wo der echte Risikoherd liegt

Das Consulting-Geschäft ist IBMs wunder Punkt. Hier fragen sich zu Recht viele, ob KI-Berater teure Menschen aus Fleisch und Blut ersetzen. Konkurrenten wie Accenture stehen bereits unter Druck. IBM behauptet, KI sei eine riesige Chance für Berater – aber der Markt will Beweise, keine Versprechen.

Dazu kommt die ungeklärte Frage der Preismodelle: Wie rechnet man KI-Dienste künftig ab? Pro Aufgabe, pro Token oder im Abo? Alle Softwarehäuser stochern hier noch im Nebel. IBM ist da keine Ausnahme.

Fazit

KI wird viele Softwarefirmen verdrängen – manche werden ganz von der Bildfläche verschwinden. IBM gehört nicht in diese Kategorie. Wer das Nervensystem der Weltwirtschaft betreibt, wird nicht durch einen Chatbot ersetzt. Vanguard und BlackRock wissen das.

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Henning Lindhoff besitzt Aktien von Microsoft. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Microsoft.



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