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Wird der ProSieben-Aktienkurs nach der Jochen Schweizer-Übernahme steigen?

Quelle: Thomas Brantl

Am 21.06.2017 gab die ProSiebenSat.1 Media SE (WKN:PSM777) bekannt, dass man die Jochen Schweizer GmbH, einen der führenden Anbieter für Erlebnisgutscheine in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mehrheitlich übernehmen will.

Um abzuschätzen, wie diese Übernahme den ProSieben-Aktienkurs beeinflussen könnte, habe ich einen Blick auf die Fakten zum Deal geworfen und mir angeschaut, wie gut Jochen Schweizer zu ProSieben passt.

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Die Fakten zum Deal

Für die Transaktion wurde ein Unternehmenswert von 108 Millionen Euro zu Grunde gelegt. Der tatsächliche Kaufpreis dürfte wohl etwas höher gewesen sein, auch wenn ProSieben nur 90 % der Anteile gekauft hat. Ich schätze daher, dass die Münchener allerhöchstens 150 Millionen für die Jochen Schweizer GmbH auf den Tisch gelegt haben.

Leisten kann ProSieben sich das locker, schließlich hat man einen Tag zuvor den Verkauf von Etraveli für 508 Millionen Euro bekanntgegeben. Dass der Medienkonzern sich an der Übernahme von Jochen Schweizer überhebt, kann also ausgeschlossen werden.

Auch zur Ertragsstärke von Jochen Schweizer wurden Angaben gemacht. So erwirtschaftete der Anbieter von Erlebnisgeschenken im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr ein EBITDA (das ist der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von rund 10 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die ProSiebenSat.1 Media SE erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 ein EBITDA in Höhe von 982 Millionen Euro. Wirklichen Einfluss auf die Ertragslage von ProSieben hat die Übernahme also nicht.

Soviel zu den Fakten, die ProSieben veröffentlicht hat. Mindestens genauso wichtig ist allerdings, ob Jochen Schweizer wirklich zu ProSieben passt.

Passt Jochen Schweizer zu ProSieben?

Tatsächlich scheint ProSieben sich ganz bewusst für Jochen Schweizer entschieden zu haben. So möchte man seine eigene Erlebnisgutscheinplattform mydays und Jochen Schweizer in einer gemeinsamen Holding zusammenführen. Laut ProSieben sollen sich beide Unternehmen in Angebot und Ausrichtung ergänzen.

Quelle: Thomas Brantl

Da sich mit der Übernahme zwei der fünf größten Anbieter für Erlebnisgutscheine zusammentun, stehen die Chancen nicht schlecht, dass hierbei eine Marktführerschaft entsteht. Da gerade im Onlinebereich gilt: The winner takes it all – der Sieger bekommt alles – könnte die Übernahme die Grundlage für eine langjährige Führungsposition in einem lukrativen Markt sein.

Man kann also davon ausgehen, dass die Jochen Schweizer GmbH gut zum Portfolio von ProSieben passt!

Wie das alles den ProSieben-Aktienkurs beeinflussen könnte

Wie im ersten Punkt bereits angeschnitten wird die Jochen Schweizer GmbH Umsatz und Gewinn der ProSiebenSat.1 Media SE nicht signifikant beeinflussen, dafür ist der Erlebnisspezialist einfach zu klein. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Übernahme keinen unmittelbaren Einfluss auf den ProSieben-Aktienkurs haben wird.

Allerdings deutet der Verkauf von Etraveli und der Kauf von Jochen Schweizer darauf hin, dass ProSieben seine Strategie im E-Commerce Bereich geändert hat. Weg vom hart umkämpften Reisemarkt hin zu kleinen, aber lukrativen Nischen, in denen man die Marktführerschaft anstrebt und dadurch vom erwähnten Netzwerkeffekt (The winner takes it all) profitieren kann. Dieses Schema ist beispielsweise auch bei Parship und Elitepartner, die beide zum ProSieben-Imperium gehören, zu finden.

Sollte ProSieben weitere solcher Nischen erobern, könnte diese Strategie Umsatz und Gewinn langfristig durchaus positiv beeinflussen. Davon wiederum könnte dann natürlich auch der ProSieben-Aktienkurs profitieren!

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Thomas Brantl besitzt Aktien der ProSiebenSat.1 Media SE. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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