Sportwetten sind keine gute Geldanlage – die Sportradar-Aktie ist es!

Sportradar (WKN: A3C2JA) ist das Rückgrat des globalen Sportwettenmarkts: eine B2B-Datendrehscheibe, die Wettanbieter, Medienunternehmen und Ligen weltweit mit Echtzeit-Daten, Quoten und Streaming-Lösungen versorgt. Wer die frischen Zahlen kennt, fragt sich zu Recht: Was muss eigentlich noch passieren, damit der Markt die Stärke des Unternehmens endlich einpreist? Denn die Sportradar-Aktie befindet sich seit knapp einem Jahr in einem Abwärtstrend, der eigentlich nur von der Deutschen Nationalmannschaft überboten wird.
Sportradar-Aktie: Fundamental ein Rekordquartal
Das erste Quartal 2026 war das stärkste erste Jahresquartal in der Geschichte des Unternehmens. Der Umsatz kletterte auf 347 Mio. Euro, ein Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr. Noch beeindruckender ist das Wachstum beim Free Cashflow, also dem Geld, das nach allen Investitionen tatsächlich im Unternehmen verbleibt: Er stieg um 38 % auf 44 Mio. Euro. Die Free-Cashflow-Conversion, also das Verhältnis von Free Cashflow zum operativen Gewinn (Adjusted EBITDA), verbesserte sich von 54 auf 67 %. Ein Unternehmen kann auf dem Papier wachsen und trotzdem kaum echtes Geld generieren. Sportradar tut beides, und das mit wachsender Schlagkraft.
Das Adjusted EBITDA, der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn, der uns als Maßstab für die operative Profitabilität dient, stieg um 12 % auf 66 Mio. Euro. Die zugehörige Marge verbesserte sich auf 19 % (ein Zuwachs von 11 Basispunkten). Das klingt bescheiden, ist aber der Beginn eines strukturellen Trends: Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management eine Margenverbesserung von 200 bis 225 Basispunkten an, langfristig soll die Marge auf über 30 % steigen. Glaubwürdig erscheint uns das primär deshalb, weil die wichtigsten Kostentreiber, konkret die Sportrechte, langfristig vertraglich fixiert sind und damit planbar bleiben.
Und weiter?
Wer wirklich verstehen will, wie gesund das Geschäftsmodell hinter der Sportradar-Aktie ist, sollte auf eine Zahl schauen, die in der Berichterstattung nur selten vorkommt: die Net Retention Rate (NRR) von 108 %. Diese Kennzahl misst, wie viel die 200 größten Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausgeben, und zwar unter Einrechnung von Kundenabgängen. Ein Wert über 100 % bedeutet: Das Bestandskundenbuch wächst von allein. Sportradar müsste theoretisch keine einzige neue Kundenbeziehung aufbauen und würde trotzdem wachsen.
Im Februar wurde der Deal mit dem britischen Wettanbieter Betfred erweitert, der damit die Retail-Infrastruktur von rund 1.300 Filialen modernisiert. Ende März folgte die Ausweitung der Partnerschaft mit Hard Rock Bet um offizielle PGA-Tour- und UFC-Daten. Das alles ist reines Upselling in bestehenden Beziehungen.
Ende 2025 übernahm Sportradar das Sportrechte-Portfolio von IMG Arena. Alle Tier-1-Kunden (das sind die größten globalen Wettanbieter wie Flutter, Entain oder FanDuel) nehmen inzwischen IMG-Inhalte ab, und 60 % der ehemaligen Nicht-IMG-Kunden haben das neue Angebot ebenfalls integriert. Im Tennisbereich wird zu den French und den US Open das Streaming-Format „4Sight“ mit sogenannten Micro-Markets eingeführt. Das sind sehr granulare Einzelwetten auf kurzfristige Spielereignisse. Im Golf wurden die Rechte für die DP World Tour und The Open verlängert. Sportradar erwartet zudem noch rund 100 Mio. US-Dollar Cash-Zufluss aus der IMG-Transaktion im Jahresverlauf.
Wo die nächsten Milliarden herkommen
Die zwei aufregendsten Wachstumsprojekte laufen parallel und ergänzen sich strategisch. Mit der neuen Marke „PlayRadar“, die am 24. März 2026 lanciert wurde, betritt Sportradar den über 100 Mrd. US-Dollar schweren iGaming-Markt, also den Online-Casino-Bereich mit Slots, Tischspielen und Virtual Sports. Bislang verkaufte Sportradar Infrastruktur an Wettanbieter. Mit PlayRadar wird man nun selbst zum Content-Anbieter. Der Roll-out läuft bereits in Lateinamerika. Im weiteren Jahresverlauf sollen Großbritannien, Schweden, Dänemark, Griechenland sowie mehrere US-Bundesstaaten und Kanada folgen. Das Risiko dabei: Sportradar wird hier zum Wettbewerber eigener Kunden. Wie die Wettanbieter langfristig auf dieses Strategie-Update reagieren, werden wir genau beobachten.
Noch spannender sind die Prediction Markets, also börsenähnliche Wettplattformen, die vorwiegend in solchen US-Bundesstaaten wachsen, die traditionelle Sportwetten verbieten. Das Management erklärte im Call, man habe bereits grünes Licht von NHL, UFC, MLS und MLB für die Vermarktung offizieller Daten an Exchanges, Market Maker und Broker erhalten. Die Gespräche seien fortgeschritten und man bezifferte das Potenzial auf mehrere 10 Mio. Dollar pro Jahr.
Unser Fazit zur Sportradar-Aktie
Die Guidance fürs Gesamtjahr steht bei 23 bis 25 % Umsatzwachstum, einem EBITDA von 390 bis 400 Mio. Euro und einer Free-Cashflow-Conversion über dem Vorjahreswert von 56 %. Wer die Sportradar-Aktie kauft, setzt im Kern darauf, dass ein Management mit nachgewiesener Execution-Stärke hält, was es versprochen hat. Diese These erscheint uns gut begründet.
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