Ist die Sartorius-Aktie nach den jüngsten Zahlen ein Kauf?

Ein Wissenschaftler experimentiert im Labor mit Pflanzen
Bild: Gerd Altmann via Pixabay

Wir setzen bei dem Göttinger Laborzulieferer Sartorius (WKN: 716563) darauf, dass die Gesundheitsbranche im Allgemeinen und die Biopharma-Sparte im Speziellen langfristig wachsen – und damit die Nachfrage nach hochspezialisierten Laborprodukten des Unternehmens wie Bioreaktoren, Filtrationssystemen und Laborwaagen zunimmt. Im ersten Halbjahr 2026 war dies der Fall. Was bedeutet das langfristig für die Sartorius-Aktie?

Wachstum im ersten Halbjahr

Die Zahlen wurden von einem Sondereffekt überlagert: Der U.S. Supreme Court hat bestimmte US-Zölle für unrechtmäßig erklärt, woraufhin Sartorius entsprechende Rückzahlungen erhielt. Da das Unternehmen seine Kunden für die zuvor gezahlten Zollzuschläge kompensieren will, werden diese Beträge als Minderung von Umsatz und Umsatzkosten verbucht – das drückt die ausgewiesenen Wachstumsraten nach unten, ohne dass es sich um eine operative Schwäche handelt.

Bereinigt um diesen Effekt wuchs der Konzernumsatz währungsbereinigt um 7,7 %, einschließlich der Kundenkompensationen waren es 6,2 % (nominal 2,5 %). Getragen wurde das Wachstum erneut vom margenstarken wiederkehrenden Geschäft mit Verbrauchsmaterialien in beiden Sparten (Bioprocess Solutions und Lab Products & Services). Positiv: Auch das zuletzt schwächelnde Neugeschäft mit Anlagen und Laborinstrumenten stabilisierte sich nach einer zuvor schwachen Investitionstätigkeit der Kunden und kehrte zu leichtem Wachstum zurück. Alle Regionen legten zu, wobei der Umsatz in Asien/Pazifik mit +12,1 % gestützt von der Erholung in China am stärksten wuchs.

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Sartorius-Aktie: Habemus Gewinnwachstum!

Auch bei der Profitabilität lief es ordentlich: Die operative EBITDA-Marge stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 30,3 %. Zwei gegenläufige technische Effekte aus bestehenden US-Zöllen einerseits und den Zollrückzahlungen andererseits hoben sich dabei weitgehend auf. Unterm Strich stand im ersten Halbjahr ein Anstieg des bereinigten Gewinns je Sartorius-Vorzugsaktie von 2 %.

Der seit einem Jahr amtierende CEO Michael Grosse zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung und betonte, dass nach langer Unsicherheit über Zeitpunkt und Höhe der Zollrückzahlungen nun mehr Klarheit bestehe. Das Management bestätigte die bestehende Prognose für 2026 von 5 bis 9 % währungsbereinigtem Umsatzwachstum sowie einer EBITDA-Marge von etwas über 30 %. Auch bei der Bilanz läuft es weiterhin planmäßig: Die Eigenkapitalquote stieg auf 41,6 % und der dynamische Verschuldungsgrad sank leicht auf das 3,51-fache des EBITDA – die nach der milliardenschweren Polyplus-Übernahme gestiegene Verschuldung wird also planmäßig abgebaut.

Wie wir die Sartorius-Aktie nun sehen

Unterm Strich bestätigen die Zahlen unsere These. Die operative Erholung bei Sartorius ist intakt und mit der sich abzeichnenden Stabilisierung des Neugeschäfts könnte das Wachstum weiter in Schwung kommen. Während die Sartorius-Aktie in den letzten Monaten seitwärts lief, bleibt die Bewertung gemessen an den aktuellen Wachstumsraten anspruchsvoll. Die Vorzugsaktie notiert zu einem KGV von 45, die Stammaktie kommt auf ein KGV von 36.

Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass Sartorius aufgrund des Rückenwinds der Biopharma-Branche kombiniert mit starken Produkten mittelfristig in diese Bewertung hineinwachsen kann.

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