Marvell Technology: Jensen Huangs nächster Billionen-Kandidat? Warum die KI-Infrastruktur jetzt explodiert!

Während die ganze Welt in Sachen KI auf Nvidia blickt, feierte in diesem Jahr eine ganz andere Aktie aufgrund von ihren KI-Durchbrüchen einen grandiosen Erfolg an der Börse.
Marvell Technology (WKN: A3CNLD) erlebt aktuell einen massiven Höhenflug, über den bisher nur wenige sprechen. Die Gründe dafür sind fundamental: Das Unternehmen besetzt eine Schlüsselposition in der KI-Infrastruktur und verdient an jeder Datenverbindung mit, die Rechenzentren miteinander vernetzt.
Nvidia-CEO Jensen Huang persönlich sorgte Anfang Juni mit einer Aussage für ein Beben an der Börse. Er rief Marvell als das nächste Billionen-Dollar-Unternehmen (im Englischen „trillion-dollar company“) aus.
Das ist weit mehr als nur ein nettes Lob unter Partnern. Es ist ein Ritterschlag. Huang weiß genau, wovon er spricht: Er hat Nvidia schließlich zur wertvollsten Chipfirma der Welt gemacht.
Wie Marvell Technology die KI-Welt verändert
Marvell Technology stellt nicht die Chips her, auf denen KI trainiert wird. Das ist nach wie vor der Job von Nvidia. Aber Marvell baut stattdessen die Infrastruktur im Hintergrund: Hochgeschwindigkeits-Switches, die riesige Datenmengen zwischen den Servern verteilen. Denn je schneller die Verbindungen sind, desto schneller lernt die KI.
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 zeigt, wie gut diese Strategie aufgeht. Der Umsatz kletterte um 28 % im Vergleich zum Vorjahr auf 2,42 Mrd. US-Dollar. Allein das Geschäft mit Rechenzentren steuerte davon 1,83 Mrd. US-Dollar bei. Das sind keine bloßen Details, sondern es ist ein unüberhörbares Signal an den Markt.
Nach diesen Ergebnissen hob das Management die Jahresprognose auf knapp 11,5 Mrd. US-Dollar an. Das entspricht einem Wachstum von rund 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Ein solcher Sprung bei einem ohnehin schon etablierten Milliardenkonzern ist eine absolute Ausnahme. Marvell spielt nun in einer anderen Liga.
CEO Matt Murphy erklärte, dass sich das Wachstum von Quartal zu Quartal sogar noch beschleunigen wird. Nach einer Abkühlung des KI-Booms sieht das in meinen Augen jedenfalls nicht aus.
Die Katalysatoren hinter diesem Wachstum
Marvell hat vor Kurzem den Teralynx T100 vorgestellt. Das ist ein extrem schneller Switch mit einer Kapazität von 102,4 Terabit pro Sekunde. Große Cloud-Betreiber warten dringend auf solche Produkte, da sie derzeit Milliarden in neue Rechenzentren investieren. Diese benötigen zwingend Marvells hocheffiziente Netzwerk-Infrastruktur, um überhaupt zu funktionieren.
Im Januar 2026 kaufte Marvell das Unternehmen XConn Technologies für 540 Mio. US-Dollar. XConn spezialisiert sich auf PCIe- und CXL-Konnektivitäts-Chips, mit denen sich Speicher und Prozessoren direkt koppeln lassen. Das gilt als Schlüssel für die Zukunft moderner Rechenzentren. Marvell sichert sich damit eine entscheidende Technologie für die Skalierung künftiger KI-Infrastrukturen.
Die Ankündigung Anfang Juni, Marvell in den S&P 500 Index aufzunehmen, war der nächste große Kurs-Katalysator. Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um fast 9 %. Das ist kein Zufall: Indexaufnahmen bringen verlässlich automatische Käufe durch ETFs und Indexfonds mit sich.
Vorsicht vor dem Hype
Nachdem sich die Aktie von Marvell Technology in wenigen Monaten mehr als verdoppelt hat, ist ein nüchterner Blick auf den Kursverlauf ratsam. Viel Optimismus ist bereits eingepreist und zusätzliches Potenzial gibt es somit nur noch unter extrem optimistischen Annahmen.
Offenkundig ist die Bewertung hoch. Marvell ist auf Netzwerk- und Infrastruktur-Chips spezialisiert, steht aber im harten Wettbewerb mit Broadcom. Dieser Konkurrent bietet eine breitere Produktpalette und verfügt über eine deutlich stärkere Marktposition. Kurzfristig könnte jede Enttäuschung den Kurs belasten, weshalb eine extra Portion Vorsicht geboten ist.
Marvell Technology: Die richtige Aktie, aber der falsche Preis?
Marvell Technology ist trotz der starken Kursrallye nicht übermäßig überbewertet. Die fundamentalen Kennzahlen und das anhaltende Wachstum im KI-Bereich untermauern die aktuelle Bewertung weitgehend. Das Unternehmen nimmt eine Schlüsselposition in der KI-Infrastruktur ein, und die Wette auf das Data-Center-Geschäft bleibt überzeugend.
Nach der Kursverdopplung seit Jahresbeginn stellt sich nicht mehr primär die Frage, ob Marvell zu einem Schwergewicht aufsteigt. Entscheidend ist vielmehr, wie viel des zukünftigen Erfolgs der Markt bereits vorweggenommen hat. Die Aktie hat sich zu einem etablierten Wachstumswert entwickelt. Solide und mit weiterem Potenzial, aber kein klassisches Schnäppchen mehr.
Langfristig orientierte Anleger sehen in Marvell weiterhin eine erstklassige Wachstumsstory. Kurzfristig sollten Anleger jedoch mit Rücksetzern rechnen. Auch wenn Jensen Huang mit seiner positiven Einschätzung zur Bedeutung der Rechenzentrums-Infrastruktur richtig liegen dürfte, bleibt ein realistischer Blick auf den zeitlichen Horizont der Umsetzung wichtig.
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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.