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Dieser Chart zeigt, wie krass die Bayer AG nach unten durchgereicht wurde

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Foto: Getty Images

Bayer (WKN: BAY001) war mal der wertvollste DAX-Konzern. Heute befindet sich der Agrarchemie- und Pharmakonzern eher im Mittelfeld. Eine Reihe von Mitbewerbern, die früher zum Teil deutlich kleiner waren, sind nun enteilt. Das sieht zunächst nicht schön aus. Aber vielleicht kann die Bayer-Aktie nun endlich verlorenen Boden gutmachen.

Ein desolater Chart der Marktkapitalisierung von Bayer im Vergleich zu einigen Mitbewerbern

BAYRY Market Cap Chart

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Chart erstellt mit YCharts, Marktkapitalisierung in US-Dollar seit dem 19.01.2015

2016 war der Kampf um die Marktdominanz im Bereich Pflanzenschutz und Saatgut voll entbrannt. ChemChina war dabei, sich die Basler Syngenta einzuverleiben. Gleichzeitig wurde der temporäre Megakonzern DowDuPont geschmiedet.

Dabei wollte das Bayer-Management nicht tatenlos zusehen. Nach einem jahrelangen Umbau unter Marijn Dekkers stand der Konzern hervorragend da und sein Nachfolger Werner Baumann sah die Chance zum ganz großen Wurf: Mit der Übernahme von Monsanto könne man einen echten Champion schmieden.

Nachdem Bayer das bereits sehr hohe Angebot im Laufe des Jahres noch aufgestockt hatte, war man sich einig. Bis die Akquisition allerdings vollzogen werden konnte, vergingen noch einmal zwei Jahre. Riesige Auflagen der Kartellbehörden zwangen Bayer dazu, große Teile an Wettbewerber zu verkaufen.

Dennoch versprach Baumann immer wieder das schnelle Heben von Synergien, von dem die Aktionäre künftig profitieren würden. Es kam anders. Der Markt entwickelte sich schwach und die Schulden türmten sich auf. Gleichzeitig baute sich eine bis heute anhaltende drakonische Klagewelle auf.

Wie fast alle anderen an Bayer vorbeizogen

BASF

BASF (WKN: BASF11) profitierte von dem Hickhack bei Bayer, die in den Jahren vor dem Monsanto-Deal meistens deutlich wertvoller war. Sie konnte zum fairen Preis das Gemüsesaatgutgeschäft rund um die Marke Nunhems sowie die Herbizid-Marke Liberty von Bayer erwerben.

Auch sonst agierte das Management schlau und akquirierte vor allem komplementäre und gut handhabbare Geschäfte zur Stärkung von aussichtsreichen Bereichen, darunter Materialien für den 3D-Druck oder Displays.

Hinzu kommt noch etwas Glück: Das Hinauszögern des Börsengangs von Wintershall DEA hat sich voll ausgezahlt. Die Tochter dürfte nun die eine oder andere Milliarde mehr wert sein als noch Mitte 2020.

Merck

Fast unbemerkt hat sich Merck (WKN: 659990) im Lauf der letzten Quartale in Richtung DAX-Spitze vorgearbeitet und war zwischenzeitlich sogar fast auf Augenhöhe mit seinem amerikanischen Namensvetter. Zuletzt kam der Kurs ein gutes Stück zurück, aber für Bayer reicht es noch dicke.

Auch das Merck-Management liebt große Deals. Und oft wirkt der Preis, den es bereit ist zu zahlen, im ersten Moment als zu hoch. Vielleicht war er das auch. Aber das Schicksal hat im Jahr 2021 einen unglaublichen Nachfragesog für Laborbedarf und Halbleiter-Chemikalien erzeugt. Das sind genau die Bereiche, die Merck seit Jahren immer weiter ausbaut mit Übernahmen wie Sigma-Aldrich und Versum Materials.

Rückgänge in anderen Bereichen konnten so locker kompensiert werden. Zuletzt wurden im Januar zwei Auftragshersteller mit mRNA-Kompetenz akquiriert, um sich in diesem aufkeimenden Biotech-Feld noch stärker aufzustellen.

Moderna und BioNTech

Und mRNA ist natürlich auch der Grund, warum sich Moderna (WKN: A2N9D9) und BioNTech (WKN: A2PSR2) an Bayer vorbeikatapultieren konnten. Die gigantischen Gewinne aus dem erst seit gut einem Jahr laufenden Impfstoffgeschäft genügen, um den Traditionskonzern zu bedrängen.

Im Zuge des Abverkaufs der BioNTech-Aktie in den letzten Tagen konnte sich Bayer wieder vorbeischieben, aber Moderna bleibt deutlich wertvoller. Die Positionen können folglich je nach Wasserstandsmeldungen an der COVID-Front und bei den Monsanto-Prozessen noch ein paarmal wechseln. Vieles kommt auch darauf an, was Moderna und BioNTech mit ihren Milliarden anstellen. Für größere Akquisitionen hatte das Management bisher noch keine Zeit.

Immerhin hat BioNTech über kleinere Deals bereits jetzt dafür gesorgt, dass auch nach dem Abebben der großen Impfkampagnen noch einiges los ist. So kam etwa im November das Start-up PhagoMed aus Österreich unter das Konzerndach, um antibakterielle Enzyme zu entwickeln, die in bestimmten Einsatzgebieten besser als bestehende Antibiotika wirken.

Kann Bayer zurückkommen?

Dass Bayer nach unten durchgereicht wurde, bedeutet natürlich nicht, dass der Trend anhalten muss. Die Bayer-Aktie ist nun immerhin wieder wertvoller als BioNTech, und das könnte einen ersten Schritt zur Trendwende darstellen. Dafür muss es gelingen, die leidigen Monsanto-Prozesse zu einem Ende zu bringen. Erst dann werden Investoren wieder mehr auf die Erfolge in den Bereichen Pharma und Agrar achten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Moderna.

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