382 % Kursplus in 7 Jahren: Wie hat Novo Nordisk das geschafft?!

Ein Thermometer liegt auf einem Berg an Medikamenten, Arzneien und Pillen.
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Novo Nordisk (WKN: A1XA8R) hat wirklich ein bedeutendes Kursplus geschafft. Um insgesamt 382 % ging es zwischen einem Tiefpunkt im Jahre 2016 und dem aktuellen Aktienkurs von 146,68 Euro hinauf. Das ist tatsächlich eine bahnbrechende Entwicklung.

Zumal Novo Nordisk kein Leichtgewicht ist. Mit derzeit 270 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung befindet sich der dänische Konzern auf einem absolut hohen Bewertungsniveau. Es ist ein Large-Cap, keine Frage, der inzwischen sogar größer ist als jedes deutsche börsennotierte Unternehmen.

Gehen wir auf Spurensuche: Novo Nordisk hat diese Kursperformance schließlich nicht einfach so hingelegt. Schauen wir aus der Retrospektive heraus einmal, was dem dänischen Konzern in der Vergangenheit derart auf die Sprünge geholfen hat.

Novo Nordisk: Das ist das „Geheimnis“

Es ist eigentlich kein Geheimnis, was bei Novo Nordisk derart gut funktioniert. Für mich sind es einerseits lediglich zwei sehr extreme Ausgangslagen im Vergleich. Nämlich das Damals und das Heute. Die fundamentale Bewertung war zum Zeitpunkt des Rückblicks günstig, heute ist sie hingegen deutlich teurer. Was sich veränderte, ist das Wachstum.

Novo Nordisk sah sich im Jahre 2016 mit einigen Problemen konfrontiert. Auch aufgrund des US-Wahlkampfs gab es die Sorge von Preisdruck im Markt. Das wirkte sich sogar kurzfristig (auch konkurrenzseitig) real auf die Wachstumsraten aus. Schwache Wachstumsraten führten wiederum dazu, dass die Bewertung zwischenzeitig auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im gerade mal so zweistelligen Prozentbereich abrutschte. Außerdem gab es über 3 % Dividendenrendite. Werte, von denen wir heute weit entfernt sind.

Aber es hat sich auch ansonsten sehr viel getan. Unter anderem hat das Management mit Ozempic und Rybelsus zwei starke Präparate im Bereich der GLP-1-Präparate herausgebracht. Rybelsus ist sogar ein Mittelchen, das aus der Reihe der Semaglutide stammt und eine orale Verabreichungsform besitzt. Zugleich ist Wegovy inzwischen stark im Bereich der Adipositas-Bekämpfung. Das alles führte dazu, dass der Gesamtkonzern eben auch aufgrund von starken Produkten Umsatzwachstumsraten von 26 % im Geschäftsjahr 2022 und 27 % im ersten Quartal des Jahres 2023 vorweisen konnte.

Novo Nordisk hat in den letzten Jahren quasi seine Produkt-Pipeline deutlich verjüngt und innovativer werden lassen. Das zahlt sich heute mit hohen Wachstumsraten aus. Sowie einer fundamentalen Bewertung, bei der das Kurs-Gewinn-Verhältnis inzwischen eher Bahnen um die 40 dreht und die Dividendenrendite knapp über 1 % liegt.

Was daraus für die Zukunft folgt

Investoren mit Interesse an Novo Nordisk sollten die Ausgangslage derzeit sehr genau im Auge behalten. Produkte wie Wegovy, Rybelsus oder Ozempic haben noch Wachstumspotenzial. Auch die Randbereiche wie Adipositas und neue, orale Präparate können das Wachstum ankurbeln. Seit geraumer Zeit gibt es eine sehr latente Alzheimer-Fantasie. Ob sie sich bewahrheitet, das ist fraglich. Aber Wachstum ist weiterhin möglich.

Trotzdem zeigen die 382 % Kursplus und die 270 Mrd. US-Dollar Börsenwert: Novo Nordisk ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aufgrund der teuren fundamentalen Bewertung sollte das Management daher sehr konkrete Vorstellungen liefern, wie das Wachstum aufrecht gehalten werden kann. Ansonsten besteht nicht nur die Gefahr, dass nach den 382 % Ende ist, sondern, dass schwächere Wachstumsraten auch wieder sinkende Kurse bringen können.

Bislang sehen wir davon wirklich noch nichts. Aber die Aktie von Novo Nordisk scheint im Moment auch vermehrt eines zu kennen: Optimismus. Den wiederum müssen wir bei allen Quartalszahlen erneut gerechtfertigt sehen.

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Vincent besitzt Aktien von Novo Nordisk. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.



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