Eagle Materials: Diese unscheinbare Aktie profitiert vom Rechenzentren-Boom

Der Baustoffproduzent Eagle Materials (WKN: A0BLQZ) ist mit einem neuen Umsatzrekord in das Geschäftsjahr 26/27 (31. März) gestartet, nachdem schon im zuvor abgeschlossenen Zeitraum ein Umsatzrekord zu Buche gestanden hatte. Allerdings sorgten gestiegene Betriebskosten und ungeplante Instandhaltungsaufwendungen für einen Rückgang beim Ergebnis der Eagle Materials-Aktie.
Die Fundamentalanalyse der Eagle Materials-Aktie
Aber der Reihe nach. Mit 651,0 Mio. US-Dollar (plus 3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum) erzielte Eagle einen neuen Rekordwert für ein erstes Geschäftsjahresquartal. Verantwortlich dafür war einmal mehr das Segment der Schwermaterialien, das Zement, Beton und Zuschlagstoffe produziert. Dank höherer Nachfrage aus dem Bau von Infrastruktur und Rechenzentren sowie Preiserhöhungen stieg der Umsatz um 8 % auf 454,1 Mio. US-Dollar.
Verhaltener hingegen entwickelten sich die leichten Materialien wie Gipskarton und Recyclingpappe. Aufgrund der anhaltenden Schwäche im Wohnungsbau sank der Umsatz hier um 5 % auf 238,2 Mio. US-Dollar. Das Absatzvolumen von Gipskartonplatten ging um 2 % auf 71,7 Mio. Quadratmeter zurück. Dagegen lieferte der Bereich Recyclingpappe ein Rekordvolumen.
Gewinnrückgang trotz Umsatzwachstum
Leider konnten diese Bestwerte nicht in die Ergebnisse mitgenommen werden. Der operative Gewinn ging um 14,7 % auf 144,6 Mio. US-Dollar zurück. Insbesondere bei der Zementproduktion und den Gipskartonplatten stiegen die Kosten überproportional. Höhere Benzinpreise sorgten für teurere Transportkosten.
Und dann gab es noch einen besonderen Aufwand: Im Werk Mountain Cement ist es zu einem unerwarteten Ausfall einer Anlage gekommen. CEO Michael Haack sagte dazu im Analystencall: „Die Öfen in Mountain stammen aus den 1960er Jahren und zeigen mittlerweile Alterserscheinungen, was die Notwendigkeit und Bedeutung der neuen, modernen Ofenanlage, die wir derzeit installieren, noch einmal unterstreicht.“
Der Schaden beträgt 6 Mio. US-Dollar, einen Teil davon werden Versicherungen übernehmen. Laut Haack zeige dieser Vorfall, wie robust das von Eagle aufgebaute Zementnetzwerk sei, da die Absatzmengen davon unberührt geblieben seien. Eagle sei in der Lage, Zement aus dem gesamten Einzugsgebiet zu beziehen, um die Kundennachfrage ohne Unterbrechungen zu decken.
Als Nettogewinn erzielte Eagle im ersten Quartal 102,1 Mio. US-Dollar, das ist ein Minus von 17,2 % im Vergleich zum Vorjahr.
Eagle Materials-Aktie: Die Cashflows und ihre Verwendung
Eagle erwirtschaftet weiterhin einen starken Cashflow: Im ersten Quartal stieg der operative Cashflow um 13 % auf 154 Mio. Die Investitionsausgaben beliefen sich auf 121 Mio. US-Dollar und waren in erster Linie auf Investitionen in die Modernisierung und Erweiterung des Mountain-Cement-Werks in Laramie, Wyoming, sowie auf die Modernisierung des Gipsplattenwerks in Duke, Oklahoma, zurückzuführen.
Im Quartal kaufte Eagle 406.500 Aktien für etwa 84 Mio. US-Dollar zurück, das sind knapp 207 US-Dollar je Aktie. Durch die geringere Anzahl an Aktien ist der Gewinn je verwässerter Eagle Materials-Aktie „nur“ um 12,5 % auf 3,29 US-Dollar gefallen.
Unser Fazit zur Eagle Materials-Aktie
Eagle Materials demonstriert trotz makroökonomischer Unsicherheiten eine hohe Widerstandsfähigkeit beim Umsatz. Zwar belasten steigende Fracht-, Rohstoff- und Wartungskosten die Margen kurzfristig, das Management blickt jedoch optimistisch auf die laufenden Modernisierungsprojekte in Wyoming und Oklahoma. Diese sollen langfristig zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen führen.
Für uns bleibt die Eagle Materials-Aktie eine interessante Depotbeimischung, die vom Boom der Rechenzentren profitieren sollte und im Falle einer breiten Konjunkturerholung einen zusätzlichen Hebel besitzt.
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