Erneuter Rücksetzer: Solltest du jetzt 500 Euro in die Evotec-Aktie investieren?

Illustration eines DNA-Strangs
Bild: Arek Socha via Pixabay

Die Evotec SE (WKN: 566480) ist ein Partner für viele Pharmakonzerne bei der Erforschung und Produktion neuer Medikamente. Das Unternehmen profitiert langfristig von der demografischen Entwicklung und dem Bedarf an Medikamenten. Kurzfristig sieht das Umfeld allerdings sehr mau aus. Schon in den letzten Jahren konnte die Evotec-Aktie die großen Verheißungen nicht einlösen.

Inzwischen ist die Evotec-Aktie bei einer Marktkapitalisierung von unter einer Milliarde Euro angekommen. Zeit, die Entwicklung einmal unter die Lupe zu nehmen.

Warum die Evotec-Aktie immer weiter fällt

Das Hauptproblem ist das fehlende Wachstum auf Gesamtebene. Die Performance des Konzerns in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 mit einem Umsatzminus von 7,1 % sowie im letzten Quartal mit einem Umsatzminus von 11,4 % wurde maßgeblich von der gegensätzlichen Entwicklung der beiden Hauptsegmente bestimmt.

Im Segment „Entdeckung und präklinische Entwicklung“ (engl. Discovery & Preclinical Development, D&PD) blieb die Nachfrage schwach, was auf die anhaltende Zurückhaltung bei der Finanzierung vieler kleinerer Biotech-Unternehmen zurückzuführen ist. Dadurch sanken die Umsatzerlöse in diesem Segment um 12 % auf 392,1 Mio. Euro. Die Bruttomarge im Segment fiel von 14,4 % auf 8,1 %, was auf die geringere Auslastung zurückzuführen ist.

Evotec begegnet dieser Marktschwäche mit dem „Priority Reset“-Programm, das eine signifikante Kostenreduzierung und Steigerung der operativen Effizienz zum Ziel hat. Sobald die Nachfrage wieder anzieht, wird dies zu steigenden Gewinnen führen. Leider ist es sehr schwer zu sagen, wann dies der Fall sein wird. Die Zinsreduzierung in den USA könnte jedoch ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Angesichts regelmäßig verkündeter Meilensteinzahlungen blitzt das Potenzial des Geschäftsmodells auch immer wieder auf.

Ein anderes Segment wächst derweil solide

Das Segment Just Evotec Biologics (JEB) verzeichnete eine robuste Entwicklung und einen Umsatzanstieg von 11 % auf 143,2 Mio. Euro. Dieses Wachstum wurde insbesondere durch das Geschäft außerhalb der Großkooperationen, wie mit Sandoz, getrieben, welches sich mehr als verdoppelte (+105 %).

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Ein strategischer Höhepunkt im Segment ist die unterzeichnete Vereinbarung über den möglichen Verkauf der Produktionseinheit in Toulouse an die Sandoz AG. Durch diese Transaktion erhält Evotec einen sofortigen Liquiditätszufluss von 350 Mio. US-Dollar (in bar und in Form von Vorab-Lizenzen) und sichert sich zusätzlich eine Beteiligung an einem Portfolio von bis zu zehn Biosimilars mit potenziellen Meilenstein- und Lizenzzahlungen von über 300 Mio. US-Dollar. Dies ist eine bedeutende Transaktion – insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Evotec-Aktie aktuell selbst nur zu einem Preis von einer Milliarde US-Dollar gehandelt wird.

Evotec-Aktie: Die Verluste wachsen an

Die Restrukturierung im Segment „Entdeckung und präklinische Entwicklung“ sowie die Investitionen und Anlaufkosten für Just Evotec Biologics schlagen sich deutlich im Gewinn nieder. So vertiefte sich der operative Verlust von 26,5 Mio. Euro auf 44,5 Mio. Euro. Auch in den ersten neun Monaten des Jahres belief sich der Verlust auf 92,3 Mio. Euro.

Das Management hat in den letzten neun Monaten natürlich auch einiges verändert und vieles beseitigt, was uns nicht gefallen hat. So beliefen sich die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte auf knapp 76 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 16,88 Mio. Euro.

Trotz operativer Herausforderungen hält Evotec an der Prognose für das Gesamtjahr 2025 sowie an den langfristigen Zielen fest. Der Konzernumsatz wird in einer Spanne von 760 bis 800 Mio. Euro erwartet, das bereinigte Konzern-EBITDA in einer Spanne von 30 bis 50 Mio. Euro. Die Erreichung dieser Prognose setzt ein starkes viertes Quartal voraus, das historisch durch höhere Meilensteinzahlungen gestützt wurde. Das Kosteneinsparungsprogramm „Priority Reset” wird voraussichtlich zu einer Kostensenkung von mehr als 60 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025 führen und damit die Basis für eine nachhaltige Margenverbesserung schaffen.

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Unser neues Urteil über die Evotec-Aktie

Unter Berücksichtigung der aktuellen Positionierung sowie langfristiger Trends wie der demografischen Entwicklung strebt das Unternehmen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Umsatzerlöse von 8–12 % zwischen 2024 und 2028 an. Auch im Jahr 2028 soll die bereinigte Konzern-EBITDA-Marge über 20 % liegen. Dieser strategische Ausblick basiert auf der erwarteten Erholung des Biotech-Finanzierungsumfelds, der anhaltenden Monetarisierung der Forschungspipeline – zum Beispiel durch Meilensteinzahlungen von Partnern wie Bristol Myers-Squibb – sowie den positiven Auswirkungen der Effizienzsteigerungen.

Die Sandoz-Transaktion wird als Katalysator gesehen, um Wachstumskapital für die Kernplattformen freizusetzen. So kann Evotec langfristig profitabler positioniert werden. Das wäre auch bitter nötig, damit sich die Evotec-Aktie wieder erholt.

Wir sehen für die Evotec-Aktie langfristige Chancen, die sich aus der demographischen Entwicklung und der zunehmenden Entwicklung von Medikamenten ergeben. Neue Kooperationen in der Medikamentenentwicklung sind ein weiterer Katalysator. Potenzial bieten auch neue Partnerschaftsvereinbarungen zur Stärkung biotechnologischer Innovationen in einer „Shared Economy“ für Forschung und Entwicklung.

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