Das muss passieren, damit die The Trade Desk-Aktie wieder über 50 US-Dollar steigt

Bei The Trade Desk (WKN: A2ARCV) setzen wir auf einen digitalen Werbespezialisten, der die Grenzen programmatischer Werbung auslotet. Zuletzt hat die The Trade Desk-Aktie massiv an Wert eingebüßt, wofür es mehrere Gründe gibt. Zum Einen die SaaS-Pocalypse, die auch Werbesoftware obsolet werden lassen könnte. Aber vor allem auch die zuvor hohe Bewertung, ein sich verlangsamendes Wachstum und hausgemachte Probleme. So gab es beispielsweise Berichte über eine nicht ganz transparente Gebührenstruktur für die eigenen Kunden, die einigen Unmut auf sich zog. The Trade Desk wird sich hier verbessern müssen.
The Trade Desk-Aktie: Blicken wir auf die Zahlen
The Trade Desk konnte im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026 den Umsatz um 12 % auf 689 Mio. US-Dollar steiger. Das ist das langsamste Wachstum in den vergangenen Jahren. Zum Vergleich: Noch vor einem Jahr lag die Wachstumsrate bei 25 %. Wir sehen, dass besonders die schlechten Nachrichten rund um die Gebühren zu einem größeren Vertrauensverlust führten. Einige Kunden sind abgewandert.
Beim Nettoergebnis konnte The Trade Desk mit 40 Mio. US-Dollar ebenfalls nicht an den Vorjahreswert von 51 Mio. US-Dollar anknüpfen. Je The Trade Desk-Aktie entspricht das einem Wert von 0,08 US-Dollar nach 0,10 US-Dollar ein Jahr zuvor. Es bleibt aber einfach zu wenig für den Moment. Selbst eine Nettomarge von 6 % kann eigentlich nicht der Anspruch für unseren digitalen Werbespezialisten sein. Im jetzigen Stadium der Wachstumsgeschichte wollen wir bedeutend mehr!
Zwar erhalten wir mehr, wenn wir Positionen wie aktienbasierte Vergütung ausklammern. Denn das Non-GAAP-Nettoergebnis ist mit 134 Mio. US-Dollar und einem Ergebnis je The Trade Desk-Aktie von 0,28 US-Dollar bedeutend höher. Die Tendenz ist jedoch auch hier abnehmend: Im Vorjahresquartal lag der Wert mit 165 Mio. US-Dollar nochmal höher.
Unsere These bei der The Trade Desk-Aktie basiert jedoch darauf, dass allmählich profitables Wachstum einsetzt. Auch wenn es uns schwierig fällt: Aber wir müssen in den nächsten 12 Monaten eine sehr klare und gute Trendwende sehen. Sonst gilt diese Investitionsthese als angezählt.
Der tiefere Blick: Diese Initiativen sollen Wachstum bringen
Lass uns noch ein wenig tiefer graben. The Trade Desk konnte trotz der negativen Serie seine Retention über 95 % halten. Damit geht zumindest die eigene Historie von inzwischen vielen Jahren weiter, in denen maximal einer von 20 Kunden das Leistungsspektrum wieder verlässt. Neben den vielen eher mauen Nachrichten gab es aber auch positive News. So konnte The Trade Desk beispielsweise im ersten Quartal mit Koa Agents einen Partner gewinnen, der zukünftig den Markt für Agentic AI ein wenig intensiver auslotet. Im Test befinden sich Angebote, die das Schalten, Analysieren und Platzieren geeigneter Werbung automatisiert übernehmen. Ein spannender Wachstumsmarkt, der durchaus ein großes Potenzial besitzt.
Daneben setzt LinkedIn, das Karriereportal von Microsoft, auf The Trade Desk als digitalen Werbepartner. Man setze gezielt auf Anzeigen im Bereich Connected TV, von denen sich LinkedIn ein besonderes Potenzial verspricht. Auch Dollar General, eine Ein-Dollar-Kette aus den USA, partnert mit Kevel von The Trade Desk. Hierbei biete man Drittanbietern an, auf der eigenen Seite programmatische Werbeanzeigen zu schalten. Insofern bleibt die Nachfrage nach dem Angebot eigentlich recht groß.
Aber The Trade Desk hat einen straffen Zeitplan, um den Turnaround anzugehen und wieder zu mehr Wachstum zu finden. Immerhin: Für das zweite Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz von 750 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 694 Mio. US-Dollar entspricht das lediglich einem erwarteten Wachstum von 8 % im Jahresvergleich. Wir glauben aber, dass diese eher niedrige Messlatte übersprungen werden kann.
Unser Fazit zur The Trade Desk-Aktie
The Trade Desk verfügt immerhin noch über 1,3 Mrd. US-Dollar in Cash, mit denen das Management in neue Wachstuminitiativen investieren kann. Auch Aktienrückkäufe in Höhe von 168 Mio. US-Dollar im Q1 und noch ausstehende 327 Mio. US-Dollar stützen derzeit zumindest ein wenig. Aber sie sind nur ein leichtes Zünglein an der Waage. Im Kern wollen wir weiterhin sehen, wie The Trade Desk seinen adressierbaren Markt von bis zu einer Billion US-Dollar (nach Unternehmensangaben) ideal für sich einnimmt. Das bleibt jetzt die Kernmission des Managements, um die Trendwende bei der The Trade Desk-Aktie zu bringen.
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