Der nächste Crash kommt bestimmt: Denke heute über diese 3 Dinge nach!

Der nächste Crash kommt. Irgendwann. Lassen wir das mit den Vorhersagen. Heute wollen wir uns auch nicht mögliche Auslöser ansehen. Wichtig ist für dich als unternehmensorientierten Investor sowieso eher, wie du mit einer solchen volatilen Phase umgehst.
Deshalb möchte ich heute ein paar wichtige Dinge mit dir teilen. Spannende Gedanken. Gute Perspektiven. Vielleicht den einen oder anderen Tipp.
Ein Crash ist häufig in der Situation, in der wir ihn erleben, prägender als im Nachhinein. Na klar: Sind die Welt-Indizes um ein paar Prozent gestiegen und löst sich der Auslöser in Wohlgefallen auf, so sind wir immer schlauer. Unter anderem die Mathematik hilft uns aber, über die volatile Phase hinwegzusehen.
Der nächste Crash: Lass uns ein wenig rechnen!
Beginnen wir direkt mit einem spannenden Rechenbeispiel. Nehmen wir dazu an, dass ein Aktienmarkt um 3 % pro Tag über 20 Tage fällt. Die Medien werden dann gewiss lauter. „Immer weiter abwärts“, „Abwärtstrend des Grauens“. Oder: „20 Tage nur Minus“ werden dann mit Sicherheit die Schlagzeilen lauten. Aber was passiert eigentlich?
Wenn wir es einfach mal rational betrachten, so würde ein Index (als Beispiel) über diesen Zeitraum 45 % verlieren. Nicht leicht, das auszuhalten. Aber die wichtige Quintessenz ist, dass sich die Entwicklung verlangsamt. Der Grund ist einfach: Am ersten Tag gehen wir von 100 % um 3 % herunter. Am zweiten Tag starten wir von 97 %, wenn wir die 100 % als Startwert definieren, und verlieren bloß noch 2,9 %. Dieses „absolute“ Minus nimmt daher immer weiter ab, auch wenn es relativ an jedem Tag gleich wäre. Das Gleiche passiert oft in unserem Depot: Wenn die Kurse immer tiefer fallen, nimmt der absolute Verlust in Euro ab. Auch wenn es dann vielleicht noch einmal 3 %, 4 % oder 5 % hinab geht.
Wenn wir gerade in der Abwärtsphase in einem Crash einen kühlen Kopf bewahren, nicht unser Pulver direkt aufbrauchen und den Einsatz nicht zu schnell erhöhen, wird unser Verlust ein wenig gebremst. Denk einmal darüber nach: Es hilft dir vielleicht dabei, sehr emotionale Draw-Down-Phasen, die lange anhalten, aus einer ganz anderen Perspektive heraus zu betrachten.
Der Worst Case und der Base Case
Bleiben wir bei dem, was passieren kann. Hier hilft uns wiederum die Börsenstatistik. Der Meta-Kontext ist jedoch, dass viele Marktschreier im nächsten Crash heftig kreischen werden. Dotcom. Finanzkrise. Der Schwarze Freitag 1929. All das kocht dann auf. Um das ganz ehrlich mit dir zu teilen: Es ist natürlich möglich, dass das passiert. Allein, dass es in der Vergangenheit geschah, unterstreicht die Möglichkeit. Aber es ist wichtig, einen Worst Case von einem Base Case zu trennen.
Der Worst Case wäre zum Beispiel der Schwarze Freitag 1929. Damals war der Handel noch sehr stationär. Aktuelle Aktienkurse gab es am nächsten Tag in der Tageszeitung. Einmal. Elektronischer und globaler Handel? Nicht vorhanden. Der Aktienmarkt korrigierte damals um 89 %. Wow. Das wäre heute bitter. Es dauerte Jahre, Jahrzehnte, bis der Aktienmarkt sich wieder erholt hatte. Selbst der Dotcom-Crash dauerte bis zum Tief fast zwei Jahre. Die Erholung erfolgte etwas schneller. Es waren dennoch verlorene Jahre für die Investoren.
Aber wie wahrscheinlich ist heute der Worst Case? Ich werde mich mit Sicherheit nicht aus dem Fenster lehnen und sagen, dass ein Minus von 89 % ausgeschlossen ist. Aber sehr realistisch passiert ein Crash von 50 % oder mehr (das sind nicht die fast 90 %) zwei bis drei Mal pro Jahrhundert. Korrekturen oder kleinere Crashs von 20 oder 30 % passieren alle paar Jahre bis einmal pro Jahrzehnt. Der statistische Base Case ist daher ein komplett anderer.
Würde es zu einem Worst Case kommen, so wäre das verheerend. Wenn dich die Aussichten schocken, solltest du dich vielleicht etwas anderes fragen.
Der nächste Crash: Wovor hast du Angst?
Das ist auch bereits die Überleitung zu unserem nächsten Thema. Wenn du geschockt bist, dass ein Crash mehr als die Hälfte deines Aktienvermögens auslöschen kann, dann geht etwas fehl. Es ist nie leicht. Aber die Sorge und dein Grübeln sollten dich weiter nachdenken lassen. Sorgen machen darf man. Geht es in Richtung schlaflose Nächte, steckt oft mehr dahinter.
Hast du vielleicht zu viel Geld in Aktien? Das kann eine Möglichkeit sein. Wenn wir Angst haben, dann zeigt uns das so manches Mal, dass wir zu viel zu verlieren haben. In diesem Fall wäre es definitiv besser, seine Positionen so zu trimmen, dass man es aushalten kann. Vielleicht ist es aber auch etwas anderes. Sind die Aktien in deinem Depot womöglich nicht so gut, dass du dir nicht sicher bist, ob sie sich von einem Crash erholen? Wenn ja: Raus damit. Was wir nicht in der Korrektur haben möchten, sollten wir auch nicht in einer guten Marktphase haben. Es kann viele Gründe geben. Hinterfrage sie. Nur dann kannst du fundamental überlegen, ob du irgendetwas anpassen solltest.
Der letzte Schritt ist besonders wichtig. Denn noch sind die Aktienmärkte hoch, ein Crash nicht ersichtlich. Gehst du mit zu viel Geld in eine Korrektur, wirst du dir nicht nur wünschen, früher verkauft zu haben. Die Angst, etwas zu verpassen, hielt dich dann heute investiert. Eigentlich hast du dann auch nicht mehr die Chance, noch etwas anzupassen.
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